Donnerstag, 7. Juni 2018

Irgendwas von dir




Gayle Forman

Irgendwas von dir


14,99€







"Irgendwas von dir" ist ein Roman, der definitiv nicht von jungen Menschen gelesen werden sollte, die innerlich nicht gefestigt sind. Warum? Es geht um Suizid und Depressionen, wobei das eine auf das andere folgt oder auch andersherum. Mich hat die traurige Stimmung mitunter sehr zu schaffen gemacht. Meg nimmt sich mit Gift das Leben und hinterlässt ihre beste Freundin Cody mit vielen Fragen, wobei dies nicht das Einzige ist, denn Cody gibt sich selbst die Schuld an Megs Suizid. Schuldgefühle können erdrücken und dieses kommt sehr gut zur Geltung. Cody hat die seelischen Veränderungen, die inneren Qualen ihrer Freundin übersehen, da sie sich nicht mehr so häufig gesehen haben wie in ihrer Kindheit / Teenagerzeit. Beste Freundinnen, die sich alles erzählen? Mitunter lebt man sich auseinander und dieses ist oftmals ein ganz natürlicher Vorgang einer Freundschaft. Trotzdem setzt Cody alles daran, hinter die Tat blicken zu können. Es ist sehr authentisch von den Emotionen, aber Codys Alleingänge sind mitunter unglaubwürdig, zumal es auch eine Stange Geld kosten wird. Geld, welches Cody scheinbar nicht hat. Es wirkt daher leider etwas aufgesetzt.
Normalerweise bin ich weniger kritisch, aber mitunter habe ich mich tatsächlich gefragt, welchen Sinn und Zweck dieser Roman erfüllen soll. Was hat sich die Autorin beim Schreiben gedacht und was will sie mir sagen? Letztendlich kommt Cody einer Antwort sehr nahe und für mich kommt dann doch noch Sinnhaftigkeit in die geschriebenen Worte. Ich bin zwar nicht so begeistert wie erhofft, dennoch stimmt "Irgendwas von dir" nachdenklich und hinterlässt ein ungutes Gefühl, denn Depressionen können jeden treffen und auch wer Selbstmordgedanken hat, ist nicht immer bereit sich das Leben zu nehmen. Hier geht es um ein junges Mädchen, die den Anschein gemacht hat, dass alles in Ordnung ist, bis zu dem besagten Tag, als sie ihre Selbsttötungsabsichten in die Tat umgesetzt hat und diesen gut durchdacht hat. Sie hinterlässt ihre Eltern, die auch für Cody eine Art Familienersatz waren, einen jüngeren Bruder und eine beste Freundin, die sich selbst nicht vergeben kann. Vergebung nimmt im Roman einen großen Anteil ein und dieses hat mich sehr bewegt und angesprochen. Irgendwann kann Cody wieder Ja zu ihrem eigenen Leben sagen und sich nicht mehr mit Schuldgefühlen plagen. Bis dahin ist es langer ungewöhnlicher Weg mit vielen Begegnungen und einer eigenen innerlichen Veränderung, wobei dort auch oft die eigene Vergangenheit bewältigt werden muss.Insgesamt gelungen und daher natürlich auch eine Leseempfehlung, wobei ich den Roman nur denjenigen empfehlen kann, die ein ungeschriebenes Blatt in Bezug auf Suizid sind, alle anderen werden sicherlich emotional erschlagen werden.

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