Samstag, 31. Januar 2015

Sinnloser Suizid?




Wir wollten nichts. Wir wollten alles



Text von Sanne Munk Jensen / Glenn Ringtved
Einbandgestaltung von Cornelia Niere
Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg


336 Seiten · gebunden
ab 16 Jahren
EUR 16,99  
ISBN-13: 978-3-7891-3920-8

Lässt nicht los: Liebe, die absoluter nicht sein kann. Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben.

Ein Roman, der unter die Haut geht: gewaltig und voller Sehnsucht mit einer Heldin voller Hingabe und einem Protagonist voller Widersprüche. In der Tradition der großen skandinavischen Autoren.

Leseprobe

Zum E-Book




"Wir wollten nichts, wir wollten alles" ist die Lebensgeschichte (zumindest ein Teil davon) von Louise, einem Mädchen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ihren wahren Sinn entdeckt sie, als ihr Liam begegnet. Sie lernt die Liebe auf eine ganz skurrile Art und Weise kennen und ich wage zu behaupten, dass sie Liam hörig ist. Während Lebensgeschichten eigentlich mitten im Leben stehend erzählt wird, erzählt Louise ihre Geschichte nachdem sie gestorben ist, gemeinsam mit Liam, aneinandergekettet, damit auch der Tod sie nicht trennen kann.
In Rückblenden und Einblicke in das jetzige Geschehen, nimmt uns Luise mit in die Aufklärung dessen, warum sie den Tod wählte und nicht das Leben. Gleich zu Beginn der Story werden wir Zuschauer einen unsinnigen Todes, denn nichts anderes ist es am Anfang für mich. Natürlich bin ich am Ende auch nicht davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, aber das liegt an meiner Einstellung und nicht an dieser Story. Manchmal trifft man im Leben Entscheidungen, die es erschweren unbekümmert zu bleiben. Manches in der Story fand ich äußerst schmerzhaft, gerade zum Ende hin, als bewusst wird, was zum Freitod geführt hat.
Sehr berührt hat mich der Schmerz der Eltern, die alle auf ihre eigene Art und Weise reagieren. Aggressiv, sich zurückziehend oder auf die Suche nach dem Warum? begebend. Ob es wirklich zufriedenstellende Antworten gibt?
Im Prinzip hat mir "Wir wollten nichts, wir wollten alles" gefallen, warum ich aber keine 5 Sterne vergeben kann, möchte ich kurz aufführen. Mir gefiel die teilweise sehr ordinäre Sprache der Protagonisten (ganz besonders von Liam und Ian seinem Vater) nicht, denn jedes 2. gesprochene Wort war "Fxxx you" und das kann einfach nicht sein. Wer redet denn so? Ich konnte mich damit nicht identifizieren, denn meine Umgangssprache ist eine andere. Außerdem fand ich bitter, dass Louise irgendwann so fixiert auf Liam ist, dass sie alles zu tun bereit ist. Es ist, als wäre ihr eigener Willen komplett ausgeschaltet. Im Trailer, den ich euch im übrigen sehr empfehle, kommt gut herüber, dass Liam der erste ist, der sie wirklich sieht und nicht übersieht. Liam selbst ist mir unangenehm, da er einfach ein paar Grenzen zu viel überschreiten. Wenn man all dieses außer acht lässt, bekommt man ein solides Jugendbuch, was lange nachwirkt.

Von mir eine Leseempfehlung und 4 Sterne --> HIER! es war erschreckend Liams und Louises Geschichte aufzudecken. Außerdem zeigt es, dass Sex, Drugs und nicht die Erfüllung im Leben bieten, sondern eher hinderlich sind, da sie das Gehirn benebeln und Entscheidungen beeinflussen, die man ohne Rausch vielleicht anders getroffen hätte.


Torschlusspanik

 



Ellen Berg

Ich will es doch auch!

Broschur, 335 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-3076-2 
9,99 € 
Frikadelle zum Frühstück

Charlotte ist Ärztin, hat einen tollen Job, eine tolle Wohnung, tolle Freunde – nur leider keinen Mann. Und das mit 39! Langsam wird es eng. Da taucht plötzlich Uwe auf, der attraktive, aber ziemlich ungehobelte Klempner. Geht gar nicht. Tja, geht doch! Denn Hals über Kopf verliebt sich Charlotte in sein umwerfendes Lächeln und seine unkonventionelle Art: Buletten zum Frühstück, Tanzen im Regen, Poolbillard in düsteren Kneipen. Charlotte ist selig, ihr Umfeld entsetzt. Downdating? Das kann doch nichts werden! Was willst du denn mit dem?

