Sonntag, 3. Mai 2020

Geschichtlich fundiertes Familiendrama



Margos Töchter


400 Seiten, ISBN: 978-3-462-05227-5, Kiepenheuer & Witsch, 22€





"Margos Töchter" ist ein geschichtlich fundiertes Familiendrama in drei Akten. Mir hat sehr gefallen, das die Auflösung des Titels sich erst sehr spät klärt und mich als Leserin eher im Dunkeln lässt, was Margos Töchter betrifft, da ich zunächst nur Leonore kennen gelernt habe und mich dadurch immer über den Titel gewundert habe, denn "Töchter" sind zumindest zwei, was wirklich sehr verwirrt. Die Auflösung am Ende des Buches ist schlüssig, wenn auch schmerzhaft, da relativ schnell klar ist, wie dramatisch sich die politische Begebenheiten der DDR in das Leben Einzelner einmischen konnten und auch durften. Letztendlich konnte man niemanden trauen, auch innerhalb der Familien nicht, was ich schockierend empfand. Eine fiktive Story, die sicherlich auch einen hohen Wahrheitsgehalt beinhaltet. Es ist definitiv ein Verrat, der für Entzweiung sorgt und Aussprache und Versöhnung auf der Strecke bleiben lässt. Mitunter liest sich "Margos Töchter" wie eine Story im Geschichtsunterricht, was ich nicht als störend empfand, aber die Freude am Lesen etwas schmälert, da das Familiendrama dadurch etwas zu kurz kommt, da es erst zum Ende hin eine Verbindung der drei Frauen Jana, Margo und Leonore gibt. Hinzu kommt Clara, dessen Leben ein herbei geführtes Grauen durch den Verlust der Tochter beinhaltet, da diese sich dazu entscheidet, ihrem Kind ein besseres Leben als ihr eigenes zu bieten, nichtsahnend, welchen Stein sie damit ins Rollen bringt. Es ist oftmals Willkür und der Schmerz wird mehrfach deutlich. 
Insgesamt hat mir "Margos Töchter" sehr zugesagt, wenn auch nicht immer und überall der Funke überspringen konnte, da ich die politischen Einflüsse doch sehr erdrückend und ermüdend empfand. Ich vergebe dennoch eine Leseempfehlung, da die Story einen hohen Wahrheitsgehalt beinhaltet. Ich bin mir sicher, das es immer noch genügend Familien geben wird, die durch politische Ziele, wie im Roman beschrieben, voneinander getrennt wurden, um im Nachhinein nach ihren Wurzeln suchen zu müssen.  Ein selbstbestimmtes Leben zu führen, war in der damaligen Zeit, die tatsächlich noch nicht lange zurückliegt nicht möglich und erschreckt mich dadurch noch mehr. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen