Dienstag, 30. Juni 2015

Branko und die Uskoken



Kurt Held

Die rote Zora und ihre Bande

Fischer Klassik

Taschenbuch
ISBN: 978-3-7335-0091-7
7,99 Euro

Ein spannender Abenteuerklassiker für Mädchen und Jungen ab 10 Jahren


Branko verliert seine Mutter und sein Zuhause. Bald verdächtigt man ihn des Diebstahls und sperrt ihn ein. Doch Zora, das Mädchen mit den roten Haaren, befreit ihn, und er wird in ihre Bande aufgenommen, die in einer alten Burg haust. Gemeinsam schlagen sich die Kinder durchs Leben, genießen die Freiheit und halten auch in Hunger und Not fest zusammen. Nichts kann ihre Kameradschaft erschüttern – bis die Bürger des Küstenstädtchens sich dazu entschließen, dem wilden Treiben ein Ende zu setzen und Zora und ihre Bande hinter Gitter zu bringen …

Ein Lieblingsbuch seit Generationen!





"Die rote Zora und ihre Bande" kannte ich bisher nur in einer Verfilmung, die ich als Kind unheimlich spannend fand und mich gerne daran erinnerte. Das Buch in der Verlagsvorschau zu entdecken machte mich neugierig. Das Taschenbuch zu lesen, brachte mir genau das erhoffte Abenteuer und durch die vielen Details, die das Buch hervorragend wiedergegeben hat, empfand ich es als sehr hochwertig, obwohl die Story für mich nicht unbekannt war. Mir war nicht bewusst, dass die Story in Kroatien spielt und da wir auf der Insel Krk Urlaub gemacht haben, war es schon ein klein wenig so, als würde ich selbst verreisen. Die Schönheit und Faszination des Meeres und ihrer Umgebung wird wunderbar hervorgehoben.
Brankos Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, nachdem seine Mutter stirbt. Heimatlos und verwaist, ist niemand im Dorf in dem er geboren ist, bereit ihm ein Zuhause zu geben. Selbst seine Großmutter weist ihn ab und so verliert Branko alles und versucht sich selbst durchs Leben zu schlagen. Am Markttag hebt er nur einen Fisch auf und wird sofort verdächtigt ihn gestohlen zu haben. Im Gefängnis angekommen, befreit ihn die rote Zora, die wie er verwaist ist und bringt ihn zu ihrer Bande. Branko wird ein Uskoke, hat ein Dach über den Kopf in einer alten Burg und auch leidlich zu essen. Es gibt Menschen im Dorf, die ihnen wohlgesonnen sind und so dürfen sie sich zum Beispiel an den Resten des Bäckers bedienen. Anderen ist die Bande ein Dorn im Auge und so kommt es vermehrt zu diversen Machtkämpfen zwischen der Bande und den Gymnasiasten. Wohlsituiert und arrogant verlangen sie regelrecht nach Prügel und Rache. Die Streiche, die die Bande den Gymnasiasten spielen sind schon etwas wilder und völlig unbedacht. Es führt dazu, dass sich viele gegen die Uskoken stellen und sogar ein Kopfgeld ausgesetzt wird. Wäre da nicht der alte Fischer Gorian, wären die Uskoken dauerhaft auf der Flucht, aber letztendlich fügt sich alles so zusammen, dass ich komplett zufrieden gestellt wurde.
Besonders gefallen hat mir, dass sich hier Kinder / Teenager zusammenfinden und sich gegenseitig Halt geben. Dieser Zusammenhalt unter oft schwierigen Umständen verleiht diesem Kinderbuch eine gewisse Stärke. Natürlich ist ein Leben ohne Eltern ein Abenteuer, aber es zeigt sich, dass auch diese Kinder / Teenager eine tiefe Sehnsucht nach einem Zuhause und Geborgenheit haben. Warum werden diese Kids zu Dieben? Wer übernimmt die Verantwortung für sie? Es regt natürlich auch zum Nachdenken an, denn in unserer Zeit würde es nicht so schnell passieren, dass ein verwaister Junge kein Dach mehr über den Kopf hat und hungern muss. Zumindest in Deutschland wäre für die Versorgung gesorgt.
Wir haben aber nicht nur Abenteuer und Spannung, sondern auch ein klein wenig Liebe, Eifersucht, Intrigen und vieles, vieles mehr. Für die angegebene Zielgruppe ist das Buch mehr als geeignet. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für ein ganz besonderes Abenteuer, dessen Ausgang mich wirklich zufrieden und erleichtert zurückgelassen hat. Es lebe die Usoken ☺

Sonntag, 28. Juni 2015

Alles Vegan, oder was?


Ellen Berg

Alles Tofu, oder was?

Broschur, 334 Seiten, 978-3-7466-3128-8, 9,99€

Aber bitte mit Soja!

Für Dana kommt’s dicke: Erst lässt sie ihr Freund Paul nach einem völlig verunglückten romantischen Dinner sitzen. Dann zieht ihr nörgeliger Vater bei ihr ein und raubt ihr den letzten Nerv. Auch ihr Plan, die Gäste ihres kleinen Bistros mit veganer Kost zu beglücken, schlägt fehl, selbst ihr Koch Hung Tai hält Danas Essen für einen Anschlag auf den guten Geschmack. Allein ihr Stammgast Philipp lässt sich nicht abschrecken und stochert sich tapfer durch Tofu-Algen-Ragout und Seitan-Schnitzel. Zugleich nehmen die Schikanen der fiesen Maklerin Müller-Mertens überhand, die es auf das Haus mit Danas Restaurant abgesehen hat. Doch dann entdeckt Dana die besänftigende Wirkung eines veganen Liebesmenüs und beschließt, um ihre Existenz zu kämpfen. Dabei erweist sich ausgerechnet ihr fleischliebender Vater als große Unterstützung. Womit Dana jedoch am allerwenigsten gerechnet hat: Ganz unverhofft steht ihr Herz in Flammen.




