Mittwoch, 10. April 2019

Blogtour "Schamlos" - Ausgrenzung durch fehlende Akzeptanz

 © Authors Assistant




"Schamlos" ist ein Plädoyer für eine multikulturelle Gesellschaft? Nichts könnte passender sein als diese Aussage. Mich hat das Lesen des Buches verändert, da ich viele Dinge, die angesprochen werden aus einem anderen Blickwinkel betrachtet habe und einen hohen Lerneffekt für mich erzielen konnte. Das und vieles mehr, macht "Schamlos" so wertvoll. Ich begann mich innerlich zu verändern, da ich erkannte, das ich a) zu wenig informiert bin über den Islam und b) mich allerlei Klischees bedient habe, die c) nun dazu führen, einiges mit anderen Augen zu betrachten. 

Ich habe selbst ausgegrenzt, da ich mich durch Medien und anderem dazu hinreißen ließ, alle verschleierten Frauen über einen Kamm zu scheren. Und warum? Weil es mir Angst macht und ich ungenügend informiert bin. Das Buch fordert dazu heraus umzudenken und sich damit auseinander zu setzen, Menschen, insbesondere muslimische Frauen, ihr Handeln und Denken anders zu deuten. Innerhalb des Sachbuchs werden viele Facetten des muslimischen Glaubens beleuchtet. Es zeigt auf, wie schwer es ist, sich innerhalb der eigenen Familie als Frau zu behaupten. Wie schwer ist es also innerhalb einer Gesellschaft, die keinerlei Akzeptanz aufweist? 

Ich vermute tatsächlich, das viele Leser_innen dieses Buches begreifen werden, was hinter "Schamlos" steht und welche Aussage es letztendlich trifft. Es ist ein Plädoyer, da wir in einem Zeitalter leben, in dem auch der Islam Einkehr hält. Es ist nichts, was wir fürchten müssen. Sich Wissen anzueignen und nicht Ablehnung von Grund auf dessen, was uns unbekannt ist, denn nur so kann Akzeptanz entstehen. 


"Schamlos" ist ein Schritt in die richtige Richtung, denn es klärt auf und zweigt mir meine eigene Unwissenheit sehr deutlich. Was zunächst wie ein Sachbuch klang, ist sehr viel mehr, da es aufklärt und definitiv ein Wegweiser des friedlichen Zusammenlebens miteinander ist. Unterschiedliche Kulturen, Religionen und doch der Mensch im Mittelpunkt, der sich Akzeptanz wünscht und nicht nur Kritik,  böse Blicke oder das Tratschen hinter vorgehaltener Hand. Ich vermute allerdings, das Ausgrenzung oftmals aus Unsicherheit geschieht, denn auch ich ertappe mich dabei, Frauen in Burka länger anzustarren als nötig, da es mich verunsichert und die Medien einen großen Beitrag dazu leisten, mir Angst einzujagen.  

Akzeptanz ein großes Wort, welches lediglich bedeutet, etwas anzunehmen, bzw. zu akzeptieren. Das Gegenteil von Akzeptanz ist Ablehnung. Was aber lehne ich ab? Letztendlich steht hinter jeder Ablehnung ein Mensch. Ein Mensch, der sich im Wesentlichen nicht von mir unterscheidet, denn er besteht genau wie ich aus Sauerstoff, Wasserstoff und anderen chemischen Elementen. Wenn ich mir dieses vor Augen führe, kann ich intuitiv niemanden ablehnen, denn jeder Mensch ist ein Individuum, egal ob seine Hautfarbe, seine Religion oder auch die Kleidung anders ist als meine . Akzeptanz beginnt also zu allererst bei mir, und zwar genau dann, wenn das Erkennen einsetzt. Die Frage ist also: Was lehne ich eigentlich ab? 

Ausgrenzung geschieht innerlich, wenn ich beginne andere Hautfarben und Religionen abzulehnen. Warum ist das so? Weil ich den Medien folge, die immer wieder Schreckensszenarien verbreiten, die verunsichern und beängstigen. "Schamlos" ist definitiv ein Appell an mich persönlich, meine Gesinnung zu überdenken. Ich selbst kann ein großer Teil des Ganzen werden, indem ich Akzeptanz lerne und mich nicht mehr verunsichern lasse.  Es fängt also bei mir an, indem ich Akzeptanz vorlebe. Dieses kann geschehen, indem ich innerhalb meiner Familie, meines Freundeskreis oder auch meiner Arbeitsstelle dafür einstehe, dass ich eine multikulturelle Gesellschaft interessant finde und ihr wohlwollend gegenüber stehe. Was natürlich heißt, das ich fanatischen Glauben, der auch innerhalb der Medien aufgebauscht wird, dennoch skeptisch gegenüber stehe und natürlich nicht gut heißen kann.  


Ausgrenzung geschieht dadurch, das ich mich distanziere und mich nicht auf eine multikulturelle Gesellschaft einlassen möchte. Ich lehne es ab, mich mit mit einer anderen Religion, einer anderen Gesinnung und Kultur zu befassen, wobei es enorm wichtig ist, voneinander zu lernen. Die drei Autorinnen des Sachbuches "Schamlos"  leben es vor und ihre einfachen Aussagen beeindrucken sehr. Mich stimmt es nachdenklich und fordert mich nahezu heraus, mein Verhalten zu ändern und mich darauf einzulassen, andere zu akzeptieren und ihren Wert nicht an Äußerlichkeiten festzumachen. Dies gilt natürlich für alle Menschen und nicht nur Frauen, die dem Islam angehören. Für mich ein ganz wichtiges Statement, denn letztendlich können wir voneinander profitieren. Wir leben in einer bunten Welt voller Vielfalt, die wir genießen sollten, anstatt nur Ablehnung zu empfinden oder zu praktizieren. Wenn sie jede/r Leser_in dieses Artikel selbst reflektiert und sich auf das Wesentliche besinnt, dann war es ein Gewinn, sich dieser Herausforderung zu stellen und "Schamlos - Ausgrenzung durch fehlende Akzeptanz" zu verfassen. 




Meine komplette Meinung zum Buch kannst du HIER! nachlesen.




Übersetzt aus dem Norwegischen von Maike Dörries
ISBN: 978-3522305211 
15€










08.04. Schamlos - 3 junge Frauen gehen in die Offensive - Sarah
09.04. Fremde Kulturen - Rachel
10.04. Ausgrenzung durch fehlende Akzeptanz - Melanie
11.04. Negative Sozialkontrolle – Marie- Isabel
12.04. Ich bin ich, und wer bist du? Ricky 


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