Montag, 29. Februar 2016

Die Bombe im Kopf

Ruth Olshan

All die schönen Dinge



Text von Ruth Olshan
Einband und Illustrationen von Cornelia Niere

Tammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiß, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Es hat sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie. "All die schönen Dinge" von Ruth Olshan ist die ideale Lektüre für alle, die John Green & Co lieben.
304 Seiten · gebunden
ab 13 Jahren
ISBN-13: 978-3-7891-0371-1
14,99€
OETINGER




"All die schönen Dinge" ist ein Jugendbuch, welches für junge  Leser ab 13 Jahren absolut geeignet ist. Es erzählt von Tammie, die bedingt durch ein Aneurysma in ihrem Kopf, ihr Leben sehr eingeschränkt lebt. Kein Sport, keine Aufregung und auch die Liebe wird aus ihrem Leben ausgeklammert, bis zu dem Tag an dem die Fynn kennen lernt. Das Aufatmen und Begreifen wird spürbar, denn zuvor hatte Tammie Angst davor sich zu öffnen oder auch Spaß zu haben. Das Aneurysma ist nicht nur wie eine tickende Zeitbombe, sondern auch eine Bremse. Eine Bremse, die Tammies Leben sehr eintönig und grau erscheinen lässt. Verlieben ist in diesem Buch das, was Tammie zurück ins Leben einer Jugendlichen holt. Eine Jugendliche, die sich zuvor nur damit beschäftigt hat, den passenden Spruch für ihren eigenen Grabstein zu suchen. Tammies Eltern sind nicht förderlich für die Entwicklung ihrer Tochter zu einer Erwachsenen, da sie nicht loslassen können und sich stark an die Vergangenheit hängen. Im Laufe des Buches kehrt auch das Lachen in Tammies Familie zurück und es beherrschen nicht mehr die Dinge oder Situationen die waren, sondern das, was ist oder noch kommt.

Wer an Grabsteinen rüttelt, scheint ein sehr interessanter Mensch zu sein und Tammie ist vom ersten Moment an fasziniert von Fynn. Der Friedhof wird für beide zu einer Zuflucht und der Ort, an dem man sich wiedersieht. Es gilt Geheimnisse zu lüften und Abschied zu nehmen, Eine zarte Liebesgeschichte bahnt sich an, die von der Trauer um den eigenen Tod ablenkt. Tammie blüht regelrecht auf. Beide Protagonisten erscheinen liebenswert und geben dem Buch die richtige Note an Menschlichkeit.

"All die schönen Dinge" hat mich sehr begeistern können durch seine Offenheit und dem, was zwischen den Zeilen zu lesen ist. Wichtig im Leben ist, sich darauf zu konzentrieren, was heute ist, da es morgen schon ganz anders aussehen kann. Erinnerungen sind nett, sollten sich aber nicht auf unser Leben fokussieren.

Absolute Leseempfehlung!

1 Kommentar:

  1. Huhu Mel,
    auf dieses Buch bin ich ja auch schon sehr gespannt. Mal schauen, wann ich dazu komme es zu lesen. Nach deiner Rezi ist es jedenfalls auf der Wunschliste ein Stück nach oben gerückt.
    Liebe Grüße, Petra von Papier und Tintenwelten

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