"Alles Tofu, oder was?" ist ein sehr amüsanter Roman, der mich oft zum Schmunzeln gebracht hat. Ich bin mir zwar immer noch unsicher, ob die vegane Lebensweise von Dana, unserer Protagonistin nicht vielleicht einfach nur aufs Korn genommen wurde, oder ob Ellen Berg das Ziel verfolgt hat mich auf eine gesündere Lebensweise aufmerksam zu machen, Ehrlich gesagt fand ich Danas Ansichten manchmal wirklich krass, vor allem, da sie auch ihrer Tochter viele Dinge verwehrt, die für meine Tochter völlig normal sind. Angefangen bei Gummibärchen (enthalten Gelatine) bis hin zu Nutella (enthält Zucker). Natürlich ist es sinnig sich hier und da Gedanken zu machen, aber Dana empfand ich gerade am Anfang der Story absolut übertrieben in ihren Ansichten. Es betrifft ja nicht nur ihre Ernährung, sondern auch ihre Kleidung. Klar wird vieles was wir tragen durch 3. Welt Länder produziert und vielleicht sogar durch Kinderarbeit, aber wenn ein Mensch alleine die Großkonzerne nicht zum Umdenken bewegen können. Falls es Ellen Bergs Ziel war mich zu sensibilisieren, dann hat sie es nur zum Teil geschafft, obwohl ich doch eher den Hang zum Schmunzeln hatte.

Danas Leben ist sehr chaotisch und hat schon den Hang zum Drama, denn nichts läuft wirklich rund. Mit dem Partner zerstritten, das Restaurant am Ende und Danas Vater, der sich bei ihr und ihrer Tochter einquartiert. Nichts schient zu gelingen und wirkt auf mich sehr überspitzt, obwohl dieses dazu führt, dem Roman sehr viel Amüsement einzuhauchen. Comedy in Romanform und daher genau das Richtige, um mich aus meinem Alltag zu entführen. Ich empfand "Alles Tofu, oder was?"als sehr gelungen, denn ich fühlte mich wirklich wohl. Ich habe eine Freundin, die mich sehr an Dana erinnert hat. Eine gesunde Lebensweise ist das eine, sich, den Kindern und den dem Partner alles zu verwehren, was diese lieben und schmecken wollen, empfinde ich mitunter doch als verwerflich, da es immer wieder zu Streit führen wird. Dana erlebt dieses selbst am eigenen Leib und manchmal tat sie mir auch etwas leid, da sie für ihre Überzeugungen sehr viel einstecken muss und dadurch auch gegen Wände läuft, bzw, gegen taube Ohren. Ihr Vater ist derjenige, der auf amüsante und kluge Weise viele Dinge ins Rollen bringt. Frau Müller - Mertens versucht mit wirklich fiesen Methoden Dana aus Haus und Restaurant zu vertreiben. Dana und ihr Vater geben aber nicht klein bei, sondern kämpfen um Danas Existenz. Besonders gefallen hat mir Danas vietnamesischer Küchenchef, der viele Weisheiten einbringt und dadurch nicht nur die vegane Küche aufmischt, sondern auch Dana zum Nachdenken bringen kann. Er ist Trost und Stärke in Danas Kampf im Überleben. Natürlich wurde hier auch eine Liebesgeschichte eingeflochten, die der Roman auch als besondere Würze brauchte, ansonst wäre es wirklich nur um Intrigen und Tofu und Co gegangen. Mich hätte es dadurch weniger berühren oder unterhalten können.

"Alles Tofu, oder was?" ist für mich das zweite Buch der Autorin und ich fühlte mich wirklich wohl und konnte abschalten, schmunzeln und rasend schnell einen Roman beenden, auf den ich zu Lesen lange hingefiebert habe. Es war amüsant wie erwartet und daher vergebe ich eine begeisterte Leseempfehlung an alle, die sich wie ich nach Beenden des Buches nach einem fetten Steak sehnen, welches eben nicht aus Tofu besteht ☺



Mittwoch, 24. Juni 2015

Sturmerprobter Kutter




Die Sturmrose

  • Taschenbuch
  • Klappenbroschur
  • 560 Seiten
  • ISBN-13 9783548286686
  • 9,99 Euro
  • Ullstein

        LESEPROBE!





"Die Sturmrose" erzählt die Geschichte eines alten Kutters, der für Annabel Hansen eine wichtige Rolle spielen wird. Für sie wird ihre eigene Vergangenheit nach und nach lebendig. Sich ihr zu stellen ist mitunter schmerzhaft, aber für uns als Leser sehr lehrreich, daher habe ich die Reise in die Vergangenheit und die eingewebte Liebesgeschichte sehr genießen können. Meine Erwartungshaltung an das Buch war sehr hoch, da ich schon zuvor Bücher der Autorin gelesen hatte und diese mir schon vom angenehmen Schreibstil sehr gefallen haben. Für mich als Kind des Westens ist ehrlich gesagt immer sehr erschreckend, wenn ich in die Geschichte der DDR eintauche. Es lehrt mir vieles und mitunter beschämt es mich auch, dass ich so unwissend bin. Menschen handeln aus Überzeugung, auch wenn die Wege die sie gehen falsch sind und mir auch menschenverachtend und ihrer Würde beraubt vorkommen.
Corina Bomann schaffte es mit "Die Sturmrose" Vergangenes mit Gegenwart so zu verknüpfen, dass ein wunderbarer Roman entstanden ist, den es zu lesen lohnte. Im Laufe der Story wird deutlich, wozu der Kutter genutzt wurde und ihn wieder startklar zu machen, sodass kleine Ausflugsfahrten wieder möglich sind, ist fast schon eine Berufung für Annabel. Annabel selbst steht vor den Scherben ihres Lebens, welches sie sich nach und nach wieder neu aufbauen muss. Die Ehe gescheitert, im Beruf am Anfang ihrer Karriere, ein neuer Wohnort und auch eine neue Umgebung für ihre kleine Tochter. Für Annabel selbst wird der Brief, den sie im Kutter findet der Anstoß, ihre Vergangenheit neu zu beleuchten. Besonders gefallen hat mir hier, dass Vergebung möglich war und für Annabel ein Abschluss, ein Häkchen, welches sie unter alle Fragen, die ihre Kindheit betreffen setzen konnte.
Der Name "Sturmrose" passt zu dem alten Kutter wie die Faust aufs Auge, denn er ist nicht nur sturmerprobt, sondern diente dazu Menschen neu aufblühen zu lassen. Blühend wie eine Rose. Mir gefällt die Metapher, denn manchmal muss man einfach neues beginnen und altes hinter sich lassen können. Eine Flucht über die Ostsee war für viele Flüchtlinge der DDR der Rettungsanker.
Auch Christians Geschichte empfand ich als sehr schmerzhaft und dramatisch. Die Sturmrose spielte auch in seinem Leben eine tragende Rolle und sie nun neu entdeckt und wieder wiederhergestellt, bringt auch ihm Heilung.
Natürlich ist einiges vorhersehbar, dennoch konnte ich lange genug in die Story eintauchen, um mich mitnehmen zu lassen auf die stürmischen Fahrten des Lebens. Manche Erfahrungen werde ich nie teilen müssen, aber feststeht, dass Vergangenes aufgearbeitet, ausgesprochen werden muss, damit Menschen innerlich heilen können. Corina Bomann hat dieses gut aufgearbeitet, damit am Ende nicht die Verletzung steht, sondern der Neubeginn. Dafür nutzte sie verschiedene Erzählstränge und brachte so Licht ins Dunkle. Mir hat es gefallen, dass letztendlich nicht nur Christians und Annabels Geschichte präsentiert wurde, sondern auch andere Personen zu Wort kommen und der Handlung einen besonderen Rahmen boten.

Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus, da ich mich bestens unterhalten gefühlt habe. Absolutes Wohlfühlbuch, indem Abenteuer, Geschichte, Drama und Liebe miteinander im Einklang geherrscht haben.

Sonntag, 21. Juni 2015

Rätselhaft berührend + Faszinierend wie das Meer



Patricia Koelle

Das Meer in deinem Namen


544 Seiten   
ISBN: 978-3-596-03188-7
9,99 Euro




LASSEN SIE SICH DIESES BUCH AUF DER SEELE ZERGEHEN!

Ein Buch wie warmer Sand am Meer.
Wie das Rauschen der Wellen im Ohr.
Wie Sonne auf unserer Haut.

Niemand redet darüber, wie Carlys Eltern ums Leben kamen. Der Tod ist für sie ebenso tabu wie alles, was mit dem Meer zusammenhängt. Da bekommt sie ein Angebot. Sie soll ein altes Reetdachhaus an der Ostsee ausräumen und für den Verkauf vorbereiten. Vier Sommerwochen hat sie dafür Zeit. Für Carly die Chance, sich ihrer Angst vor dem Meer zu stellen und Abstand von ihrer unmöglichen Liebe zu gewinnen. Doch schon bald fühlt sie sich der Frau, die in dem Haus gewohnt hat und der sie sehr ähnlich sieht, seltsam nahe…

Leseprobe!



"Das Meer in deinem Namen" ist eine Suche nach dem Sinn des Lebens, eine Selbstfindung, das Entdecken von Geheimnissen, ganz viel Kunst in Ahrenshoop und für Carly ein echter Neubeginn. Ein Sommerbuch, welches zum Träumen einlädt und die Leserin / den Leser am Ende des Romans komplett zufriedengestellt hat. Ich kann mir "Das Meer in deinem Namen" aber auch eingekuschelt in eine warme Decke, mit einer Tasse Tee im Winter vorstellen, denn dieser Roman passt in jede Jahreszeit. Die Weite des Meeres, den Wind auf Haut und Haar und die vielen Eindrücke die wir gemeinsam mit Carly erleben trösten mich darüber hinweg, dass ich nur stille Leserin bin und dieses nicht wirklich erleben konnte. Jede/r der das Meer schon einmal erlebt hat, weiß um die Schönheit und der Autorin ist es gelungen, uns mitzunehmen.
Dinge die jahrelange unter den Teppich gekehrt wurden, werden nach und nach aufgedeckt. Der Teppich und seine Fransen ist sinnbildlich und zeigt, wie manches von Kindern wahrgenommen wird. Manchmal wäre es besser sich seinen Problemen, Ängsten oder der Vergangenheit zu stellen und diese nicht angehäuft immer wieder unter einem Teppich zu verbergen. Ich fand diese eingebaute Idee mit einem doch so wahren Sprichwort zu jonglieren ganz wunderbar, da es für mich bildlich wurde und mir nahe ging. Vieles im Roman verkörperte, bekam ein Gesicht und wurde für mich als Leserin greifbar.
In "Das Meer in deinem Namen" wird in zwei Erzählsträngen das Leben zweier Frauen beleuchtet und ich empfand dieses als äußerst angenehm, da es die Story dadurch sehr aufwertet. Wir begegnen Carly, die ihren Platz im Leben noch nicht entdeckt hat und die Zeit in Ahrenshoop sehr genießt und ihr bisheriges Leben in Berlin neu beleuchtet und für sich neue gute Entscheidungen treffen kann. Das Sichten von Hennys Nachlass ist dabei eine große Hilfe um zu sich selbst zu finden und sich selbst zu beleuchten. Manche Dinge muss man abstreifen wie eine alte Haut, um zu entdecken, was das Leben bietet. Eine Geliebte eines verheirateten Mannes zu sein und gleichzeitig Laufbursche und Lückenbüßer zu sein, kann nicht alles im Leben sein und so verabschiedet sich Carly nach und nach von ihrem alten Leben. Ist es der Zauber des Künstlerortes Ahrenshoop oder ist es eine andere Magie? Henny ist der andere Erzählstrang und ich nahm sie als warmherzige Künstlerin wahr, die viele Menschen in ihrer Umgebung geprägt hat. Am Ende wird deutlich, dass diese beiden Frauen mehr miteinander gemeinsam haben, als am Anfang erwartet.
Insgesamt ist "Das Meer in deinem Namen" ein Roman, der dazu auffordert, seine Seele baumeln zu lassen und einzutauchen in den warmherzigen, geheimnisvollen und faszinierenden Schreibstil der Autorin. Die etwas mehr als 500 Seiten waren zügig gelesen und enden mit einem kleinen Einblick auf "Das Licht in deiner Stimme", welches im September erscheinen wird. Für mich definitiv ein Roman, den ich auf meine Wunschliste setzen werde, da einiges in Carlys Leben noch unentdeckt geblieben ist.
Meine Erwartungshaltung an "Das Meer in deinem Namen" war sehr hoch, daher freue ich mich natürlich darüber, dass ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung und 4,5 Sterne vergeben kann. Ich fühlte mich sehr wohl, da die Protagonisten, bis auf einige Ausnahmen, sehr sympathisch auf mich einwirken konnten und mich die Poesie, die Weisheiten, die die Autorin in ihren Roman gewoben hat, wirklich überzeugen konnten. Ein Roman, der einlädt, seinen Alltag hinter sich zu lassen und einzutauchen in eine bezaubernde, faszinierende Umgebung, die sich positiv auswirkt und Menschen verändert.

