Samstag, 5. November 2016

Hat leider nicht komplett überzeugt



Cat Clarke

Falsche Schwestern

Paperback
Aus dem Englischen von Jenny Merling
400 Seiten - ab 14 Jahren - ISBN: 978-3-8414-0225-7 - 14,99€ - FJB 


Vor 13 Jahren verschwand meine Schwester. Jetzt ist sie wieder da. Nichts ist, wie es war. ›Falsche Schwestern‹ von Cat Clarke ist ein psychologischer Spannungsroman, der unter die Haut geht.

Stell dir vor, du hast deine Schwester verloren. Kidnapping. Seit der Entführung vergehen deine Eltern vor Kummer. Das Loch, das deine Schwester in der Familie hinterlassen hat, ist immer schmerzhaft präsent. Alles fällt auseinander.
Stell dir vor, deine Schwester taucht plötzlich wieder auf. 13 Jahre später! Bei deinen Eltern ist die Freude riesig. Alle scheinen glücklich, aber sie drängt sich so in den Mittelpunkt, dass für dich kein Platz mehr in der Familie ist. Sogar deinen Freund spannt sie dir aus.
Doch dann passiert etwas, das alles verändert.

Faith kennt ihre Schwester Laurel eigentlich nur von einem Foto. Ein lächelndes sechsjähriges Mädchen, das eines Tages spurlos aus dem Garten verschwand. Für Faith Familie beginnt ein Albtraum: Angst, Kummer, Pressekonferenzen, großangelegte Polizeisuche und Paparazzi. Doch dann, mehr als 13 Jahre später kommt ein Anruf. Eine junge Frau ist aufgetaucht. Und sie hat Laurels Teddy im Arm. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen: Endlich hat Faith ihre große Schwester zurück. Dann aber schlägt ihre Freude um. Irgendetwas fühlt sich verdammt falsch an … In Faith wächst ein schrecklicher Verdacht. 

Jeder erinnert sich an den Fall Natascha Kampusch. ›Falsche Schwestern‹ ist in packender Was-wäre-wenn-Roman über eine Entführung, bei der das Mädchen nach 13 Jahren zurückkehrt. Das Drama was sich in der Familie und zwischen den Geschwistern anbahnt, ist aufwühlend und höchst berührend.



Der Klappentext zu "Falsche Schwestern" versprach echte Hochspannung, der bis zur Mitte des Romans auch sehr gut aufrecht erhalten werden konnte, danach schleicht sich leider ein klein wenig Langeweile und Oberflächlichkeit ein. Es erschien mir, als wäre der Autorin der Atem ausgegangen und sie wollte ihr Story zügig beenden. Mich hat das Ende leider nicht überzeugt, da es unglaubwürdig und die Ereignisse sich überschlugen. Emotional konnte es mich leider nicht packen. Ich hatte schon zuvor die eine und andere Rezension zu "Falsche Schwestern" gelesen und wollte mir unbedingt selbst ein Bild machen. Der Anfang des Buches war wirklich vielversprechend und ich zweifelte an den Aussagen einiger Rezensenten. Als ich immer weiter in der Story voran geschritten war, fing ich an zu verstehen, denn auch mir erschien die Story zu dick aufgetragen und ich sehnte das Ende herbei. Wirklich überrascht wurde ich nicht, denn eine Ahnung, das irgendetwas faul ist an Laurel wird schnell klar. Was es letztendlich tatsächlich ist, konnte mich dann leider nicht mehr umhauen, dafür war es zu seicht und lieblos. Natürlich ist in Anlehnung an den Fall Natascha Kampbusch das Thema immer aktuell, aber dennoch hätte ich irgendwie etwas anderes erwartet. Es passiert alles viel zu nahtlos und der Schrecken der ersten Seite verfliegt. Wir werden in eine zerbrochene Familie gestoßen, die das Schlimmste was es gibt durchmachen müssen: Die Entführung der Tochter / Schwester, 13 Jahre später erscheint diese aus dem Nichts heraus und da sie den DNA Abgleich ablehnt, kommen schon schnell die ersten Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit. Manchmal lassen mich die Geschehnisse innerhalb der Familie meine Zweifel vergessen und ich erlebe Faith als Schwester, die immer im Schatten ihrer älteren Schwester stand und sich selbst unglaublich klein macht. Ich verstehe ihre Schuldgefühle nur bedingt, denn sie war ein kleines Mädchen als ihre Schwester verschwand. Ihre Kindheit wird überschattet durch die Entführung und das die Ehe der Eltern zerbricht, die Mutter Depressionen bekommt, ist ein fast schon natürlicher Vorgang, zumindest nicht ungewöhnlich. Man sollte meinen, es ändert sich von der emotionalen Seite her ein klein wenig, als Laurel wieder auf der Bildfläche erscheint, aber weit gefehlt, denn Faith lebt jetzt noch deutlicher im Schatten ihrer Familie. es ist schon recht grausam, wenn man das eine Kind verherrlicht und das andere nur ganz nebenbei beachtet wird. die Sorgen und Ängste der Eltern sind mehr als überdeutlich, dennoch vergessen sie oft das Kind, welches sie auch gebraucht hätte. Für Fremde ist Faith dadurch interessant, da sie die Schwester des Kindes ist, welches ständig durch die Medien kreist und 13 Jahre lang nicht auffindbar ist. Man hätte aus der Story sehr viel mehr herausholen können und das Ende nicht einfach abwürgen müssen. Mir hat irgendetwas Grundlegendes gefehlt, was ich tatsächlich nicht benennen kann. 
Fazit: Von mir eine bedingte Leseempfehlung für "Falsche Schwestern", einen Roman, der für die angegebene Altersgruppe ab 14 Jahren absolut passend erscheint, mir aber nicht gefallen wollte, da irgendwann zu viel an Eindrücken entstanden sind, die mich erschlugen, aber leider nicht bewegten. Schade!

★★★

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