Freitag, 10. März 2017

Good as Gone


Amy Gentry

Good as GoneEin Mädchen verschwindet. Eine Fremde kehrt zurück. Roman

Paperback, KlappenbroschurISBN: 978-3-570-10323-412,99€C. Bertelsmann


Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …

Good as Gone ist ein von Anfang an atemberaubend spannendes Buch darüber, wie wenig wir die kennen, die wir lieben. Amy Gentry spielt grandios mit verschiedenen Erzählperspektiven und führt die Leser auf zahlreiche falsche Fährten – bis zum fulminanten Finale.




"Good as Gone" ist ein Roman, der sich ganz langsam aufbaut und von Anfang an einen hohen Spannungsaufbau bieten konnte. Es nur als Roman einzuordnen, ist mir ehrlich gesagt zu wenig, da die Spannung einem Psychothriller gleichkommt.
Als Mutter ging mir das Schicksal der Familie sehr nah, denn die Entführung von Julie hinterlässt jahrelang eine riesige Lücke, gepaart mit der Hoffnung, herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Für Eltern ist diese Ungewissheit untragbar und selbst der Wunsch, sein Kind endlich begraben zu können nimmt immer mehr Formen an. Als Julie wieder auftaucht, sieht es aus, als wäre sie eine Fremde, eine Lügnerin. Um hinter die Kulisse der Tochter blicken zu können geht Anna eigentümliche Wege, die aber letztendlich darüber Aufschluss geben darüber, wer ihre "Tochter" wirklich ist. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven ist man als Leserin / Leser oftmals verwirrt, aber genau das ist, was dem Buch die gewisse Note verliehen hat, wie gebannt den weiteren Verlauf folgen zu wollen. Ich war fasziniert von dem gekonnten Aufbau der Story, der eine gewisse Suggestion beinhaltet, die sich zwar erst zum Ende hin aufklärt,aber genau dahin zielen konnte. Es zeigt, wie beeinflussbar wir Menschen sind und es beängstigt mich tatsächlich. Viele Menschen tragen Masken und wenn diese fällt, offenbart sich ein Mensch voll von Hässlichkeit. Dieses ist der Aufhänger des Buches und es entsetzte und faszinierte mich gleichermaßen.  
In meinen Augen war "Good as Gone"ein facettenreicher Roman, der ein Familiendrama beinhaltet und dieses gekonnt ausschlachtet. Die eingeflochtenen psychologischen Elemente sind genial gewählt und zeigen auf, wie schnell wir aus Schutz in andere Rollen schlüpfen können. Der Weg zurück ist hart und dies wird ganz deutlich. Für mich ein sehr gelungenes Buch, welches mich einige Zeit regelrecht gefesselt hat, da ich einige Unklarheiten erst aus dem Weg räumen musste und dies geschah nur durch das Beenden des Romans. Vorerst ist man als Leserin / Leser völlig unvoreingenommen, bis sich das Verwirrspiel einem Ende naht, welches vorher nicht ersichtlich war. Eine ganz klare Leseempfehlung an einen Roman, der mich durch seinen hohen Spannungsbogen wirklich meisterlich gekonnt gefesselt hat.

★★★★★

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