 "Ein Buch wie warmer Sand am Meer.
  Wie das Rauschen der Wellen im Ohr.
  Wie die Sonne auf unserer Haut."

Donnerstag, 18. Juni 2015

Absolut gewaltig - Lieblingsbuchfaktor



Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte

Crystal Chan 

Hardcover, ab 11 Jahren
mit Prägung und UV-Lack
304 Seiten 
ISBN 978-3-7348-4703-5
14,95 Euro

Magellan 

Inhalt
Dass es Dinge gibt, über die man in einer Familie nicht redet, ist ganz natürlich, findet Jewel. Oder vielleicht kommt einem das auch nur so vor, wenn man am selben Tag geboren wurde, an dem der ältere Bruder gestorben ist. Wenn man dann auch noch in einer Multikulti-Familie auf dem Land lebt, kann das Leben manchmal eine ganz schöne Herausforderung sein. An einem Tag im Sommer taucht plötzlich John auf und zum ersten Mal in ihrem Leben hat Jewel einen Freund. Als dann aber Jewels Vertrauen missbraucht wird, lernt sie, dass man über manche Dinge nicht schweigen darf.


LESEPROBE!


"Bird und ich ......." ist eine so emotionale Story, dass mein Herz zu brechen schien. Ich hätte Jewels manches Mal gerne geschüttelt, da sie sich komplett in ihrer Trauer vergraben, ohne mitzubekommen, wie sehr sich ihr Kind nach Nähe und Geborgenheit sehnt. Es ist definitiv grausam am Tage der Geburt der Tochter, den Sohn zu verlieren. John / Bird ist die Klippe hinabgestürzt und um seinen Tod wird ein riesiges Geheimnis gemacht. Er wird regelrecht verschwiegen. In Erinnerungen verstrickt verwahrlost Jewel emotional und ich hätte manches Mal weinen können, als ich las, wie sie ihrer Ängste und Nöte Herr werden will. Sie redet mit Steinen. Halllooooooooo? Als Jewel John begegnet, erwacht so etwas wie Lebensfreude und Energie in Jewel und ich begann mich für sie zu freuen, zumindest bis zu dem Tag des Verrats. Jewel, die sowieso schon sehr viele Kämpfe auszustehen hat, wächst dadurch, aber kann sie wirklich wieder vertrauen?
Interessant an diesem Roman ist die ganze Magie, die sich zwischen und in den Zeilen verbirgt. hier vermischen sich Kulturen, Zauber und diverser anderer Aberglaube und es hätte witzig sein können, wenn das Gesamtergebnis nicht so traurig wäre.
Ich hatte mir vor dem Lesen den Klappentext nicht so genau angeschaut, daher war ich wirklich erstaunt, wie traurig das Buch anfängt und wie lange es sich zieht, bis endlich etwas mehr Freude in Jewels Leben einkehrt. Sie hat es verdient glücklich zu sein und nicht nur nicht beachtet zu werden. Ein kluges und liebenswertes Mädchen, was alles daran setzt um ihren Eltern zu gefallen. Es traf mich wirklich mitten ins Herz, denn die Kälte, die die Eltern mitunter ausstrahlten, konnte ich nicht einfach abschütteln, Es machte mich regelrecht wütend. Vielleicht zeigt mir der Roman aber auch durch einen leicht gehobenen Zeigefinger, dass auch ich manchmal meinen Kinder zu wenig Aufmerksamkeit widme?
 

Warum ich eine Leseempfehlung vergeben möchte?
"Bird und ich ......." hat mir von Anfang an sehr gefallen, da ich Jewel ab der ersten Seite mochte. Ihr Schicksal hat mich sehr bewegt und und ich habe so sehr gehofft, dass sich etwas innerhalb dieser Familie ändert. Ich habe einem Happy End förmlich entgegen gefiebert. Dieses Buch beinhaltet Drama, die Macht der Freundschaft und einem ganz eigenen Zauber, welches förmlich überrollt und fasziniert. Eine moderne Oliver Twist Geschichte, obwohl es hier nicht um ein Waisenkind geht, sondern um eine verwaiste Schwester. Absolut beeindruckend, wie die Autorin es geschafft hat, mir immer wieder die Tränen in die Augen zu locken. Definitiv ein Roman mit Lieblingsbuchcharakter.
  

Mittwoch, 17. Juni 2015

Erleichternde Stille?


Still Chronik eines Mörders

Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert. 

Ein berauschendes Leseerlebnis, aufwühlend, soghaft, eine virtuose literarische Komposition, die sich ­konsequent in den Dienst des Erzählten stellt.

Hardcover
368 Seiten

ISBN: 978-3-426-19956-5
19,99€








"Still" weist mitunter leichte Ähnlichkeiten mit "Das Parfum" von Patrick Süskind auf, denn ebenso wie der Protagonist dort (Jean - Baptiste Grenouille) hat Karl Heidemann ein ausgeprägtes Gehör. Geräusche erschlagen ihn förmlich. Bei Jean - Baptiste Grenouille ist es der Geruchssin, daher meine Parallelen. Natürlich ist "Still" vom Stil und Handlung her ganz anders, dennoch kamen mir die Parallelen immer wieder in den Sinn. Auch Karl Heidemann entwickelt sich zu einem Mörder, denn in der Stille des Todes scheint er bereichert zu werden.

Der Stil des Buches ist hochgradig und verlangt vom Leser äußerste Konzentration, damit die geschriebenen Worte eine Wirkung erzielen können. Wir lernen Karl Heidemann als echtes Schreibaby kennen, der es seinen Eltern nicht leicht macht, Liebe zu ihm zu entwickeln. Seine Mutter ist mit ihm völlig überfordert, denn Karl ist schwierig und  gönnt seinen Eltern kaum Ruhepausen. Erst als sie erkennen, was an ihrem Sohn anders ist, können sie handeln, dennoch fällt es schwer Beziehungen aufzubauen. Hinzu kommt, dass Karl nicht spricht, wie sollte so also Kommunikation möglich sein?

Als Karl Heidemann den Frieden des Todes für sich entdeckt, beginnt er zu handeln und einige Leichen säumen seinen Weg. Das Dorf in dem er heranwächst ist nicht mehr sicher und so muss Karl fliehen. Nachdem Karl die Liebe entdeckt, dehnt sich dieses auf sein gesamtes Denken und Handeln aus und als Leserin hatte ich oft Hoffnung, dass sich auch seine Gesinnung des Tötens betreffen ändern wird, aber wie sollte dies geschehen können, wenn doch alles in Karl danach drängt tiefen, innerlichen Frieden zu finden?

Die Atmosphäre des Buches ist beängstigend und beklemmend. Auch wenn der Thriller nicht übermäßig blutig erscheint, geht er doch sehr an die Psyche, da wir sehr intensiv in Karls Gedanken und Emotionen eintauchen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für "Still", da dieser Thriller definitiv nicht still ist und Schmerz, Trauer und auch Verwirrung miteinander verbinden kann. Ein junger Mann, dem sein Gehör regelrecht Schmerzen bereitet und sich gegen die Eindrücke dadurch nur wehren kann, indem er sich dem Tod gegenüber öffnet. Ein leichter Spannungsbogen lässt sich auch erkennen, da "Still" nicht einen Moment vorhersehbar ist und es dem Autor gelingt, uns immer wieder zu überraschen. Ein guter und solider Thriller, den es zu lesen gelohnt hat.


Montag, 15. Juni 2015

Emotional Erwärmend


Die Widerspenstigkeit des Glücks

 


Paperback, Klappenbroschur, 288 Seiten 
ISBN: 978-3-453-35862-1
€ 12,99  

Verlag: Diana
Ein bezaubernder Roman und ein modernes Märchen
Amelia ist Verlagsvertreterin und lernt dabei die eigenwilligsten Buchhändler kennen. Genau so einer ist A. J. Fikry. In seinem Herzen haben nur turmhohe Bücherstapel Platz. Bis er einen ungebetenen Gast entdeckt: Eines Morgens sitzt die zweijährige Waise Maya in der Kinderbuchecke seiner Buchhandlung. Gegen seinen Willen nimmt sich A. J. des kleinen Mädchens an, das sein Leben kurzerhand auf den Kopf stellt. Und auch Amelia wird er nicht so schnell vergessen können …



"Die Widerspenstigkeit des Glücks" erwärmt nicht sofort das Herz seiner Leser/innen, sondern braucht ein klein wenig, um sich an A.J, Fikrys Skurrilität zu gewöhnen. Am Anfang erscheint er wirklich nicht sehr liebenswert, was sich ändert, als er urplötzlich Vater wird. Eine junge Mutter überlässt ihm ihre kleine Tochter, indem sie ihm lediglich einen Zettel und eine volle Wickeltasche hinterlässt. Maya erweicht sein Herz und die Veränderungen in A.J, sind glaubwürdig und nachvollziehbar. Sicherlich hätte er persönlich sein Leben ganz anders gestaltet, aber manchmal ist es wie in Büchern, die unser Leben auch auf den Kopf stellen und uns zum Umdenken zwingen oder auch einfach nur zum Träumen einladen.
A.J., der in Alice eine Buchhandlung betreibt, hat einen schweren Schicksalsschlag erlebt und wirkt im ersten Moment sehr verbittert. Durch Maya öffnet er sich dem Leben neu und kann auch wieder Schönheit zulassen. Schönheit, die ihm auch in Amelia begegnet, die er umwirbt und letztendlich auch für sich gewinnen kann. A.J, schreibt seine eigene Liebes - und Lebensgeschichte. Sie zu verfolgen war wirklich wunderschön, auch wenn ich mich mit dem Ende des Buches nicht anfreunden kann.
Ganz besonders wertvoll fand ich die Zitate aus Büchern / der Literatur, die jedem Kapitel vorauseilen. Bestimmt sind sie für Maya, denn A.J. möchte ihr so viel wie möglich mitgeben. um sie zu prägen und sie sicherlich auch das eine oder andere lehren wollen. Manchmal sind es die geschrieben Worte, die uns ganz besonders bewegen und tief ins Herz bohren.
"Die Widerspenstigkeit des Glücks" ist ein Roman, der vieles vereint und auch, wenn nicht sofort einen Einstieg in den Roman finden konnte, kam ich doch zu dem Zeitpunkt, als ich anfing zu begreifen und zu sinnieren. Der Schreibstil war direkt auf mich zugeschnitten und ließ sich locker lesen. Wer sich warmgelesen hat und A.J. zu begreifen beginnt, wird einen Roman lesen, der alle Facetten des Lebens beinhaltet. Die beschriebene Buchhandlung, urig und gemütlich und auch das beschriebene Problem der E-Books wird sehr deutlich dargestellt E-Books sind der Untergang eines jeden Buchhändlers, da natürlich weniger "echte" Bücher gekauft werden.  Auch mir fehlt bei einem E-Book das rascheln der Seiten beim Umblättern und der Duft neuer Bücher.
Wer sich auf "Die Widerspenstigkeit des Glücks" einlässt, erhält ein modernes Märchen, welches Bücher erneut wertschätzen lässt und eine abwechslungsreiche Handlung bietet. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Roman, der mich abtauchen ließ und auch wenn ich das Ende anders ersehnt hätte, im Rückblick sagen lässt: Ich bin begeistert!


Mein Dank an den Diana Verlag für das Bereitstellen dieses doch recht außergewöhnlichen Romans!

Sonntag, 14. Juni 2015

Buchpost 13 / 2015


Hallöchen,

auch in den letzten Wochen sind wieder einige wunderbare Bücher in mein Buchregal eingezogen. Mit "Still" und "Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte" wurde ich im Buchüberraschungsthread auf Lovelybooks überrascht. Es ist immer wieder eine große Freude, liebevoll eingepackte Bücher zu bekommen, die meiner Wunschliste entspringen. 


 





"Heimweh" und "Ein zauberhafter Sommer" bekam ich über Vorablesen. Das Hörspiel zum Kinofilm "Ostwind 2" fragten wir beim Bloggerportal an und die Freude um die Zusage, war gerade bei meiner jüngsten Tochter riesig. Ich kann es für Mädchen, die wie meine völlig verrückt nach Pferden sind, nur wärmstens empfehlen. Meine Rezension zum Hörspiel findest du HIER! Unser Dank an der Hörverlag für das Bereitstellen dieses Hörvergnügens. 



