Donnerstag, 17. Oktober 2019

Die große Aussprache



Michaela Kastel

Worüber wir schweigen


Gebunden mit Schutzumschlag
320 Seiten
ISBN 978-3-7408-0643-9
20€


"Worüber wir schweigen" ist angefüllt mit Verrat und Lügen. Lügen, die ein Menschenleben gekostet haben und dazu geführt haben, das Freundschaften zerbrechen. Ein gut konstruierter Thriller, der alle Beteiligten verdächtig macht und dazu führt, dem Leben überdrüssig zu werden, bzw. die Schuld nicht mehr auszuhalten. Eine Aussprache ist notwendig, um in das Leben zurück zu finden. In Rückblenden wird immer wieder aufgezeigt, was vor 12 Jahren geschehen ist und Nina sich zurückgezogen hat. Es geht definitiv auch um Neid und Eifersucht, wobei es absolut unverständlich ist für mich, sich in die erste große Liebe meiner besten Freundin zu drängen und diese zu zerstören, nur damit ich selbst gesehen werden.
Nina ist wirklich unangenehm als Person, zumindest war dieses mein erster Eindruck, der lange Bestand hatte. Es sind aber nicht nur die Rückblenden, die für Spannung sorgen, sondern auch die ganz persönlichen Eindrücke der unterschiedlichen Protagonisten. Das Bild, welches dadurch entsteht, lässt reichlich Raum für Vermutungen, die sich letztendlich zerstreuen. Klar ist irgendwann, das alle schuldig sind. Es wird definitiv einen großen Knall geben, denn Nina ist für die Aussprache bestens vorbereitet.
Michaela Kastel ist es gelungen, einen hohen Spannungsbogen zu erzeugen, der aufgrund von Emotionen der Protagonisten sehr glaubwürdig wirkt. Ein Vergessen ist nicht möglich, da Nina sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen will und ihr dieses auch letztendlich gelingt.
Das Ende ist schlüssig, auch wenn ich nicht ganz überzeugt bin, da es mir zu geballt erscheint. Glaubwürdig ist, das Schuld Menschen verändert und manche es nicht schaffen zu überleben.

Gerne eine Leseempfehlung an einen Thriller, der mich sehr gut unterhalten konnte. Überzeugt hat mich letztendlich, das die große herbeigeführte Aussprache dienlich ist zu offenbaren, was vor 12 Jahren tatsächlich geschehen ist und Verdachtsmomente sich entweder bestätigen oder zerstreuen. In "Worüber wir schweigen" ist tatsächlich alles möglich.

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