Donnerstag, 7. Juli 2016

Blackout? Wem kannst du trauen?


Tanja Heitmann

In einer Sommernacht wie dieser



Text von Tanja Heitmann
Einband und Illustrationen von Kathrin Schüler

Als die 17-jährige Leo auf den undurchschaubaren Alexei trifft, gibt der ihr nicht nur Rätsel auf, sondern bringt auch ihre Gefühle ganz schön durcheinander. Doch dann passiert ein Mord, und Leo muss sich fragen, ob Alexei etwas damit zu tun hat. Dass sie trotzdem weiterhin an ihn glaubt, bringt sie am Ende sogar in Lebensgefahr. Aber es macht Leo auch stärker. Kann sie ihrer Liebe wirklich trauen?
"In einer Sommernacht wie dieser" von Bestseller-Autorin Tanja Heitmann verbindet atmosphärische Romantik mit einer guten Portion Thrill.
368 Seiten · gebunden
ab 14 Jahren
EUR 16,99 
ISBN-13: 978-3-7891-3731-0
OETINGER



"In einer Sommernacht wie dieser" ist ein solider Jugendthriller, der durch seine Protagonisten glänzen kann, obwohl ich Leo manchmal doch ein klein wenig zu blauäugig empfand. Sie lässt sich sogleich auf Alexei ein und vertraut ihm fast schon blind. Mir kam das doch etwas kurios vor, da einige Dinge mich doch sehr aus der Bahn werfen würden, bzw mich verunsichern. Leo bleibt treu in ihren Gedanken und Emotionen. Als Leserin war ich oft hin und hergerissen zwischen den Ereignissen und meinen eigenen Empfindungen. Wem hätte ich vertraut und wem gehört mein Herz?

Der Klappentext versprüht eine eigene Dynamik und gerade die atmosphärische Romantik vermischt mit Thrill ist es, was mich neugierig auf "In einer Sommernacht wie dieser" machte. Einmal angefangen war ich kaum zu bremsen und flog förmlich durch die Seiten. Die Schrift ist einem Jugendbuch angemessen und erleichtert das Lesen vielfach.

Der Schreibstil ist angenehm und konnte mich ebenfalls begeistern. Für mich war es das zweite Buch der Autorin, aber sicherlich nicht das letzte.

Was "In einer Sommernacht wie dieser" herausragend macht ist die Tatsache, das schnell klar wird, das irgendjemand Alexeis Angst vor dem Wald nutzt, aber wer? Oder ist es Alexei selbst, der zu solch Grausamkeiten fähig ist? Auf der anderen Seite steht Leo, die aufgrund ihrer Familienverhältnisse einsam und oft alleine ist und sich vielleicht deshalb so schnell emotional binden kann. Vielleicht ist Leo aber einfach auch nur auf der Suche nach Geborgenheit? All das, was ihr ihre Eltern nicht bieten können und es schnell klar wird, das man auch mit Geld nicht alles kaufen kann. Auch wenn es Leos Vater nicht passt, das sie sich mit dem Gärtnergehilfen, einem Dienstboten sozusagen abgibt, lässt sich Leo davon nicht beeindrucken, denn es bieten sich viele, viele Gelegenheiten, um die Stimme ihres Vaters zu übertönen. Nach den grausamen Vorkommnissen bleibt Leo standhaft und meine Zweifel an Alexei wachsen bis zu einem bestimmte Zeitpunkt. Ab da ändert sich mein Denken und leider blieb der Überraschungseffekt am Ende aus. Die Aufklärung der Tatsachen ist psychotisch und von echter Besessenheit beseelt, das es letztendlich doch überzeugt.


Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus, da  "In einer Sommernacht wie dieser" absolut packend geschrieben ist und mich fesseln konnte. Der Überraschungseffekt am Ende fehlte zwar, dennoch ist es solide und überzeugend.


★★★★   (4,5 Sterne)




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