Mittwoch, 23. November 2016

Begraben



Bernhard Aichner

Für immer totEin Max-Broll-Krimi

 

Taschenbuch, Broschur

ISBN: 978-3-442-71366-09,99€btb



Um sie herum ist alles dunkel. Sie hat keine Ahnung, wo sie sich befindet. Neben ihr nur zwei Flaschen Saft und ein Handy – ihre einzige Verbindung zur Außenwelt, zur Polizei und zu ihrem Stiefsohn, dem Totengräber Max Broll. Ihre letzte Erinnerung: Ein Mann ist in ihre Wohnung eingedrungen, hat sie überwältigt, in eine Kiste gepfercht und irgendwo im Wald vergraben. Und sie erinnert sich auch, wer der Mann war: Leopold Wagner, der „Kindermacher“. Das Problem ist nur: Wagner kann es nicht gewesen sein, denn er sitzt seit achtzehn Jahren hinter Gittern.


Die Max-Broll-Krimis







Durch die Thrillerreihe "Totenfrau" und "Totenhaus" (Abschluss der Reihe "Totenrausch" erscheint im Januar 2017) war mir der Autor Bernhard Aichner schon bekannt und ich wusste eigentlich schon zuvor, worauf ich mich einlassen werde. Auch "Für immer tot" begeisterte durch einen außergewöhnlichen Schreibstil. "Für immer tot" ist der zweite Krimi einer Buchreihe, die ich als recht gelungen empfunden habe. 

Max Broll, ein Totengräber und sein bester Freund, ein ehemaliger Fußballstar sind die Helden dieses Krimis und wenn ich ehrlich bin, brillieren sie durch reichlich Alkoholkonsum, wobei sie dabei die besten Ideen zu entwickeln scheinen. Es ist leicht gewöhnungsbedürftig, gibt der Stimmung aber einen gewissen Charme. Max, der sich mit Toten umgibt, ist längst nicht so abgestumpft, wie es auf den ersten Blick erscheint. In diesem Krimi bekämpft Max einen sehr starken Gegner. der ihm immer einige Schritte voraus zu sein scheint. Es ist ein Wettlauf mit dem Tod, denn  Tilda wurde lebendig begraben und erhofft sich nun die Hilfe ihres Sohnes. Trotz großem Wirbel in den Medien und großen Suchaktionen drängt die Zeit, denn Tilda wird irgendwann nicht mehr atmen. Max ist verzweifelt und greift nach sehr ungewöhnlichen Mitteln. Man  mag mitunter die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn es ist wirklich nicht ernst zu nehmen. Natürlich ist Max irgendwie ein kreativer Kopf, aber dennoch sind seine Methoden doch recht ungewöhnlich.  "Für immer tot" ist auf der einen Seite sehr spannend, auf der anderen Seite aber fast schon Comedy.  So ganz ernst nehmen kann man die Story leider nicht. Die Dialoge werten auf, sind aber diesmal etwas flacher als im ersten Band, obwohl hier ein klein wenig mehr Action im Spiel ist, weil Max selbst involviert ist und seine Stiefmutter retten will. Scheinbar sind ihm die Methoden der Polizei zu langsam und langwierig. Er setzt sein Leben aufs Spiel und wäre im Zweifelsfall "Für immer tot".

Auch mit "Für immer tot" beweist Bernhard Aichner, das er seine großartige Gabe des Schreibens nutzen konnte, auch wenn natürlich Ernsthaftigkeit fehlt, die durch beschriebene Situationskomik durch seine beiden Protagonisten einiges wieder wett machen konnte, was ich vermisst hätte. Letztendlich ist die Story rund und hat mich mehrere Stunden beschäftigen können. Gerne eine Leseempfehlung für einen wirklich außergewöhnlichen Krimi in dem der Alkohol in Strömen fließt und Protagonisten in ihrem Rausch zu echter Kreativität in der Verbrechensbekämpfung versetzt. 

★★★

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