LESEPROBE! auf der Verlagsseite verfügbar oder HIER!




"Ich will es doch auch" brilliert definitiv durch seine Protagonisten, die wirklich so wunderbar gezeichnet sind, dass wir uns entweder mit ihnen verbrüdern oder verfeinden möchten. Wir Menschen sind einfach genial und wenn man uns genauer betrachten würde, ließe sich sicherlich auch über uns Bücher schreiben. Ellen Berg nutzt ihre Fähigkeiten, um Menschen in Bücher hineinzuschreiben und ihnen ein Gesicht zu geben. Ich habe es sehr genossen und fühlte mich auf Anhieb wohl mit der durchstrukturierten Charlotte. Erst vermutete ich bei ihr Autismus, da sie Gepflogenheiten einnimmt und sich strikt an ihnen festhält. Letztendlich ist mir klar, dass man manches auch anerziehen kann und Charlottes Eltern einfach übersehen haben, Charlotte Flügel zu geben, damit sie sich entfalten kann. Selbst den Schwiegersohn suchen sie aus und wenn die Chemie stimmen würde, hätte Charlotte eine sicherlich recht gute Partie gemacht. Durch Uwe den Klempner wächst Charlotte über sich hinaus und ihre Entwicklung zu verfolgen war wirklich amüsant und definitiv charmant. Ich glaube, Charlotte hat am Anfang des Romanes selbst nicht für möglich gehalten, welches Potential in ihr steckt. Ich, die ich einen Liebesroman mit Comedy erwartet hatte, war positiv überrascht, dass "Ich will es doch auch" ein klein wenig Tiefgang aufweisen kann. Es ist nicht die seichte Kost die ich erwartet hatte, obwohl ich oft und gerne schmunzeln musste, über das, was Charlotte erlebt, um sich endlich selbst zu finden. Die Charlotte zu entdecken, die in ihr tief vergraben liegt und selbst von ihrer Psychologin nicht herausgekitzelt werden konnte. Uwe ist ein toller Typ, zwar nicht reich und ohne Titel, aber von Grund auf ehrlich. Charlotte braucht fast schon zu viel Zeit um zu erkennen, wer es mit ihr ehrlich meint und wer Nutzen aus ihr zieht. Schmerzlich wird ihr bewusst, das hinter einer schönen Fassade nicht immer nur Gutes lauert. Besonders hervorheben möchte ich die Tatsache, dass Charlotte nicht einem Schönheitsideal entspricht, sondern ihre Pölsterchen und Ecken und Kanten besitzt. Mir gefällt es, denn damit kann ich mich eher identifizieren als mit Püppchen, die vom kleinsten Windstoß umgepustet werden. So wirkt Charlotte authentisch und das sie ihr Herz auf dem rechen Fleck hat, kann sie auch beweisen.
"Ich will es doch auch" zu lesen hat mir wirklich Spaß gemacht und da ich vom Schreibstil der Autorin echt angetan war, werde ich sicherlich auch noch das eine oder andere Buch der Autorin lesen. Leseempfehlung für alle, die gerne Schmunzeln und diejenigen, die gerne etwas mehr über Downdating erfahren möchten ☺ Schon alleine das Cover hätte 5 Sterne verdient, denn es gaukelt nicht nur Spaß vor, sondern bietet auch vom Inhalt der Story jede Menge Kracher. Für einen finsteren Wintertag unbedingt geeignet!

Freitag, 30. Januar 2015

BLOGTOUR "Todesruhe" Tag 3 - Hintergründe / Recherchearbeit / Allgemeine Fragen zum Thriller „Todesruhe“





Guten Morgen und Herzlich Willkommen zum 3. Tag der Blogtour zum Thriller"Todesruhe" von Tanja Noy. Vorgestern hat Euch Jacqueline eine ausführliche Buchvorstellung ausgearbeitet und gestern hat Nina euch mitgenommen in einen kleinen Einblick über Satanismus. Meine Themen heute sind Hintergründe / Recherchearbeit und Allgemeine Fragen zum Thriller "Todesruhe
Tanja Noy hat mir offen und ehrlich meine Fragen beantwortet, die ich an sie gestellt habe. Die eine oder andere Antwort kam für mich völlig überraschend und ich denke, dass es auch interessant für Euch ist, das kurze, knackige Interview auf euch wirken zu lassen. Ich wünsche Euch viel Spaß dabei. 

