Mittwoch, 29. Juni 2016

Reich beschenkt

Hera Lind


Hera Lind

Kuckucksnest

Wer Adoption sagt, muss auch B sagen

Die Zwillinge Sonja und Senta fallen aus allen Wolken, als sie erfahren, dass sie beide unfruchtbar sind. Doch dank ihrer Männer stehen sie den endlosen Adoptionsmarathon durch, und so finden nach und nach zehn Kinder zu ihnen. Jedes hat einen anderen erschütternden Hintergrund – traumatisierte Kinderseelen, die Halt und Liebe brauchen. Die Zwillinge öffnen Haus und Herz, lieben bedingungslos und gründen eine turbulente Großfamilie, die stark genug ist, alle zehn Kinder aufzufangen …

Eine berührende Geschichte voller Mut und Konsequenz und dem unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Familie
Zur Webseite von Hera Lindwww.heralind.com


Gebundenes Buch mit Schutzumschlag448 SeitenISBN: 978-3-453-29157-719,99€DIANA






Ich habe schon mehrfach Bücher der Autorin gelesen und war doch irgendwie der Meinung, das ich nicht die passende Zielgruppe bin vom Alter her, was sich nun allerdings gewandelt hat, denn erstens passe ich in die Zielgruppe und zweitens empfand ich den Schreibstil mittlerweile als sehr angenehm. Auf das Buch aufmerksam gemacht hat mich mein Mann, der eine Sendung sah, in der Hera Lind "Kuckucksnest" vorgestellt hat. Ihm gefiel das Thema und da er eigentlich ein echter Buchmuffel ist, weckte es meine Neugier. Danke an Random House für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, welches ich an einem faulen Sonntagnachmittag komplett lesen durfte. Das Thema des Romans ist sehr ansprechend und auch wenn ich einige negative Rezensionen las, kann ich diese nicht bestätigen. Adoption ist etwas, was man sehr einfühlsam betrachten muss und ich hatte hier und da ähnliche Gedanken wie andere Rezensenten, aber dennoch finde ich diese Schicksalberichte in Romanform verpackt als sehr ansprechend. Den Schritt zu gehen und sich auf das Abenteuer Adoption oder Pflegekind einzulassen ist bemerkenswert und es wird auch deutlich, dass es auch nicht immer nur Friede - Freude - Eierkuchen ist. Es ist ein Gewinn, aber es treten auch Probleme auf. Bemängelt wurde oft, das eine heile Welt vorgegaukelt wurde, aber ich konnte dies nicht ausschließlich wahrnehmen, denn ich las auch zwischen den Zeilen von Ängsten und Nöten der Eltern. Eine Ehe zerbricht und auch der Anfang als feststeht, das eigene Kinder niemals in das Leben von Sonja und Senta treten werden, ist der Schmerz darüber sehr deutlich. Möchten wir tatsächlich in Romanen nur lesen, wie viel Selbstaufgabe es ist, ein Kind aufzunehmen und ihm / ihr ein Zuhause zu geben? Ich fand die Grundstimmung, so wie ich sie empfand als passend und dennoch lese ich auch deutlich heraus, das es viel Arbeit ist und sehr viel Mut benötigt, denn hier sind es insgesamt 10 Kinder, die ihr Leben nicht im Heim verbringen müssen, sondern ein liebevolles Zuhause bekommen. Einen Ort, in denen sie sich angenommen fühlen und egal, welche Herkunft sie haben, versucht wird, alles Menschenmögliche zu tun, um aus ihnen Menschen zu machen, die Verantwortung für ihr Leben tragen können. Warum also nicht im weißen Hemd beim Italiener oder ein Pferd, welches das Selbstwertgefühl festigt? Ich empfand "Kuckucksnest" als sehr authentisch und bin in einer dankbaren Grundstimmung, da ich mich sehr darüber freue, das es Menschen gibt, die meine kleine Welt ein wenig heller machen, denn sie existieren tatsächlich noch und geben mir Hoffnung. Hoffnung darauf, dass es nicht immer nur Schreckensbotschaften in den Medien sind, die meinen Alltag bestimmen. Hier sind es Menschen, die Zeugnis darüber geben, wie chaotisch der Tagesablauf ist, wenn man jemanden im Prinzip Fremdes sein Herz und Heim öffnet. Ich möchte definitiv eine Leseempfehlung aussprechen, da ich mich rundum einfühlen konnte in das Schicksal der Kinder und auch die Beweggründe der Frauen verstehen lernte. Nicht einen Moment kann ich hier Geltungsdrang oder anderes spüren, sondern lediglich eine ganz außergewöhnliche Lebensgeschichte erkennen. Vielen Dank dafür, dass es wahr ist und nicht erfunden, denn dieses bewegte mich sehr und wirkt noch nachträglich nach.

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