Freitag, 5. August 2016

Schmalz und Kitsch in Perfektion


Der Tag, als ich die Welt umarmte

Harriet weiß genau, wo auf der Welt man die schönsten Strände, die besten Hotels oder die gemütlichsten Cafés findet – schließlich arbeitet sie im Reisebüro. Sie liebt es, von fremden Orten und fernen Ländern zu träumen. Doch noch mehr wünscht sie sich, dass sie den Mut findet, ihre Reiseträume endlich wahr werden zu lassen. Da tritt der charmante Alex in Harriets Leben und plötzlich erscheint genau das gar nicht mehr so unwahrscheinlich …
Ein witziger und zu Herzen gehender Roman.

Taschenbuch 
304 Seiten
ISBN: 
9,99€




"Der Tag, als ich die Welt umarmte" erzählt eine wunderbare Liebesgeschichte, die sehr viele Höhen und Tiefen erlebt, bis sie sich zu dem entpuppen konnte, was ich mir erhofft hatte. Auf amüsante Art und Weise begleiten wir Harriet in ein chaotisches und manchmal auch recht langweiliges und angepasstes Leben, denn es scheint alles nur darauf hinauszulaufen, das Harriet auf den richtigen Moment wartet.

Der Klappentext erzählt eine ganz andere Geschichte als der Roman, denn Alex ist ein langjähriger Freund und tritt nicht urplötzlich in Harriets Leben, denn er ist schon lange präsent. Ein Freund für den Harriet eine passende Frau sucht. Durch eine Kontaktanzeige zeigen sich urplötzlich jede Menge attraktive Frauen an Alex interessiert und Harriet beginnt auszusortieren und Treffen zu arrangieren. Was mit einer Lüge beginnt, endet letztendlich im Chaos, denn natürlich kann man nicht alles verbergen. Im Verlauf der Story werden einige Lügen aufgedeckt, die besonders für Harriet schmerzhaft sind. Mir ist unbegreiflich, warum Harriet lange Zeit nur wartet, bevor sie etwas unternimmt und letztendlich ihren Frieden findet und auch die lang ersehnte Reise nach Venedig antritt. Manchmal sind Menschen durch ihre Lebensumstände angepasst und vergessen, verpassen ihre eigenen Träume, die sie schon lange haben und vergraben aus Angst vor Verletzung oder anderem. Auch Harriet ist solch eine Person und es stieß ehrlich gesagt bei mir oft auf Unverständnis. Vielleicht, weil ich zwischen den Zeilen lesen konnte, was Harriet noch nicht bewusst war? Das Ende ist vorprogrammiert und bot wenig Überraschung, dennoch war es genau das, was ich lesen wollte. Schmalz und Kitsch in Perfektion.

Fazit:
Ein Wohlfühlroman, der von Träumen erzählt, die unerfüllt bleiben, weil man nicht den Mut findet, sie sich selbst zu gewähren. Es zeigt sich, das ein angepasstes Leben nicht glücklich macht und man für sich selbst sorgen muss, um nicht verletzte zu werden. Wer nur wartet, wird nie die Erfüllung seiner kleinen oder großen Träume finden. Ein klein wenig Kampfgeist ist angebracht, dann sonst macht man sich sehr verletzlich. Harriet macht eine positive Entwicklung durch, auch wenn erst etwas dramatisches geschehen muss, bevor sie sich selbst findet, dennoch kann sie sich aufraffen und nicht liegen bleiben oder sich geschlagen geben. Ein klein wenig Authentizität war spürbar. Gerne eine Leseempfehlung für einen Roman, dessen Titel am Ende einen Sinn bekommen konnte.

★★★




Mein Dank an  und Harper Collins für das Bereitstellen dieses wirklich zauberhaften Romans!

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