Mittwoch, 5. Juli 2017

Sensationell gelungen - Huff und Gray


Leonie Swann

GrayKriminalroman

Gebundenes Buch mit SchutzumschlagISBN: 978-3-442-31443-022€Goldmann



Nach dem sensationellen Erfolg von »Glennkill« der neue Tierkrimi von Leonie Swann!

Dr. Augustus Huff, Dozent an der berühmten Universität von Cambridge, hat plötzlich ein Problem: einer seiner Studenten ist in den Tod gestürzt. Nur ein tragischer Unfall oder Mord? Augustus vermutet Letzteres, denn das Opfer war alles andere als ein Engel. Ein Mörder im Elfenbeinturm – das darf nicht sein, und so macht sich Augustus, unterstützt von Gray, dem Graupapageien des Verstorbenen, auf die Suche nach dem Täter. Der Vogel erweist sich aber als vorlautes Federvieh, und zuerst stolpert Augustus von einem Fettnäpfchen in das nächste. Doch schon bald ist es Gray, der die richtigen Fragen stellt und Augustus begreift: nur gemeinsam können sie es schaffen, diese harte Nuss von einem Fall zu knacken.




"Gray" besticht durch seine außergewöhnlichen Protagonisten und begeisterte mich komplett. Auf der einen Seite Krimi und auf der anderen Seite ein amüsanter Lesespaß, da Gray ab der ersten Seite mein Herz erobern konnte. Der Graupapagei ist sehr intelligent und ist letztendlich für die Mörderjagd ausschlaggebend, denn er ist Teil des Rätsels, welchem Dr. August Huff aufzuklären versucht. Am Anfang lässt die Spannung ein klein wenig auf sich warten, um dann irgendwann gnadenlos zuzuschlagen. Mich hat sehr fasziniert, welche Gedankengänge Huff aufweist und dadurch dem Mörder immer näher kommt. War es überhaupt Mord? Oder doch ein Unfall? Elliot der Student, der in den Tod stürzte scheint ein zweites Gesicht zu haben und es erhöht die Spannung, dass er nur als Leiche auftritt und sein Leben nach und nach beleuchtet wird.
Als Leserin fühlte ich mich definitiv wohl, was auch an den Fettnäpfchen liegen konnte, in die Huff regelmäßig tritt. Die Ermittlungen sind zwar anfänglich recht lahm und entwickeln sich nur langsam, was aber nicht schadet, sondern dem Krimi einen gewissen Reiz bietet. Ich konnte mich komplett auf Gray und Huff einlassen. Es war fast schon bedauerlich zu nennen, irgendwann Abschied nehmen zu müssen, da mir dieses außergewöhnliche Paar wundervolle Lesestunden beschert hat.
Gray der Graupapagei ist anhänglich und verfügt über einen gewaltigen Wortschatz. Natürlich war mir zuvor bewusst, dass Papageien schlaue Vögel sind, dennoch war es amüsant, dass ein Papagei als Protagonist genutzt wird, um einem Krimi das gewisse Etwas zu verleihen. Es war nicht mein erstes Buch, indem ein Tier den Hauptakteur mimt, dennoch war ich überrascht, wie gelungen ich es empfand. Augustus Huff wird dadurch lediglich zum Nebendarsteller. Augustus wirkt fast schon ein wenig blass.
Die Tagebucheinträge des Luftikus werden hier und da eingefügt und verbreiten eine gewisse Spannung, da sie mich als Leserin immer wieder auf falsche Fährten führen konnten. Ich war bis zum Ende hin nicht eindeutig überzeugt davon, was sich nun letztendlich über den Dächern von Cambridge abgespielt hat und warum Elliot den Tod finden musste. Augustus Huff konnte gemeinsam mit Gray brillieren und es entwickelte sich nach und nach ein Verantwortungsgefühl für den Papagei, der sich seinen neuen Besitzer fast schon selbstständig aussuchte. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einem Mörder und geraten dadurch selbst in Gefahr. Geheimnisse werden preisgegeben und nicht alles war auf den ersten Blick ersichtlich, sodass Huff immer wieder falschen Spuren nachgeht und sich hier und da auch verzettelt.
Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung an ein für mich doch recht außergewöhnlichen Krimi, der durch einen Graupapagei brillieren konnte. Humor trifft auf Spannung und ist im Gesamtergebnis sehr ausgewogen. Für mich das erste Buch der Autorin, aber sicherlich nicht das Letzte, da ich den Schreibstil sehr ansprechend empfand und mich einige Stunden wirklich hervorragend unterhalten gefühlt habe.

★★★


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