Weitere Tauschbücher sind:





Liebten wir  ist ebenfalls eine Buchüberraschung

Die Widerspenstigkeit des Glücks  bekam ich über das Bloggerportal
Mein Dank an dieser Stelle an den Diana Verlag

erscheint im September und ich darf es schon vorablesen.
Die Meinungen sind bisher eindeutig positiv und ich 
freue mich schon sehr auf ein intensives Leseerlebnis.







Wünsche euch einen sonnigen Sonntag und ganz viel Zeit zum Lesen.
Bleibt gesund.
Viele Grüße,
Mel


Samstag, 13. Juni 2015

Ein Sommer voller Brombeeren




Ein zauberhafter Sommer


Freuen Sie sich auf hinreißende Sommerlektüre von Bestsellerautorin CORINA BOMANN
       Hardcover / Pappband

Die 23-jährige Wiebke muss nach einem quälend langen Winter, einer verhauenen Prüfung und einem zähen Beziehungskampf einfach mal raus. Die Urlaubskasse gibt nicht viel her, und ihre beste Freundin macht Pärchenurlaub, doch Wiebke hat eine wunderbare Alternative: Sie besucht ihre Tante Larissa an der Müritz. Larissa ist genau so, wie Wiebke gern wäre: unabhängig, stark, eine Lebenskünstlerin. Doch Wiebke merkt, dass auch Larissa ihre Zweifel, Schwächen und Sehnsüchte hat. Ihre Gespräche helfen ihnen, die eigenen Wünsche ans Leben klarer zu sehen. Als die Liebe bei beiden einschlägt, wird ihre sommerliche Schicksalsgemeinschaft zu einer emotionalen Achterbahnfahrt.

 "Ein zauberhafter Sommer" ist von seiner äußeren Erscheinung wirklich wundervoll, da es kleiner ist als ein normales Buch und außerdem abgerundete Ecken aufweisen kann. Optisch also definitiv herausragend im Buchregal, aber ob, die Optik alleine ausreichen wird, um mich zu begeistern? Es war aber auch nicht das Cover oder der Klappentext allein, welcher in mir den Wunsch auslöste, das Buch unbedingt lesen zu wollen, sondern die Tatsache, dass ich bisher noch kein Buch der Autorin gelesen habe, welches mich enttäuscht hätte. So freute mich also über die Neuerscheinung und der Roman lag auch nicht lange auf dem SUB, da ich doch sehr neugierig darauf war, ob es auch dieses Mal gelingen wird, in mir Begeisterungsstürme auszulösen. 

"Ein zauberhafter Sommer" ist letztendlich genauso gewesen, wie ich es erwartet hätte. Sommerlich, leicht und herrlich erfrischend. Kitsch und Klischees eines Romans, in dem die Liebe eine große Rolle übernehmen wird, werden erfüllt und wer dieses als störend empfindet, sollte sich anderen Genres widmen. Es gab mir ein gutes Gefühl und sorgte für Ablenkung. 

Die beiden Protagonisten konnten auch überzeugen, da der Altersunterschied der beiden zwar vorhanden ist,
aber nicht dazu führt, die eine mehr oder weniger zu schätzen als die andere. Störend ist hierbei eher die Vergangenheit von Larissa, die sich mit ihrer Schwester (Wiebkes Mutter) zerstritten hat und es scheinbar auch keine Möglichkeit der Versöhnung geboten wird. Ich fand den Streit schon recht albern, da ich darin den guten Willen der Schwester erkennen konnte. Sich zurückzuziehen und niemanden an sich heranzulassen erschien mir doch ein klein wenig wie Kinderkram. Natürlich ist Larissa tief verletzt, aber dennoch sollte man sich nicht in seinem Schmerz vergraben. Es ist also eine Auflockerung des ganzen Geschehens, dass Wiebke Zuflucht bei ihrer Tante sucht, um selbst zur Ruhe zu kommen. Die beiden Frauen ergänzen sich und werden wertvoll füreinander. Beide kommen zur Ruhe und lernen das  Leben neu zu überdenken. Im Verlauf der Story, entwickeln sich die Dinge äußerst positiv und konnten mich überzeugen. Letztendlich ist es natürlich vorhersehbar, dennoch konnte ich mich komplett darauf einlassen, um am Ende zufrieden einen Rückblick zu halten. Die vielen positiven Ereignisse konnten überwiegen und boten einen Sommer voller Brombeeren, Liebe und Versöhnung. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus, um dieses Buch zu würdigen, da es mir unbeschwerte Lesestunden bescheren konnte und in mir ein Gefühl von Leichtigkeit und Wohlbefinden auslösen konnte.


         
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Mittwoch, 10. Juni 2015

Ehrlich(keit) währt am längsten?



Frank Schmeißer Illustrator: Jörg Mühle

Allein unter Dieben – Meine verrückte Verbrecherfamilie und ich

Roman

Hardcover
224 Seiten
ab 10 Jahren 
ISBN: 978-3-7373-5143-0
12,99 €





DIE LUSTIGSTE CHAOTENTRUPPE SEIT DER OLSEN-BANDE!

Eine herrlich verrückte Familiengeschichte voller skurriler Charaktere und umwerfender Situationskomik: Die Käsebiers sind die lustigste Verbrecherfamilie der Welt!

Eduard ist dreizehn Jahre alt und ein Meisterdieb. Das glaubt jedenfalls seine verrückte Verbrecher-Familie. Leider hat Eduard andere Pläne: Er möchte ehrlich werden. Eine Katastrophe für den Käsebier-Clan! Doch kaum hat Eduard seinen ersten ehrlichen Nebenjob angetreten, wird er von seinem fiesen Chef erpresst. Eduard soll für ihn einen riesigen Diamanten klauen!





"Allein unter Dieben - Meine verrückte Verbrecherfamilie und ich" ist ein amüsantes Kinderbuch, welches optimal auf die angestrebte Zielgruppe junger Leser zugeschnitten wurde. Es bietet jede menge Spannung und hat mir aufgrund dessen schon  sehr gefallen, da verdeutlicht wird, wie wichtig Familie und Zusammenhalt ist, auch wenn eines der Familienmitglieder anders tickt. Eduard entschließt sich nach einem geplatzten Weihnachtsfest ehrlich zu werden und zieht somit den Unmut der Familie auf sich, die schon seit Generationen Verbrecher sind, dabei aber leider wenig erfolgreich. Es hat mich sehr amüsiert zu lesen, wie diese Familie ihren Familienunterhalt bestreitet. Chaos ist vorprogrammiert und wird sicherlich das eine oder andere Lächeln ins Gesicht zaubern. Ich fühlte mich beim Lesen wohl und durch die angemessene Schrift des Buches, die Illustrationen, die definitiv aufwerten, flog ich förmlich durch die Seiten. Eduard ist ein echter Sympathieträger, da er zwar den Wunsch hat ehrlich zu werden, die Schule zu besuchen, nicht mehr zu stehlen, wird dennoch deutlich, dass es nicht immer einfach ist, sich aus seinem alten Leben zu befreien. Es wird immer Menschen geben, die einem Steine in den Weg legen. Hier ist es Eduards Chef, der Eduard erpresst und Eduard ist nun gefordert die Familie zu retten. Dieses tut er schlagfertig und mit Köpfchen. Etwas, was ich an den anderen Familienmitgliedern vermisse. Die Ideen zum Diebstahl oder Betrug sind an für sich gut und es scheitert letztendlich nur an der Ausführung. Eigentlich wäre es traurig, wenn es nicht so lustig und amüsant niedergeschrieben worden wäre. Eduard wird inmitten seiner Familie von Hochstaplern, Heiratsschwindlerinnen, Erfindern, Betrügern und Dieben zum Außenseiter, was was natürlich schmerzlich wäre, wenn Eduard sich nicht behaupten könnte. Letztendlich zeigt sich aber doch, was Familie ausmacht und der Diamantendiebstahl findet ein gutes Ende. Völlig überspitzt, aber absolut passend.

Von mir eine Leseempfehlung für ein Kinderbuch, welches einen leichten Touch der Panzerknacker oder wie im Klappentext erwähnt, der Olsen Bande hat und mir wirklich den Abend versüßt hat. Ich hatte beim Lesen dauerhaft gute Laune und vermute, dass sich Kinder der Zielgruppe auch wohlfühlen werden. Richtig oder falsch wird ganz klar verdeutlicht und hat nebenbei auch noch einen Lerneffekt. Ehrlich(keit) währt immer noch am längsten, oder?

Dienstag, 9. Juni 2015

Pferdeabenteuer Deluxe




Filmhörspiel
Regie: Wolfgang Stockmann Originalverlag: Alias Entertainment
Ab 8 Jahren
2 Audio-CDs, Laufzeit: 102 Minuten
ISBN: 978-3-8445-1761-3
€ 9,99 

Verlag: der Hörverlag
Das Filmhörspiel zum Kinostart am 14. Mai 2015
Mika hat Sommerferien und endlich wieder Zeit für Ostwind! Doch sie entdeckt Wunden an Ostwinds Bauch, für die niemand eine Erklärung hat. Noch dazu steht Gut Kaltenbach kurz vor der Pleite! Schweren Herzens entscheidet sich Mika, an einem Turnier teilzunehmen, bei dem ein hohes Preisgeld winkt. Aber Ostwind ist abgelenkt, er läuft immer wieder davon. Als Mika ihm bis tief in den Wald folgt, entdeckt sie eine Schimmelstute, und die beiden Pferde umtanzen sich liebevoll. Plötzlich taucht ein fremder Junge namens Milan auf, der behauptet, er könne Mika helfen, das Turnier zu gewinnen. Was hat es wirklich mit Milan auf sich? Kann Mika Kaltenbach retten?





Nachdem wir den Trailer zu Ostwind 2 im Kino gesehen hatten, war für mein jüngstes Pferdemädchen klar, dass  wir den Film unbedingt sehen müssen. Bisher hat es noch nicht geklappt zeitlich, aber wir arbeiten daran ☺ Eine Anfrage über das Bloggerportal verlief positiv und der Hörverlag stellte uns das Hörspiel zum Film zum Hören und Rezensieren zur Verfügung. Da die Laufzeit doch recht lang ist, um die CD vor dem Schlafen gehen zu hören (mein Kind hat es ein paar Abende lang versucht und ist doch immer kurz vor Ende eingeschlafen), haben wir sie während einer Autofahrt gehört und es wirklich genossen. Selbst meine ältere Tochter war sehr begeistert, denn es wirkt sehr lebendig und lädt zum Träumen ein. Eigentlich mag ich Pferde nicht so gerne, da ich erstens allergisch bin und zweitens mir auf dem Rücken eines Großpferdes schon recht mulmig zumute ist. Meine Töchter ticken da anders und daher war das Hörspiel für uns alle ein Genuss. Meinen Mädchen, weil sie Pferde lieben und mir, weil mir das Zusammenspiel der Stimmen und der Musik sehr gut gefallen hat. Das Rauschen des Windes und der Blätter im Wald. das Hufklappern der Pferde und vieles andere, lassen das Hörspiel wirklich lebendig werden und laden regelrecht dazu, passende Bilder im Kopf entstehen zu lassen.

Für uns war "Ostwind 2- Filmhörspiel" ein echtes Highlight und wir haben es sehr genossen, die Geschichte rund um Ostwind, 33, Milan und Mika gemeinsam zu hören, um abzuschweifen und regelrecht zu träumen. Anders als der erste Film, wird hier eine Liebesgeschichte eingebaut, die gerade meine Mittlere sehr begeistert hat. Für mich war von Anfang an klar, dass sich etwas anderes zwischen Milan und Mika entwickeln wird, was eben nicht nur dazu führt Kaltenbach zu retten oder das weiße Pferd im Wald gefügig zu machen. Mikas Art sich auf Pferde einzulassen empfand ich als wunderschön, denn es wird auch deutlich, dass es in der Dressur anders gestaltet wird, als Mika es mit Ostwind handhabt und der Wille des Pferdes sonst eher unterdrückt wird. Mika handhabt den Umgang anders und kann dadurch definitiv mehr glänzen als die gestylten Chicas.

"Ostwind 2- Filmhörspiel" vereint Schönheit. Abenteuer und echte Spannung, untermalt durch eine ganz bezaubernde Geschichte, die ein gutes Ende für alle findet. Es gibt Momente des Lachens und Momente, die Hoffen lassen. Ein Hoffen darauf, dass sich das Blatt wendet und Kaltenbach erhalten bleiben kann, obwohl es finanziell unmöglich erscheint. Die Wende, die die Story nimmt, ist in keinem Moment vorhersehbar und kann schon alleine dadurch begeistern. Die Bilder die in unseren Köpfen entstanden sind, führten immer mehr dazu, uns den Film zu kaufen oder es zeitlich einzurichten ins Kino zu gehen, denn das wirklich gelungene Hörspiel erweckte Sehnsüchte und Neugier. Jedes Mädchen träumt sicherlich davon, die Welt auf einem Pferderücken erkunden zu können und "Ostwind 2" bietet uns einen kleinen Einblick darauf, wie Mensch und Tier zusammen harmonieren können. Ganz ohne Gerte und Sporren, sondern alleine dadurch, sich komplett auf das Pferd einzulassen.

Von uns kann es nichts anderes geben als eine Hörempfehlung, da die Story und auch die Erzählstimme wunderbar miteinander harmonierten. Die Erzählstimme von  Lea Schmidtbauer wurde optimal besetzt. Das Ende des Hörspiels blieb zwar nicht offen, dennoch hegen wir große Hoffnung, dass es noch einen weiteren Teil geben wird, der uns dann auch so begeistern kann wie die ersten beiden Filme / Hörspiele. Meine Rezension zum ersten Teil findest du HIER! und auch dort wird meine Begeisterung deutlich spürbar, oder?

Samstag, 6. Juni 2015

Der Hirsch vor der Linse



Das Foto meines Lebens


Colorado 1875:
Elizabeth Westbrook ist Fotografin aus Leidenschaft – und eine der wenigen Frauen in diesem Metier. Im Auftrag einer großen Zeitung reist sie ins wilde Colorado. Dort will sie die faszinierende Landschaft und Tierwelt einfangen.
Doch nicht nur ihre angeschlagene Gesundheit funkt ihr dazwischen. Auch die Zusammenarbeit mit dem Jäger Daniel Ranslett, der sie durch die Wildnis führt, gestaltet sich schwieriger als erwartet. Der verschlossene, gutaussehende Südstaatler scheint ein trauriges Geheimnis mit sich herumzutragen. Als Elizabeth völlig unerwartet über eine Leiche stolpert und diese fotografiert, gerät sie in Lebensgefahr. Wird es Daniel gelingen, sie rechtzeitig aufzuspüren?


392 Seiten, Paperback,ISBN: 978-3-86827-481-3, 15,95 Euro, Verlag: Francke 






Für mich war "Das Foto meines Lebens" das erste Buch der Autorin, daher war meine Erwartungshaltung nicht so hoch, wie manch anderen Lesern. Ich fühlte mich gleich von Anfang an mit Elizabeth verbunden, denn auch mir wäre es schwer gefallen mich  darauf zu besinnen Frau zu sein und meine Leidenschaft der Fotografie aufgrund meines Geschlechts nicht ausüben zu können. Ich würde mein Hobby vielleicht nicht zum Beruf machen wollen, konnte aber deutlich herausspüren, wie sehr Elizabeth es liebt zu fotografieren. Es ist umständlich und mühsam, da die Technik doch sehr veraltet erscheint, aber dennoch ist es dass, was Elizabeth sich erträumt. Störend empfand ich hierbei die Lügen, die Elizabeth erzählen muss, um ihrem Ziel näher zu kommen. Ich schiebe es ein klein wenig darauf, dass an der Zeit liegt, denn Frauen hatten einfach andere Aufgaben und wurden müde belächelt, wenn sie ihrem Hobby frönen und zum Beruf machen wollen. Andererseits ist es so, dass Lügen irgendwann aufgedeckt werden und verletzen können. Auch Elizabeth wird diese Erfahrung machen müssen und dadurch reifen. 
Insgesamt gesehen hat mir "Das Foto meines Lebens" sehr gut gefallen, denn es entführte mich in eine andere Zeit, die ich um einiges beschwerlicher finde als heute und in eine außergewöhnliche Kulisse. Ich begegne interessanten Menschen, die mir oft sympathisch sind oder eben von der Autorin gezeichnet wurden, dass sie vom ersten Moment an unsympathisch sind. Das Drama der Story ist zwischendurch vorhersehbar und es gab leider wenig Überraschungsmomente, dennoch fühlte ich mich durch den Schreibstil der Autorin sehr angesprochen. Eingeordnet in die christliche Romanwelt fehlte mir da allerdings doch etwas der Bezug, denn der Glaube kam definitiv zu kurz. 
Was mir besonders wichtig wurde, ist die Fremdenfeindlichkeit, die sich leider auch im Laufe der Zeit nicht verändert zu haben scheint. Menschen mit anderer Hautfarbe sind ungern gesehen und sind diejenigen, die 1875 wenig Freiheiten besaßen. Es tut mir immer weh, dieses zu lesen und daher war das Ende des Romans für mich so wunderbar, dass sogar ein paar Tränen geflossen sind. Letztendlich konnte ich "Das Foto meines Lebens" zufrieden beenden und mit einem Lächeln zurückblicken. 
Tamera Alexander verknüpft eine Liebesgeschichte mit echten Abenteuer. Es ist ihr gelungen mich abzuholen und für Elzabeth Geschichte zu begeistern. Ich empfand Elizabeth zwar zwischendurch als recht oberflächlich, was sich aber immer wieder wendete. Daniel dagegen war von Anfang an Sympathieträger und es war natürlich völlig klar, wie sich die Story entwickeln wird. Daniel selbst der eine große Bürde mit sich trägt, fängt an sich zu verändern und aus dem Eigenbrötler wird ein Fremdenführer durch die Wildnis. Wundervolle Natur und eindrucksvolle Menschen bringen Elizabeth viele Perspektive vor die Linse ihrer Kamera und wäre da nicht ein Hirsch gewesen, hätte sie das Foto ihres Lebens vielleicht schon längst geschossen ☺

Gerne eine Leseempfehlung für "Das Foto meines Lebens", welches eindrücklich von einem Leben voller innerer Kämpfe und Intrigen erzählt, dabei aber auch Menschen skizziert, die sich oft menschlich verhalten und dabei entweder glänzen oder abstoßen. Ich fand diese kleine Zeitreise faszinierend und konnte mich sehr gut auf die Handlung einlassen, auch wenn mir hier und da doch etwas Tiefe gefehlt hat, die an anderer Stelle dann doch noch geballt aufgetreten ist.