Meine Rezension zum Buch findest du HIER!






Guten Morgen Tanja,

ich habe die ehrenvolle Aufgabe dir einige Fragen, die deinen Thriller „Todesruhe“ betreffen zu stellen und freue mich schon sehr darauf. Es soll heute um die Hintergründe / Recherchearbeit / Allgemeine Fragen zum Buch gehen und da ist es für mich natürlich um einiges leichter, da ich „Todesruhe“ schon gelesen habe und mir schon während des Lesens den einen oder anderen Gedanken machen konnte.

Todesruhe“ ist der zweite Band einer Thrillerreihe. Der erste Band „Teufelsmord“ erschien bereits im Juni 2014 im Mira Taschenbuchverlag und „Höllenfrost“ erscheint höchstwahrscheinlich im Juli 2015. Auf der Verlagsseite des Verlages ist es schon ersichtlich.

Wird mit Erscheinen von „Höllenfrost“ im Juni 2015 die Story rund um Julia Wagner erzählt sein, oder sind weitere noch weitere Bände geplant?

Es wird insgesamt fünf Bücher rund um Julia Wagner geben.

Wann kam die Idee auf, aus den Thrillern einen Buchreihe zu gestalten?

Als ich mir die ersten Gedanken zu der Geschichte machte, war sehr schnell klar, dass sie mit einem oder zwei Büchern nicht erzählt sein würde. Dafür ist sie viel zu komplex. Es ist ja auch so jedes einzelne Buch schon fast eine Bibel. Seitenzahlentechnisch.

Damals hatte ich aber auch noch keinen Gedanken daran, dass sie irgendwann einmal veröffentlicht werden würde.  

Die Taschenbücher ähneln sich in der Optik sehr und mich interessiert hierbei, ob du ein Mitspracherecht bei der Coverauswahl hattest.

Ja, die habe ich.


   



 
Wie schaffst du es, innerhalb eines Jahres drei Bücher auf den Buchmarkt zu bringen? Viele Autoren und Autorinnen werfen ein, dass die Ideen in Gedanken schon geschrieben wurden und nur noch zu Papier gebracht werden müssen. Fällt dir das Schreiben auch so einfach, oder gerät es manchmal auch ins Stocken? Schreibblockaden stelle ichmir ganz furchtbar vor, zumal man ja sicherlich auch Termine einhalten muss. Wie gehst du damit um?

Als ich den Vertrag bei meinem Verlag unterschrieben habe, waren die ersten beiden Bücher schon beendet, das dritte fast fertig. Augenblicklich schreibe ich am vierten. Von daher war es möglich, die Bücher halbjährlich zu veröffentlichen.

Es ist allerdings tatsächlich ein Unterschied, ob ich nur für mich alleine schreibe und es dabei völlig egal ist, ob ich für ein Buch ein oder zwei oder fünf Jahre brauche. Termine geben der ganzen Sache eine ganz andere Brisanz. Da ich aber weiß, wie die Geschichte mit dem fünften Buch endet und alles im Kopf habe, macht es mir das Ganze etwas leichter.

Todesruhe“ hat als Hauptschauplatz eine Psychiatrische Klinik, in der wir Personen verschiedenster Psychosen antreffen.

Wann kam dir die Idee, Julia als Patientin darzustellen und nicht als Ermittlerin?

Das liegt daran, dass ich immer versuche, authentisch zu schreiben. Wenn einem Menschen das passiert ist, was Julia am Ende von Band eins passierte, würde er im „normalen“ Leben auch nicht einfach wieder aufstehen, sich den Staub aus den Klamotten klopfen, und sagen: „Nix passiert. Alles tutti.“

Das ist übrigens auch der Grund, warum ich Julia damals (und das ist inzwischen schon fast zehn Jahre her) überhaupt erst erfunden habe. Mir waren damals zu viele Kommissarinnen unterwegs, die immer perfekt gestylt waren, niemals irgendwelche Probleme hatten, und selbst angeschossen, mit Benzin übergossen und einem Messer im Rücken noch gut aussahen und einen flotten Spruch auf den Lippen hatten.

