Montag, 10. April 2017

Leider etwas lahm und ohne rechten Spannungsaufbau


Die Grausamen

Thriller

576 Seiten - ISBN: 978-3-426-30603-1 - 16,99€ - Droemer TB 
Der erste Ermittler-Krimi von US-Bestsellerautor John Katzenbach: genial geschrieben, abgründig, packend! 

Eigentlich sollte es nur ein kurzer Weg sein. Wie immer. Unzählige Male schon ist die dreizehnjährige Tessa Gibson in dem noblen Vorort, in dem sie lebt, von ihrer besten Freundin nach Hause gelaufen.
Doch in dieser Herbstnacht kommt sie dort nicht an, verschwindet spurlos, wie vom Erdboden verschluckt. Die Stadt ist schockiert, Angst breitet sich aus, Tessas Familie zerbricht – der Fall wird nie aufgeklärt.
Zwanzig Jahre später werden zwei abgehalfterte Ermittler auf den Fall angesetzt. Gabriel („Gabe") ist Alkoholiker, traumatisiert von einer Familientragödie. Marta, eine ehemalige Drogenfahnderin, hat bei der Verfolgung eines Dealers versehentlich ihren Partner erschossen.
Die beiden stoßen auf eine bislang unentdeckte Spur: Kurz nach Tessas Verschwinden ereigneten sich vier brutale Morde an jungen Männern, und offenbar besteht eine Verbindung zwischen diesen Verbrechen. Bei ihren Nachforschungen wird schnell klar, dass die Polizeiführung keinerlei Interesse an der Wahrheit hat. Wer nachbohrt, spielt mit seinem Leben. Und das gilt nicht zuletzt für Gabe and Marta ...




"Die Grausamen" klang nach einem Thriller, der vollgepackt durch Grausamkeit beängstigend und voll von Hochspannung stecken könnte. Zumindest war dieses mein Wunsch. Insgesamt gesehen plätscherte die Story 576 Seiten lang vor sich hin, um mir ab der Mitte des Buches schon den Überraschungsmoment der Auflösung des Falls "Tessa" zu bieten, was mich dann doch ein klein wenig ärgerte. Als Thrillerleserin brauche ich keine blutigen Szenen oder widerwärtige Morde, aber Spannung darf ich erwarten und diese ließ einfach zu lange auf sich warten. 

Ich habe schon vor Jahren einen Thriller des Autors gelesen und als ich nun anfing "Die Grausamen" zu lesen, wusste ich auch wieder, weshalb ich einen großen Bogen um seine Bücher gemacht habe. Ich mag es normalerweise schon, wenn ich in Thrillern Nebengeschichten lese, die sich im nachhinein wie ein Puzzle zusammenfügen, aber dieses ausschließlich zu lesen, gibt einem Thriller nicht die nötige Atmosphäre um Thriller genannt zu werden. Sehr interessant sind die beiden Ermittler gezeichnet, da diese nun im  Cold Case eingesetzt wurden, um alte Fälle neu aufzurollen. Was sie letztendlich entdecken wird leider zu offensichtlich beschrieben, dass mir am Ende wie schon erwähnt, der Überraschungsmoment fehlte, Einige Leichen säumen den Weg von Gabe und Marta und irgendwann geraten sie selbst in Gefahr. Es ist Korruption und deutet darauf hin, dass die Polizei selbst einiges verbockt hat, um den Fall "Tessa" aufzuklären oder haben sie selbst die Hände im grausamen Plan gehabt? 

Wirklich klar, warum der Thriller den Titel "Die Grausamen" trägt, war es mir auch nach Beenden des Thriller nicht. Ich bin wirklich leicht unzufrieden, da meine Erwartung sehr hoch war und ich mich zwar nicht durch den Thriller quälen musste, mir aber komplett der Spannungsbogen fehlte. Ein guter Beginn, ein eher seichter Mittelteil und ein Ende, welches leider zu vorhersehbar war. 

Ich vergebe eine eingeschränkte Leseempfehlung, da mir vieles einfach zu offensichtlich war. Die Story ist gelungen, die Personenzeichnungen sehr gut, aber dennoch empfand ich das Lesen zu langatmig, regelrecht lahm. Einige Abschweifungen weniger hätten dem Thriller nicht geschadet. Vielleicht wäre dann auch echte Spannung aufgekommen? Die Grundidee war nicht schlecht, aber viel zu ausführlich, um mich letztendlich zu begeistern.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen