Dienstag, 19. September 2017

Ein komplett "unperfekter" Plan


Ginny Moon hat einen Plan

Ginny Moon ist vierzehn Jahre alt, liebt Michael Jackson -- und wenn sie nicht jeden Morgen neun Trauben frühstücken kann, droht der Tag in einer Misere zu versinken. Bei ihren dritten Pflegeeltern hat sie endlich ein Zuhause gefunden. Andere wären jetzt glücklich. Aber Ginny versteht die Welt nach ihrer eigenen Logik. Ob ihre leibliche Mutter nun gemeingefährlich ist oder nicht: Ginny muss sie finden. Dafür nimmt sie nicht nur Verfolgungsjagden mit der Polizei und die eigene Entführung in Kauf, sondern muss auch lernen, dass sich das Leben manchmal nicht in ungeraden Zahlen fassen lässt …

  • Gebundene Ausgabe: 380 Seiten
  • Verlag: HarperCollins 
  • ISBN-13: 978-3959670999
  • Originaltitel: Forever Girl
  • 18,00€



"Ginny Moon hat einen Plan" besticht durch eine wunderbar gezeichnete Protagonistin. Ginny ist ein Pflegekind und dazu noch Autistin, was einen straffen und strukturierten Tagesablauf erforderlich macht. Mich hat sehr fasziniert, wie der Autor mit dieser Entwicklungsstörung umgegangen ist. Eine Störung, die mir in meinem beruflichen Umfeld immer wieder begegnet. Die Pflegeeltern sind oftmals überfordert und gerade als ein Baby unterwegs ist und dieses dann auch geboren verändert sich die Stimmung innerhalb des Haushaltes. Erstmals wird das Potential Ginnys während der Babypflege komplett unterschätzt, da niemand weiß, was Ginny alles leisten könnte. Ginny entwickelt einen regelrechten Wahn und je mehr Informationen ich während des Lesens bekam, umso erstaunter wurde ich. 
"Ginny Moon hat einen Plan" steckt voll Überraschungen, die manchmal sehr schmerzen, denn die Vergangenheit Ginnys lässt sich nicht ausradieren, sondern wird immer wieder hier und da hervorbrechen. Uns Erwachsenen scheint oftmals nicht bewusst zu sein, inwieweit wir unsere Kinder prägen oder eben auch schädigen. In Ginnys Fall kommt dann noch Autismus hinzu, was die Sache vielleicht noch erschweren könnte eine psychologische Betreuung anzufordern. Ginny hat regelmäßige Therapiestunden und dennoch empfand ich diese kurzen Einblendungen hin und wieder unnötig. Für Ginny selbst hätte ich mir etwas anderes gewünscht, zumal die Pflegemutter sich nach Wendys Geburt komplett zurückzieht. Es scheint als hätte sie Angst vor Ginny, dabei weiß Ginny ganz genau, wie man ein Baby versorgt.


Mir ging  "Ginny Moon hat einen Plan" sehr nah. Es handelt sich hierbei um einen wirren, mitunter chaotischen Roman, der Autismus ganz klar in den Vordergrund gerückt hat, ohne dabei zu überfordern. Die Story an sich ist sehr gelungen und die 380 Seiten sehr zügig gelesen. Die Schriftgröße war sehr angenehm und sorgte dafür, dass ich mich sehr gut auf die Story einlassen konnte. Ginny hat mir sehr gefallen, auch wenn sie natürlich in manchen Dingen wirklich übertrieben dargestellt wurde. Auf der anderen Seite wirkte es aber auch sehr authentisch. "Ginny Moon hat einen Plan" steckt voller Überraschungen, die dem Roman einiges an Wert vermitteln konnten. Ich möchte sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen über ein ganz besonderes Mädchen, welches erst zum Ende der Story wirklich wertgeschätzt werden kann. 

★★★

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