Ich wollte einen Menschen, der reagiert und handelt wie ein Mensch, der Probleme hat, auch Angst, der bei weitem nicht perfekt ist, aber im richtigen Moment weiß, was er zu tun hat – und so ist Julia entstanden.  

Eine Story in einer Psychiatrischen Klinik spielen zu lassen, empfand ich als klugen Schachzug. Wie hast du dich vorbereitet um die Szenen und Personen authentisch darzustellen?

Ich war dort. Nicht sehr lange, aber es reicht um zu wissen, dass ich nie wieder dorthin will. Ich kann es auch keinem empfehlen.

Die Nervenheilanstalt „Mönchshof“ wirkt auf mich fast schon wie ein Gefängnis, indem Menschen unterschiedlicher Art zusammengepfercht werden. Der Park rundherum darf nicht betreten werden und dient nur als Zierde. Warum bist du so streng zu deinen Protagonisten?

Weil es tatsächlich so ist. Es heißt nicht umsonst „geschlossene“ Psychiatrie. Es gibt zwar Patienten, die dürfen auch mal raus, aber immer nur mit besonderer Genehmigung und in Begleitung. Die meiste Zeit sitzen die Leute drinnen, betrachten die Welt vor dem Fenster und kämpfen dagegen an, nicht noch irrer zu werden. Das ist tatsächlich so.

Ein weiteres großes Thema sind Wahnvorstellungen und Wunschdenken, die schon in die Richtung des Satanismus gehen. Auch hier meine Frage, wie du dich mit diesen Szenen auseinandergesetzt hast, um sie möglichst detailliert und echt wirken zu lassen?

Entstanden ist es dadurch, dass ich mich der Gedanke beschäftigte, dass es im Leben ja immer um Gut und Böse geht. Das war schon immer so, ging bereits in der Bibel los: Adam, Eva, Kain, Abel – zack, der erste Mord.

Und ich stellte mir die Frage: Warum ist das so? Warum sind die Menschen offenbar nicht in der Lage, in Frieden miteinander zu leben? Warum sind die einen böse, die anderen gut? Warum wird der eine von seinem schlechten Gewissen aufgefressen, während den anderen ein begangener Mord völlig kalt lässt? Aber vor allem: Wann entscheidet man sich für eine Seite? Ist es genetisch festgelegt? Ist es anerzogen? Eine Fehlfunktion im Gehirn?

Wirklich befriedigende Antworten darauf habe ich leider noch nicht gefunden.

Also habe ich mich mit den verschiedenen Religionen auseinander gesetzt, den großen Weltreligionen, den kleinen, den Sekten, und eben auch mit Satanismus. Darüber habe ich sehr viel gelesen, auch über Dämonologie, was einem schon ein bisschen Angst machen kann, wie ich offen zugebe.

Auch hier keine befriedigende Antwort. Es bleibt als Erklärung nur der freie Wille, die Tatsache, dass wir uns irgendwann im Laufe unseres Lebens entscheiden.

Aber alleine diese Tatsache ist ja auch schon wieder sehr spannend. Und lässt immer wieder Raum für spannende und manchmal auch unheimliche Geschichten.  






Wie bei einer Blogtour üblich, gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, möchte ich dich bitten mir eine kurze Frage in den Kommentaren zu beantworten und schon ist dir deine Teilnahme sicher. Ein Kommentar auf mehreren Blogs erhöht natürlich die Chance auf einen der Gewinne, die da wären:



1. Preis 1x Todesruhe in Print + Goodie Paket von Mira Taschenbuch

2.-5. Preis je 1 x Todesruhe in Print






  • Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten
  • Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden(Gewinnerpost) und das ihre Adresse der Autorin zwecks Gewinnversands übermittelt wird.
  • Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
  • Keine Haftung für den Postversand
  • Versand der Gewinne innerhalb Deutschland - Österreich - Schweiz



Hier noch einmal alle teilnehmenden Blogs in der Übersicht:

28.1.
Ausführliche Buchvorstellung

29.1.
Satanismus
Nina 

30.1.
Hintergründe / Recherchearbeit / Allgemeine Fragen zum Thriller „Todesruhe“
Mel 

31.1.
Nervenheilanstalt/ Geschlossene Psychatrie

1.2.
Allgemeines Interview

2.2.
Gewinnerbekanntgabe auf allen teilnehmenden Blogs im Laufe des Tages







Wünsche euch weiterhin viel Freude an unserer Blogtour Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, wir konnten Euch auch ein klein wenig von "Todesruhe" überzeugen.

