Samstag, 30. September 2017

Liebe und Leben sind oft idiotisch

Sabine Schoder

So was passiert nur Idioten. Wie uns.

Paperback

Viki und Jay sind das absolute Traumpaar, das auch nach Monaten noch auf Wolke sieben schwebt. Endlich ist alles gut, endlich hat Viki jemanden gefunden, dem sie vertrauen kann, der ohne Wenn und Aber zu ihr steht. Doch dann findet Viki heraus, dass Jay sich nachmittags heimlich duscht. Das tut doch nur jemand, der etwas zu verbergen hat. Oder?

Da ist etwas, das Jay ihr verschweigt. Etwas, das sich eiskalt in Vikis Herz bohrt.
Setzt er alles, was sie hatten, einfach so aufs Spiel?



Nachdem mir das Debüt der Autorin "Liebe ist was für Idioten. Wie mich" nach einigen Startschwierigkeiten letztendlich sehr zusagte, war meine Erwartungshaltung für die Fortsetzung des Romans dementsprechend hoch. Cover und auch Titel zeigen recht deutlich, dass die beiden Romane zusammen gehören. Letztendlich unterscheiden sich die beiden Romane dennoch, denn der Inhalt der Story ist von der Thematik her komplett anders. Während Viki und Jay im ersten Band zueinander finden, leben sie sich in "Sowas passiert nur Idioten. wie uns" komplett auseinander. Dies geschieht täglich in Beziehungen überall auf der Welt und wäre nichts Besonderes, wenn nicht die Tatsache da gewesen wäre, dass Offenheit einige Krisen nicht hätte aufkommen lassen. Ein Mann der heimlich duscht macht sich verdächtig und natürlich käme auch mir der Gedanke an eine andere Frau. Ist ja nun nicht wirklich an den Haaren herbei gezogen. Anstatt miteinander zu reden wird sich erst einmal getrennt und die Wunden geleckt. Viki wird regelrecht depressiv. Die Atmosphäre im Buch ist also schon mal recht traurig zu Beginn und zieht sich auch etwas hin, bis wir als Leser/-innen Klarheit über das Drama in Vikis Vergangenheit bekommen und auch Erkenntnis über Jays Verhalten. Dies geschieht in Bezug auf den vorherigen Band "Liebe ist was für Idioten. Wie mich", den man zwar nicht zwingend kennen sollte, aber es doch für die eine oder andere Verständnisfrage hilfreich wäre. "Sowas passiert nur Idioten. wie uns" ist zwar eine eigenständige Story und dennoch war es zumindest für mich hilfreich, dass mir der erste Band bekannt war. Ich konnte mich deshalb ein klein wenig in Jay und Viki hineinversetzen, was natürlich nicht heißt, dass ich dieses oder jenes Verhalten gut heißen konnte. 

Geschrieben ist das Buch aus sechs Perspektiven, was die Stimmung auflockert und auch interessant gestaltet. Selbst der Hund kommt zu Wort und das bringt einfach ein klein wenig Schwung in die mitunter doch düstere Atmosphäre.

"Sowas passiert nur Idioten. wie uns"beginnt drei Jahre später und mich hätte sehr interessiert, was in der Zwischenzeit passiert ist, da schon der erste Band sehr dramatisch war. Das Drama zieht sich weiter hin und mir fehlt ein klein wenig Offenheit. Menschen die ich liebe sollten mich durch und durch kennen und auch durch Krisen mit mir gehen. Gleich die Flinte ins Korn zu werfen fand ich ehrlich gesagt übertrieben, zumal sich Jays Heimlichtuerei als etwas ganz anderes darstellt. Wenn es nicht so traurig gewesen wäre, hätte ich es als ganz witzig empfunden.

Im Gesamtpaket ist "Sowas passiert nur Idioten. wie uns" sehr gelungen. Was ich nicht verstehe, ist die Altersempfehlung von 14 Jahren. Die Story selbst passt keineswegs in das empfohlene Lesealter und die Thematik, das Drama ist einfach nicht altersgemäß. In meinen Augen ist "Sowas passiert nur Idioten. wie uns" auf keinen Fall ein Kinder - und Jugendbuch, da es einfach viel zu schwer zu lesen ist. Schwer deshalb, da sich der Roman mit einigen Themen auseinandersetzt mit denen junge Menschen sich noch nicht auseinandersetzen müssen, bzw. sollten.

Ich vergebe dennoch eine Leseempfehlung trotz kleiner Schwächen des Romans. Der erste Band hat mich mehr begeistert und zufriedengestellt, daher war gleich zu Beginn meine Erwartung an "Sowas passiert nur Idioten. wie uns" sehr hoch und konnte sich leider nicht komplett erfüllen. Die Story selbst ist rund, aber mir fast schon ein klein wenig zu theatralisch und aufgesetzt, dass es ein wenig an Glaubwürdigkeit fehlt. Viki und Jay sind definitiv keine Menschen wie du oder ich, dafür haben sie viel zu viele Päckchen der Vergangenheit die aufgearbeitet werden müssen, um ihrem gemeinsamen Leben mehr Freude und Farbe zu geben. Da vieles unausgesprochen bleibt. wird es immer wieder zu Auseinandersetzungen kommen. Der Epilog haut vieles wieder raus und gewünscht hätte ich mir die Lebensfreude im kompletten Roman, daher leider nur ★★★★.

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