Montag, 15. April 2013

Wo ist Leo?

Christine Drews

Schattenfreundin

Roman 

Wo ist Leo? Charlotte Schneidmann, Kommissarin in Münster, setzt alles daran, den kleinen Jungen zu finden, bevor es zu spät ist. Denn nicht nur die Sorgen der verzweifelten Mutter lassen sie fieberhaft ermitteln, auch die Erinnerungen an die eigene traumatische Kindheit machen diesen Fall für die engagierte Kommissarin zur ganz besonderen Bewährungsprobe. 


Bastei Lübbe
Taschenbuch 
287 Seiten 
8,99 Euro 
ISBN: 978-3-404-16746-3
auch als eBook verfügbar


Das Cover hat insgesamt eine matte Oberfläche. Die Bildausschnitte, die an ein zerissenes Foto erinnern, sind glatt und lassen sich erfühlen. Ich habe beim Lesen immer wieder darübergestrichen, weil der Unterschied so interessant ist.



Meine Meinung:
Ich bin einem Krimi / Thriller nie abgeneigt und als ich auf Lovelybooks.de diese Leserunde zu dem Buch der Debütautorin Christine Drews erspähte, bewarb ich mich und gewann das Buch auch um es zu lesen, darüber zu diskutieren und es zu rezensieren.
In der Leserunde kam der Gedanke auf, warum Katrin so schnell Vertrauen zu einer Person fasst und ihr ihr Kind anvertraut. Stellt euch vor, ihr stellt fest, das ihr erneut schwanger seid, euer Mann befindet sich für ein Projekt in Lima, euer Vater stirbt. Was würdet ihr tun, wenn am Tage der Beerdigung eures Vaters euer Sohn Fieber bekommt und ihr Angst habt ihn mitzunehmen? Ihr seht in Tanja eine Freundin, der ihr vertraut und überlässt ihr euer Kind. Wer könnte denn ahnen, das sie ihn entführen wird? Ich vermute, da ich immer an das Gute im Menschen glaube, ich ähnlich kopflos gehandelt hätte.
Als Leo nicht wieder auftaucht bricht natürlich Panik aus und die Polizei wird eingeschaltet. Charlotte die Kommissarin lernen wir als Frau kennen, die Bindungsängste hat und sich erst nach und nach öffnet. Wir lernen sie besser kennen und erkennen das sie seit frühster Kindheit eine Schuld mit sich trägt, die sie nie überwunden hat. Nach und nach bricht der alte Schmerz auf, was vielleicht auch an der Suche nach Leo liegen mag, obwohl der Fall keine Parallelen zu ihrem Schicksal aufweist. 
Ich fand es sehr spannend in die Abgründe der menschlichen Psyche einzutauchen, denn auch wenn sich erst langsam offenbart, warum Tanja Leo entführt hat, bleibt der Spannungsbogen lange genug erhalten um mich wie gebannt am Buch zu fesseln. Manchmal ist es die Vergangenheit die uns doch einholen wird und dazu führt, das alles aus dem Ruder gerät. Die ganze Zeit fragte ich mich, wo ist Leo? und hoffentlich kommen die Beamten nicht zu spät, denn es ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, da Tanja sich eine neue Identität beschaffen hat und nicht die war, die sie zu sein scheint. Sie hat die ganze Zeit darauf hingearbeitet, die Familie zu zerstören und dabei würde sie auch über Leichen gehen. 
Der Krimi ist sehr interessant und ich habe ihn ohne große Erwartungen gelesen, denn sich als Autorin mit einem Debüt zu behaupten, ist sicherlich schwer, denn als verwöhnte Vielleserin behaupte ich einfach mal ganz frech, das "Schattenfreundin" gelungen ist und sich hoffentlich auch auf dem Buchmarkt behaupten kann. 
Alles Gute dafür! Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 Sterne!

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