GLG,
Mel

Donnerstag, 29. Januar 2015

Ungewöhnlich wundervoll + liebenswert




Eleanor & Park

Rainbow Rowell

Diese Liebesgeschichte "erinnert mich daran, wie es ist, jung und verliebt in ein 
Buch zu sein." John Green


Seiten: 368
ISBN: 978-3-446-24740-6
16,90 Euro




Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber 
zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park 
liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken 
und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks
Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen 
und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum
Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann.



"Eleanor & Park" ist eine ganz ungewöhnlich wundervolle Liebesgeschichte, da sie einfach anders ist, ebenso wie die beiden Protagonisten des Romans, den uns Rainbow Rowell erzählt . Liebesgeschichten gibt es wie Sand am Meer, aber "Eleanor & Park" sticht einfach heraus, da es einfach etwas ganz Besonderes sind. Es zeigt sich, dass Gegensätze sich anziehen können und dabei auch relativ glücklich sein können, obwohl hier und da natürlich auch Missverständnisse auftreten können, da man durch seine Lebensumstände eine ganz andere Sprache spricht als der andere / die andere. Was im Bus beginnt, da Park Eleanor einen Platz neben sich anbietet, endet in einem Verliebtsein, in dem man das Kribbeln und Flattern der Schmetterlinge im Bauch fast schon selbst spüren kann.
Ich wollte das Buch aufgrund seines Covers, dem Klappentext und dem Verlag, der es herausgebracht hat, unbedingt lesen, denn der Hanser Verlag hat mich noch nie enttäuscht bisher. Eines meiner Lieblingsbücher ist in diesem Verlag erschienen und auch "Eleanor & Park" tendiert zum Lieblingsbuch.
Ich genieße es mehr, wenn Protagonisten nicht dem Standard entsprechen, den wir Menschen uns machen, sondern mit all ihren Ecken und Kanten brillieren können. Eleanor ist kein Mädchen, wie es der breiten Masse vorschwebt, denn sie kommt mit ein klein wenig mehr Körpermasse daher, trägt ausgefallene Kleidung, behängt sich wie ein Weihnachtsbaum und kommt aus einer Problemfamilie, obwohl hier eher der Stiefvater das Problem ist und nicht Eleanor. Park ist auch kein Durchschnittstyp, sondern ein gutaussehender junger Mann aus asiatischer Abstammung und einem großen Herzen. Ein Herz, welches irgendwann für Eleanor zu schlagen beginnt. Ich habe es sehr genossen, das Leben dieser beiden jungen Menschen zu verfolgen und ihren Herzschmerz mitzuerleben, denn natürlich ist nicht alles nur heiter und sonnig, sondern auch wolkig und stürmisch, dennoch ist es vorprogrammiert etwas Gutes dabei herauskommen zu lassen. Meine Hoffnung auf ein Happy End für alle Beteiligten hat sich erfüllt und mich zufrieden zurückgelassen. "Eleanor & Park" hat seinen eigenen Soundtrack, obwohl ich gestehen muss, dass mir manches doch unbekannt war, auch werde ich nicht nach Beenden des Buches anfangen Comics zu lesen, denn diese verschmähte ich schon als Kind, dennoch bieten sie der Story einen tollen Hintergrund. Wie man sich kennen lernt ist ja schließlich egal. Hauptsache ist, dass man das gute behält und das Schlechte aus seinem Leben verbannt. Vorurteile ist auch ein Thema mit dem sich die Story beschäftigt, aber da jeder eine Chance verdient, nimmt es keinen großen Stellenwert ein. Mir gefällt, dass es sich hier nicht nur um Äußerlichkeiten dreht, sondern der innere Mensch zum Vorschein kommt. Daraus werden Liebesgeschichten gemacht, die musikalisch unterlegt sind und aufzeigen, dass man auch mit Vorurteilen ausräumen kann.

Absolute Leseempfehlung und jetzt schon ein Highligt in meinem Lesejahr 2015!

Mittwoch, 28. Januar 2015

Unheimlich gelungen


Nightmares! - Die Schrecken der Nacht


Band 1 


Schlafe, Charlie, schlaf ruhig ein, im Traum wird es noch schlimmer sein …

Kalter Kaffee, Unmengen Wasser, Klebeband zum Augenaufhalten: Der zwölfjährige Charlie versucht alles, um bloß nicht einzuschlafen. Seit er in der Villa seiner neuen Stiefmutter lebt, wird er Nacht für Nacht von absolut gruseligen Albträumen heimgesucht. Aber warum wirken die Monster und Ungeheuer soviel echter als andere Träume? Charlie muss sich etwas einfallen lassen, wenn er jemals wieder ruhig schlafen will.

