Mittwoch, 15. Februar 2017

Das Leben leben



Stefanie Gregg

Mein schlimmster schönster Sommer

Broschur, 304 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-3321-3 


Erst wenn man alles loslässt, kann das Leben neu beginnen 

Als Isabel aus dem Krankenhaus entlassen wird, weiß sie, dass nichts mehr ist, wie es war. Zum ersten Mal ist sie spontan: Sie kauft einen VW-Bus und fährt einfach los. Eigentlich will sie in die Provence, aber dann kommt alles anders. Eine Reise beginnt, bei der sie Menschen trifft, denen sie sonst nie begegnet wäre, bei der sie ihr altes Leben loslässt und ein neues anfängt – und vor allem eines findet: die Liebe. 

„Stefanie Gregg zeigt uns, wo die Hoffnung liegt: Immer direkt vor uns. 
Aberwitzig und bittersüß.“ Nicole Neubauer

Isabel kommt aus dem Krankenhaus zurück: die Diagnose ist niederschmetternd. Ein Tumor. Männerfaustgroß. Mitten in ihrem Körper. Wie es weitergeht, wird sie erst in zwei Wochen erfahren. Aber wie wartet man auf sein Todesurteil oder seine Lebenschance? Die sonst so rationale Isabel macht etwas, was sie noch nicht getan hat: spontan sein. Auf dem Rückweg vom Krankenhaus kauft sie kurzentschlossen einen alten VW-Bus und bricht auf. Eigentlich will sie in die Provence, aber dann kommt es anders. Es ist eine Reise, bei der sie Abschied vom Leben nimmt und ein ganz neues beginnt. 




2.4.2010, 8:00 »Du wirst sterben.« »Ja, aber noch nicht.« »Ja, aber dann.« »Interessiert mich nicht.« »Aber, aber.« Wolfgang Herrndorf, Arbeit und Struktur

"Mein schlimmster schönster Sommer" ist eine Hommage an das Leben, welches eigentümlich, amüsant und auch voller Hoffnung geschrieben wurde. Mir hat gefallen, dass all das Chaos in Isabels Leben dazu führt umzudenken und sich neuem zu öffnen. Die Diagnose die Isabel erhält, erfordert Kraft und Mut. Isabel muss Entscheidungen darüber treffen, ob sie sich in Selbstmitleid suhlt oder ob sie ihr Leben loslässt und endlich anfängt zu genießen. Im Job und Beziehung herrschte Gleichgültigkeit und Spontanität scheinen nicht zu ihr zu passen. George ihr Lebensgefährte ist komplett durchstrukturiert und Isabel lebt komplett angepasst. Nun entwickelt sie sich zu einer wahren Abenteurerin und findet endlich die große Liebe. Es ist wundervoll Isabels Verwandlung zu folgen, denn das was ihr letztendlich bleibt ist das Gefühl von Glück und Zufriedenheit. Es ist als wäre dieses Abenteuer gemeinsam mit Rasso ein Abschied und dennoch ist es ein Neuanfang. 

Ich empfand diesen Roadtrip ins Leben hinein als sehr wehmütig, aber eben auch auf eine herausragende Weise als wunderschön, denn für Isabel dreht sich urplötzlich nicht mehr alles um den diagnostizierten Tumor, der ihr strukturiertes Leben komplett auf den Kopf stellt. Isabel bricht heraus aus Zwängen und Ordnung und erscheint letztendlich überglücklich. Dort wo Schwermut überschattete, entstehen ganz neue Emotionen, die Isabel gefangen nehmen können und einen Ausbruch aus alle dem vorherigen möglich machen. 

Die Kapitel sind kurz und knackig gehalten und eine Pusteblume begleitet uns den ganzen Roman über. Vielleicht soll sie Leichtigkeit und Loslassen demonstrieren? Es würde passend erscheinen, denn Loslassen ist das, was Isabel lernt innerhalb des Romans. Letztendlich gelingt dieses ihr auch. Sie ebnet nicht nur ihren Weg, sondern auch den von Rasso. Anfänglich erschienen diese beiden Menschen bunt zusammengewürfelt und erst nach und nach stellt sich heraus, dass es das Beste ist, was ihnen hätte passieren können. Manchmal kreuzen ungewöhnliche Menschen unseren Weg und es wird erst später klar, dass sie uns gut tun und doch zu unserem Leben passen, da sie durch ihre ganz eigene Art und Weise dazu bestimmt sind, uns zu verändern oder uns lehren umzudenken.

Gerne eine Leseempfehlung an "Mein schlimmster schönster Sommer". Ein Roman der herrlich chaotisch ist und uns quasi dazu zwingen wird, unser Leben zu leben und hier und da vielleicht einfach Loszulassen und uns aus Zwängen zu befreien. 






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