Samstag, 14. Mai 2016

Stell dir vor es ist Krieg und du hast dein Herz verschenkt

Winterhonig



"Winterhonig" erzählt von einer lebensgefährlichen Liebe in einer archaischen, grausamen Welt, die noch gar nicht so lang Geschichte ist. Inspiriert von den Erlebnissen ihrer eigenen Großmutter, lässt uns Daniela Ohms die Zeit des Zweiten Weltkriegs aus Sicht der Landbevölkerung erleben: Das harte, entbehrungsreiche Leben, das Mathilda als zehntes Kind eines Bauern führt; die Anstrengungen, die der junge Karl unternimmt, um seine Abstammung vor den Nazis geheim zu halten; die Liebe der beiden, die nicht sein darf, bringt sie Mathilda doch in große Gefahr; die Schrecken des Krieges, der drohende Tod durch Bomben oder Verrat. Und über allem die Hoffnung.

Hardcover
592 Seiten

ISBN: 978-3-426-65397-5
19,99€
Knaur


LESEPROBE!







"Winterhonig" ist ein Roman, der mir wirklich unter die Haut ging. Natürlich ist bekannt, was in Nationalsozialismus in Deutschland geschehen ist und dennoch empört und schmerzt es mich immer wieder erneut, da ich hilflos lesen muss, wie barbarisch und menschenunwürdig Menschen reagieren und agieren. Meine größte Angst ist oft, ob ich selbst meine Werte beiseitelegen würde und Befehle ausführen würde, um mein eigenes Leben zu retten und einem anderen zu schaden? "Winterhonig" verdeutlicht wieder einmal, dass Leben nichts wert ist und seine eigenen Werte auf der Strecke bleiben werden, wenn andere über uns bestimmen. Vielleicht gibt es Einzelne wie Karl, der immer noch menschlich bleibt und trotz der Schrecken eines Krieges an der Liebe festhalten kann. Mir hat es imponiert und gleichzeitig mein Herz ganz weit geöffnet für die Liebe zwischen ihm und Mathilda.

Von der Autorin habe ich schon mehrere Bücher unterschiedlicher Genre gelesen und auch im historischen Bereich hat sie mich restlos überzeugen können. Wenn auch in "Winterhonig" vieles an Gräueltaten umschrieben werden, ist es doch die Liebesgeschichte, die mich fesseln und beeindrucken konnte. Ein Buch voller Wahrheiten und dennoch mit genügend Wärme um zu überzeugen. Eine wundervolle Story letztendlich, die zwar schmerzlich bewegt, aber eben auch ganz deutlich aufzeigt, wie wichtig ein Halt im Leben ist, um überleben zu können oder unserem Leben einen Sinn zu geben.

Eine Zeit, in der ich mich nicht mehr behaupten muss und die dennoch aufzeigt, wie tief das Leid von Männern und Frauen ist, die sich verlieben, obwohl darauf Todesstrafe ausgesprochen wurde. So ganz utopisch ist dies nicht, wenn ich mir das aktuelle Weltgeschehen ansehe, denn in manchen Ländern dieser Welt scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, was wir in unserer westlichen Kultur nicht verstehen können. Wenn wir aber die Zeiten des Krieges und der Nachkriegszeit betrachten, dann ist Deutschland auch nicht anders gewesen, als das, was uns aus den Medien der heutigen Zeit entgegenspringt. Auch wir waren nicht offen für Verbindungen anderer Rassen, ungewollten Schwangerschaften oder Ehebruch.

"Winterhonig"  stimmt nachdenklich und präsentiert trotzdem sehr viel an Schönheit, die von der Autorin hervorragend verarbeitet wurden. Ich möchte definitiv eine Leseempfehlung aussprechen, da ich das Buch am liebsten nie beendet hätte, da mir die Protagonisten sehr ans Herz gewachsen sind.
"Winterhonig" hat sehr viel Potential, um sich zu einem absoluten Lieblinsgbuch zu entwickeln.


★★★

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