Montag, 14. Oktober 2019

Gelungen konstruiertes Lügengerüst



Todeslügen


"Todeslügen" ist ein gelungen konstruiertes Lügengerüst, welches komplett verwirrt und erst ab Mitte des Thrillers den einen oder anderen Verdachtsmoment hervorrufen konnte. Sean Hennessy, der  unschuldig am Mord seiner Eltern und der versuchten Tötung seiner Schwester 17 Jahre lang in Haft gesessen hat, hat seine Strafe abgesessen und versucht nun seine Unschuld zu beweisen. Dieses geschieht durch ein Wiederaufnahmeverfahren und einen Dokumentation des Tathergangs. Inzwischen geschehen einige Morde, die dem Mord an Seans Eltern sehr ähnlich sind. Die Leichen werden so drapiert wie zuvor Seans Eltern und auch der Ehemann der Ermordeten ist gewalttätig, sodass der Verdacht direkt auf Sean fällt. Es gilt nun für die Ermittlerin Frankie Sheehan die Morde aufzuklären. Hier war für mich etwas verwirrend, das die Ermittlerin einen für mich doch recht typischen Männernamen trägt, was sich aber im weiteren Verlauf der Story abmildern konnte. 

Gleich zu Beginn ist eine gewisse Brutalität spürbar, was der Spannung dienlich ist. Hinzu kommen die Worte, die bei den Leichen gefunden werden (Waffe, Mörder), die zunächst verwirrend wirken. Für mich als Leserin ist lange nicht offensichtlich, wohin die Autorin mich führen will, daher ist der Überraschungsmoment recht groß, auch wenn ich längst schon auf der richtigen Spur war, was Mörder und Tat betrifft. Es wird definitiv psychotisch und dieses wiederzuspiegeln ist der Autorin grandios gelungen.

Leider hält sich die Autorin auch sehr mit Nebensächlichkeiten auf, was den Spannungsbogen mitunter verkürzt. Dadurch, das viele Personen in den aktuellen Fall involviert werden, bleiben diese oberflächlich und so konnte ich zu niemanden so etwas wie Nähe aufbauen. Letztendlich fliegt man durch das Geschehen, welches nichts bleibendes hinterlassen kann, da vieles zu geballt auftritt. es verwirrt, fasziniert auf der einen Seite, aber hinterlässt definitiv keine Spuren.

Eine Leseempfehlung daher lediglich an das gesponnene Lügengerüst, welches sich erst zum Ende des Krimis auflöst und mich letztendlich überzeugen konnte. In meinen Augen sehr gelungen dargestellt und aufzeigend, wie sehr wir geprägt werden und emotional verkümmern, wenn wir nur Gewalt und Lieblosigkeit in unserem Leben erleben.


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