Dienstag, 18. Juni 2019

Arrowood feat. Sherlock Holmes


Arrowood - Die Mördergrube


Klappenbroschur, 432 Seiten, ISBN: 9783959678407, HARPER COLLINS, 10,99€



"Arrowood - Die Mördergrube" ist ein sehr gelungener Krimi, spielend im historischen London und das Leben der Menschen mit geistiger Behinderung oder auch Down-Syndrom beleuchtend. Es ist hart und Menschen, die sich anders benehmen oder anders aussehen werden aus der Gesellschaft ausgeschlossen, da die Befürchtung innerhalb der Familien besteht, das mutierte Gen weiterzugeben oder Töchter nicht standesgemäß verheiraten zu können. Es ist ein Grauen und "Arrowood - Die Mördergrube" legt darauf seinen Fokus. Im Klappentext wird schon auf einiges hingewiesen, aber letztendlich ist es viel schlimmer als ich es erwartet hätte. Menschen werden wie Vieh gehalten und misshandelt. Es macht mich wütend, da diese nicht stark genug sind, sich zu wehren oder ihnen auch oftmals die Worte fehlen. 
Arrowood und sein Assistent Barnett stehen im direkten Konkurrenzkampf mit Sherlock Holmes und diese Tatsache bietet oftmals einen Grund zu schmunzeln, da es amüsant wirkt, wenn sich Arrowood darüber ärgert, weniger Anerkennung zu bekommen, als der Privatschnüffler aus der Baker Street. 
Der Schreibstil ist der beschriebenen Zeit angemessen, da oftmals andere Worte fallen, als es im Heute angezeigt wäre. Der Begriff "Schwachsinnig" oder "Mongo" wirkt zwar im ersten Moment abwertend, aber ist dem geschuldet, das Menschen mit Behinderung eine andere Zuwendung bekommen oder eben auch keinen Stellenwert in der Gesellschaft haben. Man entfernt sie regelrecht und steckt sie in Irrenanstalten, wobei einige eben auch als billige Arbeitskräfte gehandelt werden. Entscheidend ist hierbei natürlich der Grad der Behinderung. 
Das, was Arrowood letztendlich aufdeckt ist barbarisch und menschenunwürdig, aber wird ihm im Folgeband, der hoffentlich erscheinen wird, einen guten Platz neben Sherlock Holmes einbringen. Mir hat es sehr gefallen in das frühe London einzutauchen und das Geheimnis der Mördergrube aufzudecken, welches als gewählter Titel sehr passend erscheinen konnte. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen sehr gelungenen Krimi, der mich wütend macht, aber auch dadurch begeistern konnte, das für einige beschriebene Personen ein besseres Leben außerhalb von Gewalt und Misshandlungen möglich ist. 

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