Das erste Buch von Hollywood-Liebling und Muppets-Autor Jason Segel - bekannt aus How I Met Your Mother - als Auftakt einer Trilogie voller subtilem Grusel und viel Spaß.
Perfekt für alle ab 10 Jahren: witzig, fantastisch und doch aus dem Kinderleben gegriffen.

www.nightmares-trilogie.de 

Charlies Schlaf-bloß-nicht-Lied

Zum E-Book



384 Seiten · gebunden
Dressler 
ab 10 Jahren
17,99
ISBN-13: 978-3-7915-1908-1





Auch ich konnte mich dem Hype um "Nightmares - Die Schrecken der Nacht" nicht entziehen und vor lauter Neugier stand es auch nicht lange ungelesen im Buchregal. Es ist nicht nur wundervoll gestaltet, sondern verfügt über einen orangen Buchschnitt und magischer Schrift am Cover, die im Dunkeln leuchtet. Von der Optik her überzeugend und sicherlich gerade für die Zielgruppe der Leser absolut geeignet. Auch der Inhalt ist für den jungen Leser / die Leserin ein Buch, welches darauf hinzielt, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen. Charlie unser Protagonist entwickelt sich vom Angsthasen in einen wahren Helden, unterstützt durch die Alpträume seiner Freunde.
In  "Nightmares - Die Schrecken der Nacht" werden Alpträume Wirklichkeit. Ich habe das Lesen genossen, auch wenn hier und da eine unheimliche Spannung herrscht, konnte ich mich komplett darauf einlassen. Es gab aber auch viele amüsante Seiten der Handlung, die manchmal einfach dem düsteren, mitunter auch traurigen Dialogen den Schrecken nahmen.
Charlie schläft in den unmöglichsten Situationen ein und befindet sich dann in der Anderswelt, dort wo Alpträume Gestalt annehmen. Es werden uns viele gruselige Gestalten begegnen und es wird schnell klar, dass diese sich von der Angst nähren. Welches ist aber Charlies größte Angst? Kann er sich ihr stellen und am Ende als Sieger dastehen?
Charlies Vergangenheit empfand ich als sehr schmerzhaft, zumal er erst 12 Jahre alt ist und sich in einer für ihn komplett neuen Situation wiederfindet. Eine Stiefmutter, genannt das Stiefmonster und ein neues Haus. Ein Haus in dem Alpträume Wirklichkeit werden. Nach und nach bekommen die Monster in Charlies Träumen ein Gesicht und Charlie der nun schon tagelang nicht richtig geschlafen hat, mutiert selbst zum Monster. Er ward ungerecht, schreit seinen Bruder an und verdächtigt das Stiefmonster eine Hexe zu sein. Ehrlich gesagt, hatte auch ich Charlies Stiefmutter Charlotte in Verdacht etwas mit den Alpträume zutun zu haben und indirekt bestätigt sich dieser Verdacht am Ende auch. Nicht zu schlafen ist Folter, aber Kinder mit Alpträumen zu quälen ist ebenso schlimm, Es ist für mich nachvollziehbar, dass sich Charlie zu wehren beginnt. Tief in ihm ist eine sehr große Angst und die gilt es endlich zu besiegen, um frei zu sein. Es gibt viele Arten von Ängsten, die hier in diesem Buch ihren Platz finden und es lohnt sich, sich zu kämpfen, denn die Angst sollte nie so viel Raum in dir einnehmen, dass sie dich verschlingt.
Für mich war "Nightmares - Die Schrecken der Nacht" ein echtes Leseabenteuer, in das ich mich gerne begeben habe. Ehrlich gesagt war es wirklich die Neugier die mich getrieben hat. Interessanterweise gab es auch einige Stimmen im Internet, die nicht zufrieden waren mit dem Buch, aber zu denen kann ich mich nicht zählen, denn meine Erwartungen wurden komplett erfüllt. Ich flog förmlich durch die Seiten und konnte am Ende angelangt das Buch zufrieden zuklappen.

