Montag, 21. Januar 2013

Ein Männlein lebt im Walde .......


DANIELA WINTERFELD
Daniela Winterfeld, geboren 1978, studierte Literaturwissenschaften, Psychologie und Geschichte. Heute ist sie in einer Literaturagentur tätig und lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Der geheime Name



Rumpelstilzchen wollte das Kind der Königin. Er bekam es nicht. Jahrhunderte später schließt ein anderes Wesen seiner Art einen neuen ...
Rumpelstilzchen wollte das Kind der Königin. Er bekam es nicht. Jahrhunderte später schließt ein anderes Wesen seiner Art einen neuen Pakt – und wird ebenfalls betrogen. Seitdem sucht es unablässig nach dem Kind … Seit sie denken kann, ist Fina mit ihrer Mutter auf der Flucht. Doch jetzt, mit 19, will sie endlich ein richtiges Zuhause finden und zieht zu ihrer Großmutter, die am Rand eines düsteren Moores lebt. Das Moor fasziniert Fina vom ersten Moment an – genau wie der geheimnisvolle Junge, der dort lebt. Weder Fina noch der Junge ahnen, dass sie beide nur Figuren in einem Spiel sind, das dem betrogenen Wesen endlich seinen Lohn bringen soll …


Taschenbuch, Knaur TB, , 528 S., ISBN 978-3-426-51127-5
12,99 Euro - als eBook nur 10,98 Euro



Meine Meinung:
Direkt nach Weihnachten begann eine wirklich spannende Blogtour rund um das Buch "Der geheime Name". Es machte wirklich Spaß jeden Tag neue mysteriöse Rätsel zu lösen und dabei Lose zu sammeln, denn mit ein klein wenig Glück konnte man das Buch gewinnen. Ich habe mich rege beteiligt, aber das Buch dann letztendlich nicht gewonnen. Nicht schlimm, denn es gibt ja diverse Online Buchhändler, wo man Bücher, die man unbedingt Lesen möchte auch bestellen kann. So habe ich es gehandhabt und mein Buch kam dann auch recht zügig. Neugierig wie ich bin lag es auch nicht lange in meinem Buchregal, denn die Spannung die sich während der Blogtour aufgebaut hat war kaum noch zu ertragen. Ich hatte nur mächtig Angst, das das was ich erwartete nicht gehalten werden konnte und das Buch ein Schuss in den Ofen ist bzw. nur heiße Luft. Hätte ja sein können, oder? Ich bin so dankbar das ich wie festgeklebt am Buch saß und es nicht einen Moment lang langweilig oder Schlimmeres war. Ich habe mich nur geärgert, das ich am WE eher weniger Lesezeit zur Verfügung habe, denn ich wollte doch nun endlich den Namen des Geheimen wissen. Was haben wir gerätselt und uns die Haare gerauft und dann als ich dann auf Seite 295 in der 6. Zeile den Namen zu lesen bekam, wusste ich tatsächlich nicht ob ich lachen oder weinen sollte. Der Wicht der Rumpelstilzchen so ähnlich ist, heißt ganz einfach ...........? Das darf jawohl nicht wahr sein! Da ich den Namen natürlich nicht verraten möchte, werde ich den Geheimen ab hier nur noch den Wicht nennen, damit euch die Spannung möglichst lange erhalten bleibt. Ich denke es ist im Interesse aller.
"Der geheime Name" ist am Märchen "Rumpelstilzchen" angelehnt, obwohl es eben um einiges moderner und mysteriöser ist als erwähntes Märchen. Auch der Wicht kann im Prinzip Stroh zu Gold spinnen und seine Belohnung für den Reichtum der sich daraus ergibt ist die Tochter der Müllerstochter. Ähnlichkeiten sind also schon gegeben, die sich als Abgründe und Abscheulichkeiten nach und nach auftun. Immer wieder zeigt sich wie Reichtum die Menschen verblendet. Im Märchen ist es der Prinz, der erwartet, das die Müllerstochter Stroh zu Gold spinnt. Wenn sie es nicht schafft, wird sie leider ihr Leben lassen müssen. Wäre da nicht Rumpelstilzchen gekommen und hätte ihr geholfen, was wäre geschehen? Ist hier wirklich Rumpelstilzchen der Böse? Verlangt er denn nicht nur das was ihm versprochen wurde? Gibt er der Königin nicht hinterher den Rat seinen Namen zu finden um ihr Kind zu retten? Sie schafft es und Rumpelstilzchen reißt sich selbst in Stücke. Wenn man es so betrachtet sind Märchen schon ziemlich grausam. Auch in "Der geheime Name" haben wir hier einen Wicht, der sich nicht besiegen lassen will, da ein Versprechen gegeben wurde. Hilft da wirklich nur die Flucht oder holt die Müllerstochter nicht doch irgendwann ihre Vergangenheit ein? Kann man dem Wicht entfliehen? 
Fina unser Hauptprotagonistin verliebt sich und das ist das was den Stein ins Rollen bringt, denn dadurch bringt sie sich in die Nähe des Wichts, der eigentlich nur das bekommen will, was ihm versprochen wurde.Eine Braut! Als ich dann nach und nach las wie der Geheime aussieht überzog mich fast eine Gänsehaut vor Ekel. Wie gut, das alles nur Fiktion, ein modernes Märchen ist, ansonsten würde ich mich niemals mehr in einen Wald oder in die Nähe eines Moores begeben. Vor allem Ebbingen in der Lüneburger Heide würde ich meiden, denn dort ist der Geheime zuhause.
Was mich sehr getroffen hat, ist die Tatsache und das liest man ja auch immer wieder, das ein Mensch grausam misshandelt, bestraft, geschlagen, missachtet wird und dennoch verspürt er eine ganz tiefe Liebe zu demjenigen, der ihn aufzieht sich um ihn kümmert, eine Familie ist. Auch hier wird es mehrfach erwähnt und es zu lesen tut schon ziemlich weh. Mal eine Frage? Wie definierst du Familie?
Das Buch ist durchweg spannend und ich bin froh, das es die Spannung die ich mir erwartet habe auch halten konnte. Ich glaube meine Enttäuschung wäre riesengroß gewesen, wenn es anders wäre.
Es tut mir leid, wenn ich meine Rezension jetzt schon beenden muss, aber ich mag die Geschichte nicht zerflücken, denn je mehr Spoiler ich hier einbaue umso mehr Spannung nehme ich dem zukünftigen Leser, denn ich würde mich wirklich freuen, wenn das Buch noch von mehr Leserinnen / Lesern gelesen wird. Es ist ein wirklich schönes und gruseliges Märchen, in der auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Ich glaube wenn es nur um Fina und den Geheimen gegangen wäre, hätte mich das Buch nicht so sehr begeistern können, denn eine kleine Prise hiervon und davon macht ein Buch doch erst lesenswert, oder nicht?



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