Dienstag, 15. März 2016

Nette Einblicke in Finnische Altersresidenzen


MINNA LINDGREN

Rotwein für drei alte Damen oder Wie starb der junge Koch?




Alter schützt vor Scharfsinn nicht
Wenn es etwas gibt, was die drei über neunzigjährigen Freundinnen Siiri, Irma und Anna-Liisa hassen, dann ist es das Gefühl, nicht für voll genommen zu werden. Als in ihrer Altenresidenz »Abendhain« seltsame Dinge vor sich gehen, steht für sie fest, dass sie handeln müssen. So beginnt ein Abenteuer, das für die drei Freundinnen bald aus dem Ruder läuft und Irma ernsthaft in Gefahr bringt.
Die aufgeweckten, sehr agilen Witwen Siiri, Irma und Anna-Liisa sind Nachbarinnen in der Seniorenresidenz »Abendhain«. Die rüstigen Damen, alle Mitte neunzig, verbringen den Tag mit Kartenspielen und zu viel Rotwein. Um keine Osterhäschen basteln zu müssen, lassen sie sich gerne von der Straßenbahn kreuz und quer durch Helsinki fahren. Die fröhliche Routine endet mit einem Todesfall, doch hat es nicht etwa einen der greisen Mitbewohner dahingerafft, sondern Tero, den jungen Koch. Mit diesem Unglück beginnt eine ganze Reihe zwielichtiger Vorfälle, die das Leben der drei Freundinnen kräftig durchschütteln und alles, was als sicher galt, über den Haufen werfen. Welches böse Spiel treibt die Oberschwester, und hat die Heimleiterin tatsächlich keine Ahnung, was in »Abendhain« vor sich geht?
Ein Buch über beste Freundinnen, die trotz ihres hohen Alters weder ihren Humor noch ihren Sinn für das, was im Leben zählt, verlieren und einfach nur wollen, dass man sie für voll nimmt.

KiWi-Paperback
Titel der Originalausgabe: Kvolema Ehtoolehdossa
Aus dem Finnischen von Niina Wagner und Jan Costin Wagner

288 Seiten
14,99€
ISBN: 978-3-462-04724-0




"Rotwein für drei alte Damen oder wie starb der junge Koch" ist kein Buch, welches aus der Masse herausragen wird, obwohl seine Protagonistinnen pfiffig und charmant sind und daher vielleicht zum Roman greifen lassen. Die Protagonisten sind es, die dem Roman die hier die nötige Würze verleihen können. Die Story selbst wirkte auf mich oft oberflächlich, denn Themen wie Demenz werden angerissen, immer wieder aufgenommen und dann doch eher ohne große Wirkung einfach totgeschwiegen. Was mich auch wurmt ist der Titel des Buches, denn so wirklich verstanden habe ich nicht, warum das "oder wie starb der junge Koch?" in die Story hineinpasst. ist es die Suche nach dem Mörder?
Interessant fand ich, dass ich erst kürzlich einen Roman las, der ähnlich gestrickt war wie dieser und eben auch in Schweden und einem Altersheim / Altersresidenz spielte. Ist es das, was Schwedens / Finnlands Autoren und Autorinnen fasziniert? Die Frage nach dem Älterwerden stellt sich uns allen scheinbar irgendwann und natürlich möchte jeder lieber Karten spielen und Rotwein trinken. Demenz und andere Alterserscheinungen sind da vielleicht abschreckender. Die Idee zum Roman ist großartig, denn aus dem Klappentext klingt schon heraus, dass die Witwen aufgeweckt und agil sind. Ich habe mich mehrfach köstlich amüsiert, denn oft geschieht Unerwartetes oder eine Situationskomik tritt auf, die wirklich sympatisch wirkt und dem Cover auf denen der Tod sehr präsent ist, den Schrecken nimmt.  
Gefallen hat mir die leichte lockere Sprache, die Tatsache das man Ü90 noch jede Menge Potential entwickeln kann und die wunderbare virtuelle Reise durch Helsinki. Wir werden mit modernen und historischen Schauplätzen vertraut gemacht und so kam ich letztendlich doch auf meine Kosten. Auch wenn ich hier und da die Tiefe und Spannung vermisst habe, bietet der Roman anderes, was Nachdenklich stimmt und sich festsetzt, während anderes einfach vorbeirauscht. Ein Roman der viele Facetten bietet und sicherlich unterschiedlich wahrgenommen wird. Ältere Damen sind einfach wertvoll und es ist immer wieder schön sie zu begleiten, auch wenn man im Nachhinein dachte, wirklich Neues ist nun doch nicht geschehen.

Fazit:
Man nehme eine gute Prise Humor,reichert dieses mit ein paar alten Damen an und erhält dafür einen echt skurrilen Roman, der begeistern kann.

★★★
(3,5 Sterne)





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