Mittwoch, 6. April 2016

Albrecht, der letzte seiner Art

Lodewijk van Oord

Das letzte Nashorn



Ein witzig-hintergründiger Roman über uns und die Letzten ihrer Art

Der Amsterdamer Privatzoo Artis kämpft ums Überleben. Der neue jung-dynamische Direktor Edo Morell will daher aus dem beschaulichen Tierpark ein attraktives „Afrika an der Amstel“ machen, Schwerpunkt bedrohte Nashörner. Dabei soll ihm die südafrikanische Spezialistin Sariah helfen. Die engagierte Tierschützerin weiß, dass diese Tiere sich nur in geschützter Umgebung fortpflanzen. Edo ist zwar auch an Fortpflanzung interessiert – doch er versucht, daraus einen spektakulären Event zu machen. Aus Berlin lässt er den Nashornbullen Albrecht einschweben, den letzten seiner Art. Aber das ganze Unternehmen erweist sich doch als viel komplizierter als gedacht. Nicht nur Albrecht scheint überfordert zu sein.

„Das letzte Nashorn“, leichtfüßiger Roman mit Tiefgang, kommt zur rechten Zeit. Denn die Frage, wie wir mit Tieren umgehen wollen und sollen, treibt uns alle um.

Gebundenes Buch mit SchutzumschlagISBN: 978-3-8135-0687-719,99€Knaus






Nachdem ich soeben "Das letzte Nashorn" ergoogelte, bekam ich einige Seiten angezeigt, die aufzeigen, dass das Aussterben der Nashörner keine Fiktion ist und daher bekam der Roman noch einen ganz anderen intensiveren Blickwinkel. Ich schäme mich gerade fremd, dass ein Nashorn Tag und Nacht bewacht werden muss, um es vor Wilderern zu schützen. Das Horn eines Nashorns ist Gold wert und auch der Grund, warum es vom Aussterben bedroht ist oder eben manche Arten nicht mehr vorhanden sind. Eigentlich ist es zu Weinen und hat einen wirklich bitteren Nachgeschmack.

In "Das letzte Nashorn" wird die Story aus drei Perspektiven erzählt: Edo Morell, Sariah Malan und Frank Rida. Alle drei setzen sich unterschiedlich ein, um das letzte männliche Nashorn Albrecht zu beschützen oder zur Fortpflanzung zu bewegen, denn dazu wird er extra aus Berlin eingeflogen. Während Edo nur darauf erpicht ist,  möglichst viel Profit aus Albrecht zu schlagen, ist Sariah diejenige, die sich wirklich aus vollem Herzen engagiert. Sie stammt ursprünglich aus Afrika und hat sich schon dort auf den Erhalt von Nashörnern eingesetzt. Nach und nach präsentiert sie uns ihre Vergangenheit und es wird klar, warum sie mitunter einen krankhaften Einsatz zeigt. Frank ist eher derjenige, der sich aus allem heraushält und wirkt ein klein wenig unscheinbar.

Als Albrecht im Zoo eintrifft, verändert sich die Story und wir bekommen Naturkundeunterricht, Deluxe, was ich wirklich spannend fand. Wann beschäftigt man sich auch mit dem Sexualleben eines Nashorns? Diesen Zweck soll Albrecht nämlich erfüllen - sich fortpflanzen. Das Balzverhalten der Nashörner war wirklich interessant.

Für mich war das Lesen des Romans auf der einen Seite sehr amüsant, aber auf der anderen Seite hat es mich auch sehr traurig gemacht. Mir ist erneut bewusst geworden, wie schändlich wir mit Tieren umgehen und wie wenig wir sie wertschätzen. Je mehr Profit, umso wertvoller ein Tier?

Ich gestehe, dass es das Cover war, was mich auf "Das letzte Nashorn" aufmerksam gemacht hat und traurigerweise weiß ich nun auch, warum das Nashorn auf dem Kopf steht.

Albrechts Geschichte ist, was den Roman so wertvoll macht. Er ist der wahre Protagonist, denn er hat mich zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht. Es ist ein erhobener Zeigefinger zu erkennen, da muss man nicht tief graben und das ist, was "Das letzte Nashorn" ausmacht, die Wahrheit, die zwischen den Zeilen steckt und in den Zeilen, die ganz knallhart ausgesprochen werden.

Ein echter Buchschatz mit wertvollem Inhalt. Leseempfehlung!


 ★★★


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