Sonntag, 3. Februar 2019

Über die Macht der Kommunikation -Verbal und nonverbal


Vielleicht passiert ein Wunder
FISCHER Sauerländer - Ab 14 Jahren - ISBN: 978-3-7373-5560-5 - 16,99€




"Vielleicht passiert ein Wunder" ist eine wirklich wunderschöne Liebesgeschichte, deren Inhalt mich auch nachträglich einige Tage begleitet hat. Sehr warmherzig und ausgeschmückt erzählt die Autorin von zwei Jugendlichen, die sich gegenseitig ergänzen können durch die Macht der Kommunikation. Steffi, die normalerweise sehr still ist, lernt zu sprechen und dieses verbal und nonverbal, da sie sich anhand von Gebärdensprache mit Rhys auseinandersetzen kann. Rhys ist Gehörlos und hat es gelernt von den Lippen abzulesen. In ihrer eigenen Sprache, die überwiegend aus Gebärden besteht, wird aus ihnen ein Paar und dieses ist zwar vorhersehbar, dadurch aber nicht weniger schön.  Trotz sprachlicher Barrieren finden zwei sehr außergewöhnliche Jugendliche zueinander und tragen genau dieselben Probleme mit sich, wie Jugendliche ohne ein Defizit. Vielleicht ist diese Liebesgeschichte daher nur im ersten Moment anders und entwickelt sich dahingehend zur Normalität? Für mich war es ganz wunderbar dieses Paar zu begleiten innerhalb ihrer Alltäglichkeiten, die Schule und auch Familie betrifft. Steffis Mutter handelt in meinen Augen nicht immer zielgerichtet und baut eher Barrieren auf als ab. Hinzu kommt, dass Steffi ein Scheidungskind ist und zwischen ihren Eltern hin und hergereicht wird, zumindest kam es mir oftmals so vor, wobei ich Steffis Vater um einiges sympathischer finde, denn er sieht zwar Steffis Probleme der Stille und dennoch gibt es da eine unausgesprochene Akzeptanz, während Steffis Mutter ihre Tochter immer wieder herausfordert, was ich als echt schmerzlich empfand. Ein Kind, welches nicht spricht und unter selektivem Mutismus leidet, sollte meiner Meinung nach einfach mehr Verständnis entgegengebracht werden, zumal sich Steffi wirklich bemüht zu sprechen.

Da "Vielleicht passiert ein Wunder" in der Ich - Perspektive geschrieben wurde, ist ein schneller Einstieg in die Protagonistin Steffi gewiss. Mir hat es sehr gefallen, dass sie sehr natürlich und authentisch beschrieben wird. Wenn man mal den selektiven Mutismus außer acht lässt, wäre Steffi ein ganz normaler Teenager, da sie sich mit denselben Problemen herumschlägt wie ihre Altersgenossen, wo es eben auch um die erste Liebe und Freundschaften geht. Hinzu kommen natürlich auch Familienprobleme, denn wie schon erwähnt, muss Steffi hart dafür kämpfen zur Uni gehen zu dürfen. Sie und Rhys gehen dazu Wege, die sehr mutig sind und letztendlich einen Ausgang haben, der nicht vorhersehbar ist, wobei es für Steffi große Hürden zu überwinden gilt, die sie mit Bravour meistert. Als Leserin war ich schon ein klein wenig stolz auf sie. Dieses ist schon als kleines Wunder zu bezeichnen und führt aber dennoch fast zur Trennung von Rhys und Steffi. Ich habe mir hier ein Happy End und eine Aussprache gewünscht, die ich letztendlich auch zu meiner vollsten Zufriedenheit bekommen habe.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich die mich wirklich rundum wohlgefühlt habe und die sprachlichen Defizite nur anfänglich wahrgenommen habe, da diese nicht im Fokus dieser wunderbaren Liebesgeschichte liegen. Für jugendliche Leser_innen ab 14 Jahren bestens geeignet. 

★★★★★ 

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