5 Sterne --> HIER!


Dienstag, 27. Januar 2015

"Lotusblut" konnte überzeugen







Judith Winter

Lotusblut

Der zweite Fall für Emilia Capelli und Mai Zhou.
Emilia Capelli und Mai Zhou werden an den Tatort eines mysteriösen Doppelmordes gerufen: Im elften Stock eines Frankfurter Luxushotels liegen die Leichen des Unternehmers Peter Klatt und seiner Frau Ramona. Beide wurden durch einen gezielten Schuss in die Stirn getötet. Das etwa zehnjährige asiatische Mädchen, das sie bei sich hatten, ist seit der Bluttat spurlos verschwunden. Noch im Hotel läuft das völlig verstörte Kind Emilia in die Hände. Zurück im Präsidium scheint durch eine Zeugenbefragung endlich Licht ins Dunkel zu kommen. Doch ein unaufmerksamer Moment, und die kleine Kaylin verschwindet erneut …

448 Seiten
ISBN 978-3-423-21569-5
9,95 Euro






"Lotusblut" ist der zweite Thriller der Autorin den ich las und ich merke eine gewaltige Spannungssteigerung. "Siebenschön", das Thrillerdebüt war faszinierend, aber konnte mich letztendlich nicht komplett überzeugen. "Lotusblut" ist absolut spannend und zog mich regelrecht in seinen Bann. Was mich besonders an der Thrillerreihe beeindruckt ist die Tatsache, dass das Ermittlerteam weiblich ist, was ich so bisher noch nicht gelesen habe. Normalerweise würde man echten Zickenkrieg erwarten, aber Em und Mai Zhou ergänzen sich wunderbar. Interessant ist, dass sie es noch nicht geschafft haben sich zu duzen, sondern sich immer noch mit einem gewissen Respekt begegnen. Ich bin gespannt, ob irgendwann der Knoten platzt, obwohl ich mir die beiden doch sehr unterschiedlichen Frauen auch nicht als Freundinnen vorstellen kann.

"Lotusblut" beginnt schon von Anfang an rasant. Kaylin, um die es sich im Thriller dreht fasziniert mich als Person  total. Sie kann sich regelrecht unsichtbar machen und merkt selbst schnell, dass sie in Todesgefahr schwebt. Wer allerdings der Drache ist, der sie verfolgt und welchem Zweck er dient, bleibt lange ungewiss. Die Spannung baut sich nach und nach auf, um sich am Ende in einem großen Knall zu entladen. Kaylin wirkt selbst irgendwann unsicher, denn allen Menschen denen sie begegnet ist, sind entweder tot oder schwer verletzt. Letztendlich ist sie komplett auf sich gestellt. Faszinierend ist hierbei, dass sie 10 Jahre alt ist und selbst auf der Flucht Mut und Stärke beweisen kann. Eine außergewöhnliche junge Persönlichkeit, die dem Thriller den gewissen Kick beschert hat.

Insgesamt haben wir hier einen Thriller, der seinen Protagonisten Leben einhauchen konnte Eine Story, die einen kleinen Einblick Chinas gewährt. Es geht um Macht und Gier, was sich aber erst nach und nach herausstellen kann. Es säumen weit weniger Leichen den Weg von Em und Mai Zhou als im ersten Thriller der Autorin, was ich aber nicht als störend empfunden habe. Auch wenn am Ende doch einige Fragen rund um Kaylins Wurzeln offen geblieben sind, konnte ich den Thriller zufrieden beenden.

Von mir eine Leseempfehlung und lediglich 4,5 Sterne, da mir Cover und Inhalt nicht zusammenpassend erscheinen.

Montag, 26. Januar 2015

Wortaufstand der Satzbekenntnisse




Lilly Lindner

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Roman
Taschenbuch
ISBN: 978-3-7335-0093-1
9,99 Euro


Erscheinungstermin: 19.2.2015



DAS ERSTE JUGENDBUCH VON BESTSELLERAUTORIN LILLY LINDNER

Lilly Lindner ist ein Phänomen. Sie ist ein außergewöhnliches Schreibtalent. 
Nun hat sie ihr erstes Jugendbuch geschrieben und trifft mit ihrer glasklaren und poetischen Sprache jeden Leser direkt ins Herz.

