Sonntag, 4. März 2018

Schizophrenie


Arno Strobel

Im Kopf des Mörders - Kalte Angst

Taschenbuch
368 Seiten - Fischer Taschenbuch 978-3596296170 - 9,99€

Oberkommissar Max Bischoff traut seinen Ohren nicht, als ihn der Leiter der Klinik für Forensische Psychiatrie in Langenfeld anruft und ihm mitteilt, dass er wichtige Informationen zu einem aktuellen Fall hat. Einem Fall, der Max Bischoff und seinem Partner Horst Böhmer nichts als Rätsel aufgibt. Denn scheinbar wahllos dringt ein Unbekannter, der sein Gesicht unter einer Fliegenmaske verbirgt, nachts in Wohnungen und Häuser ein. Er überwältigt die Bewohner und lässt jedes Mal nur einen Überlebenden zurück. Und eine Botschaft: „Erzähl es den anderen.“
Und jetzt der Anruf aus der Langenfelder Psychiatrie. Siegfried Fissmann, einer der Patienten dort und selbst ein verurteilter Mörder, sagt diese Morde genau voraus. Bischoff bleibt nichts anderes übrig, als sich auf Fissmann einzulassen, wenn er verhindern will, dass noch weitere Menschen sterben. Auch wenn das bedeutet, dass er selbst an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit gerät 





"Im Kopf des Mörders - Kalte Angst" beinhaltet das Grauen. Fliegen werde ich nun mit anderen Augen betrachten. Ich empfinde sie schon immer als widerlich und nervend, aber in Arno Strobels neustem Thriller sind sie dermaßen abstoßend, dass sie mich wirklich aufs Äußerste gegruselt haben. Vor einigen Jahren war ich auf einer Lesung des Autors, in er er eine Kurzgeschichte vorgelesen hat, die wenn ich mich nicht irre "Die Fliege" hieß. Die Kurzgeschichte war äußerst amüsant, während hier im Thriller die Fliegen einen bitteren Beigeschmack erhalten, da sie den Tod bringen, bzw. für Tod und Verderben stehen. Bisher habe ich "Herr der Fliegen" noch nicht gelesen, bin nun aber neugierig genug, mir das Buch oder auch den Film genauer anzusehen. Dafür mein Dank, dass ich jetzt immer eine Fliege mit diesem Thriller verknüpfen werde. Eine fiktive großartige Story, die mich ab der ersten Seite sehr gepackt hat. 
Gleich zu Beginn steht ein Mord, dem einige weitere folgen werden. Die Schrift ist kursiv und als Leserin weiß ich nun, dass der Fliegenmann erneut zuschlagen wird. Es bleibt bis auf einen Mord immer eine Person übrig. Eine Person die dazu aufgefordert ist, es allen anderen zu erzählen. Aber wer sind die anderen und wie kann es sein, dass Siegfried Fissmann die Morde im Voraus sehen kann? Er sitzt in der Forensik fest und hat keine Kontakte nach außen. Ein Rätsel, welches sich zu lösen lohnt. Was klar wird, gerade in den letzten Abschnitten des Thrillers, ist, dass Schizophrenie dann entsteht, wenn Menschen Grausames erleben und sich dies durch ihr ganzes Leben führt. In diesem Fall ist es eine Art Selbstschutz der entsteht, wobei es den Drang zu morden natürlich nicht erklärt. Ich fand dieses Einflechten einer psychischen Erkrankung gut gewählt und fasziniert davon, welche Wege der Autor zu gehen bereit war. Natürlich ist es überspitzt und auch hier und da nicht ganz logisch für mich, aber die Spannung, die erzeugt wurde, ist definitiv gelungen, daher mag ich sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen und durch den Cliffhanger am Ende freue ich mich natürlich schon auf Februar 2019, wenn ein weiterer Fall von Max Bischoff erscheint, der scheinbar nie zur Ruhe kommen wird.  
Ich mag es in Buchreihen sehr alte Bekannte wieder zu treffen in all ihren Eigenarten und dem Bemühen einen Mordfall aufzulösen. Mit Max Bichoff wurde eine ungewöhnliche Person erschaffen, die schon im ersten Band Sympathiepunkte einheimsen konnte. Ein Ermittler, der Schlimmes erlebt hat und dennoch versucht aufzustehen und weiter zu machen. Sich nicht versteckt zwischen Trauer und Schmerz, sondern seine eigenen Methoden entwickelt und sich dabei nicht selbst bremst. 

★★★

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