Donnerstag, 9. Februar 2017

Die Idylle eines perfekten Lebens zerstören?


Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit

Klappenbroschur
Knaur TB 
464 Seiten

ISBN: 978-3-426-52056-7
14,99€
Thriller
Raffinierte britische Psycho-Spannung um eine junge Pianistin mit dunkler Vergangenheit – von der Autorin des New York Times-Bestsellers „Toter Himmel“.

Niemals darf Zoes Stiefvater erfahren, was vor drei Jahren geschehen ist. Das hat ihre Mutter Maria der 18-Jährigen wieder und wieder eingetrichtert. Nichts darf die Idylle ihres perfekten neuen Lebens zerstören. Doch als die hochbegabte Pianistin Zoe gemeinsam mit ihrem Stiefbruder ein Konzert gibt, taucht im Publikum ein Mann auf, der Zoe als Mörderin beschimpft. Wenige Stunden später ist ihre Mutter tot. Und es zeigt sich, dass Zoe nicht die einzige ist, die ein dunkles Geheimnis hütet ...

In nur 24 Stunden bricht eine scheinbar heile Welt zusammen: Gilly Macmillan enthüllt ein Familiendrama in perfiden, elegant verschachtelten Häppchen, die es unmöglich machen, diesen Thriller aus der Hand zu legen.






In "Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit" wird sich gleich mehrerer Klischees bedient. Alkohol am Steuer ist eine Straftat und da Zoe dadurch mehrere Menschen mit in den Tod gerissen hat, wird sie zu Jugendarrest verknackt. Natürlich kann dadurch niemand von seiner Schuld befreit werden und Zoe wird rasch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Niemand kann sich ein neues Leben aufbauen, ohne damit rechnen zu müssen trotz neuer Umgebung und neuem Namen unerkannt zu bleiben. Es wurmt mich etwas, dass das neue Leben auf Lügen aufgebaut wurde. Lügen haben immer kurze Beine und dies muss auch Zoes Mutter erkennen, die für ihre Lügen mit dem Leben bezahlt. 

Besonders gut hat mir der Spannungsbogen gefallen, der sich erst nach und nach aufbaut. Das Drehbuch, welches Lucas schreibt, tut sein übriges, um mich wirklich zu fesseln. Auch er bewahrt ein Geheimnis, welches wiederum ein echtes Klischee beinhaltet. Der geplante Neuanfang geht gewaltig in die Hose und Lucas und Zoe müssen Entscheidungen treffen, die nicht nur ihr Leben betreffen, sondern auch ihre Schwester Grace mit einschließt. 

Wer einen blutigen Thriller erwartet, wird maßlos enttäuscht sein. Wer sich aber dennoch auf "Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit" einlässt, wird einen Thriller lesen, der sich von Seite zu Seite mehr und mehr entwickelt. Die unterschiedlichen Eindrücke der Protagonisten sind intensiv und spannend und geben dem Thriller den gewissen Kick. Es fiel mir leicht, mich komplett auf die doch recht komplexe Handlung einzulassen. Es ist keine Schönmalerei, sondern ein echtes Drama letztendlich. Das, was Zoes Mutter mit ihrer Verschwiegenheit erreichen wollte, endet mit ihrem Tod, für den ein Schuldiger / eine Schuldige gefunden werden muss. Es ist ein Ende, mit dem ich nicht rechnete, welches mich aber zufrieden gestellt hat. 

Gleich zu Beginn tauchen wir ein in die Geschehnisse von damals, als Zoe den Unfall verursacht hat. Durch die Blume gibt uns der Autor zu verstehen, dass Cola, die komisch schmeckt vielleicht besser nicht getrunken werden sollte, damit junge Mädchen Herr ihrer Sinne bleiben können, denn letztendlich ist Zoe diejenige, die einen Unfall mit Todesfolge zu verantworten hat. Mich macht dies leicht wütend, denn ganz allein hat sie dieses Unglück nicht zu verantwortlichen, aber vor Gericht wird alles so gedreht und gewendet, dass sie als Alleinschuldige angeklagt und verurteilt wird. Mich hat dieser Wink mit dem Zaunpfahl sehr zum Nachdenken gebracht.

Ich möchte gerne eine Leseempfehlung geben, an einen Thriller, der zwar letztendlich eher ein Familiendrama ist, aber dennoch einiges an Spannung bieten konnte. Interessante Protagonisten und eine Tragödie, die untermauert ist mit leisen Zwischentönen, die sich erst nach und nach entwickeln konnten. 

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