Dienstag, 27. Dezember 2016

Psychotisch aufwühlend



Es beginnt am siebten Tag



472 Seiten - Taschenbuch - 9783959670555 - 15€ -   Harper Collins


Der Albtraum einer jeden Mutter: Die fünfjährige Anna ist verschwunden, als Rechtsanwältin Julia sie von der Schule abholen will. Wurde sie entführt? Ist sie tot? Sechs Tage und Nächte voller Angst, sechs Tage voller Selbstvorwürfe. Am siebten Tag taucht das Mädchen wieder auf. Es scheint unverletzt und hat keine Erinnerung an das, was geschah. Julia und ihr Mann Brian sind unendlich erleichtert. Bis Julia merkt, dass das Schlimmste für sie nun erst beginnt. Denn wer auch immer ihre Tochter in der Gewalt hatte und wiedergebracht hat, will nicht das Kind vernichten …
Ein Mädchen verschwindet. Doch der wahre Albtraum beginnt, als sie wieder auftaucht – am siebten Tag.

"Es beginnt am siebten Tag" beginnt mit der Entführung der kleinen Anna. Diese Entführung war nur möglich, da ihre Mutter sich verspätete. Die Angst und Sorge der Eltern ist nachvollziehbar und sehr authentisch. Die Schuldgefühle und Selbstvorwürfe von Julia sind greifbar. Die Presse stürzt sich auf sie wie die Geier und letztendlich steht sie als Rabenmutter da, die ihr Kind nicht verdient hat. Die Medien bringen Dinge zutage, die Julia in ein immer schlechteres Licht rücken. Woher haben sie diese Informationen und was bezwecken sie damit? Das Verschwinden von Anna kann Julias und Brians ehe nicht kitten. Edna sorgt dafür, dass alles nur noch schlimmer wird und nachdem Anna nach fünf Tagen ohne Erinnerung zurückkehrt, beginnt das wahre Martyrium. Echter Wahnsinn wird deutlich, denn wir tauchen in das aktuelle Geschehen ein, teilen aber auch gleichzeitig die Gedanken des Entführers. Es scheint eine Strafe zu sein, die lediglich Julia betrifft. Ein ausgefeilter Plan, dessen Ende noch nicht geschrieben wurde. Oftmals hatte ich Verdachtsmomente, die sich letztendlich auch bestätigten. Es geht definitiv um Macht und darum, sich völligst unterzuordnen durch Angst. Es ist wirklich gruselig, zu welchen Gräueltaten Menschen fähig werden. Julia erscheint nicht als die Person, die sich gleichgültig verhält. Sie beginnt wie eine Löwin zu kämpfen, was mir deutlich machte, wie stark Mutterliebe uns Frauen machen kann. Aus diesem Grund empfand ich "Es beginnt am siebten Tag" als sehr gelungen. "Es beginnt am siebten Tag" ist eindeutig als Thriller zu betrachten, da sich die Spannung nach und nach aufbaut, um dann mit einem echten Kracher, der zwar rasch zu erkennen war, endet. Wirkliche Überraschungen boten sich mir nicht, aber dennoch habe ich ein leichtes Unwohlsein und Hochspannung wahrnehmen können. Der Schrecken kommt schleichend, um sich dann in einem lauten Knall zu entzünden. Echter Wahnsinn wird deutlich und das Ende des Thrillers ist genauso, wie ich es mir gewünscht hätte. Niemand darf ungestraft davonkommen, auch wenn er / sie es noch so schlau angestellt hat und über Jahre hin straffrei geblieben ist. Irgendwann macht man Fehler und diese sind es, die einem das Genick brechen werden. 

Fazit:
Schleichende Spannung, die erst nach und nach zum Tragen kommt, um dann letztendlich in einem gewaltigen Showdown zu enden. Überraschungen gibt es wenige, dennoch werden am Ende Dinge deutlich, die auf eine gewaltige Psychose hindeuten. Der Drang nach kompletter Machtübernahme über andere Menschen (selbst die, die einem nahestehen) ist nicht utopisch und sicherlich in einigen anderen nicht fiktiven  Familien sichtbar. Wer zu schwach ist sich dagegen zu wehren, hat eigentlich schon verloren. Julia führt einen Kampf, den sie eigentlich schon verloren hat, oder nicht?


★★★


Mein Dank an   und Harper Collins für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares!

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