April ist fort. Seit Wochen kämpft sie in einer Klinik gegen ihre Magersucht an. Und seit Wochen antwortet sie nicht auf die Briefe, die ihre Schwester Phoebe ihr schreibt. Wann wird April endlich wieder nach Hause kommen? Warum antwortet sie ihr nicht? Phoebe hat tausend Fragen. Doch ihre Eltern schweigen hilflos und geben Phoebe keine Möglichkeit, zu begreifen, was ihrer Schwester fehlt. Aber sie versteht, wie unendlich traurig April ist. Und so schreibt sie ihr Briefe. Wort für Wort in die Stille hinein, die April hinterlassen hat.


LESEPROBE auf der Verlagsseite verfügbar oder HIER!




"Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" ist eines der Bücher, die ganz tief innen berühren, da sie eine fast schon zu deutliche Sprache sprechen. Nach Beenden des Buches, war ich eine ganze Weile lang fassungslos und den Tränen nah. Ich bin überzeugt, dass "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" die Leserschaft spalten wird und zwar in diejenigen, die sich ganz tief hineinfühlen können und in diejenigen, denen der Roman zu aufgesetzt erscheint. "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" lebt durch seine Worte und seinen Tiefgang, zumindest habe ich es so empfinden dürfen. Es gab so viele Sätze im Buch, die mich zum Nachdenken gebracht haben oder mir schmerzhaft bewusst gemacht haben, wie kostbar das Leben ist und man keinen Tag davon verschenken sollte. Ich bin der Autorin sehr dankbar für ihre deutliche Sprache, auch wenn sie nicht immer zu einem 9 Jährigen Mädchen wie Phoebe es ist passend erschienen. Soviel Weisheit und starke Wortauswahl scheint irgendwie unpassend, obwohl, wenn ich mir Phoebe und April näher betrachte, ist es auf der anderen Seite doch wieder maßgeschneidert.


"Rücksicht nehmen ist eine schöne Wortzusammensetzung. Weil es klingt, als würde man sich umdrehen, jemanden sichten und dann zurückgehen, um für ihn da zu sein" Zitat S. 38


" Wenn ich ein Wort wäre, dann wäre ich ein Bindungswort. Und dann würde ich so viele Worte an mich binden, das ich am Ende ein ganzer Satz wäre. Und dieser Satz würde alles über meine Bindungsfähigkeit aussagen. " Zitat S. 167


Die Aussagen des Buches sind recht einfach, denn wir lesen hier von einer heimtückischen Krankheit, die April komplett in ihre Fänge gezogen hat. Magersucht! April ist dabei sich komplett selbst zu verlieren und die Hintergründe werden erst so nach und nach klar. Mich hat es ehrlich gesagt fassungslos und wütend gemacht. Ich möchte es nicht weiter ausführen, da ich zu sehr spoilern würde. Für mich ist "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" ein Buch, welches unbedingt gelesen werden sollte. Die Reaktionen von Aprils Eltern werden mir zwar niemals schlüssig sein, dennoch stellt sich ganz klar heraus, was Kinder in eine Essstörung ziehen könnte. Fehlendes Selbstbewusstsein, mangelnde Liebe und Aufmerksamkeit? In jedem von uns steckt der Wunsch so angenommen zu werden, wie wir sind und nicht in unserem Wissensdurst gemaßregelt zu werden.

"Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" ist in zwei Teilen aufgebaut. Der erste Teil erzählt Phoebes Sicht der Dinge und der zweite Teil ist ein klein wenig als Antwort auf Phoebes drängenden Fragen an ihre ältere Schwester, ihre Wortverwandte zu lesen. Mich hat das Buch gestern dermaßen aufgewühlt, das ich eine kurze Pause einlegen musste, da ich es als sehr schmerzhaft empfunden habe. Mir fehlte auch oft das Verständnis für Aprils Eltern und wenn ich gekonnt hätte, hätte ich sie richtig geschüttelt, um sie zur Vernunft zu bringen. Das Schreien ist in dieser Familie an der Tagesordnung, daher wäre es vielleicht auch nicht schlimm gewesen, wenn ich sie angeschrien hätte, obwohl ich vermute, dass ich auf taube Ohren gestoßen wäre. Ich finde für mich persönlich keine Erklärung für das Denken und Handeln der Eltern. Aprils Schreie bleiben ungehört und daher zieht sie sich zurück. Irgendwann ist der Schritt ins Leben zurück viel zu groß und April zieht sich in ihr Schweigen zurück.

"Ich verstehe dich, April, denn manchmal will ich auch kein Wort mehr sagen. Denn wenn sowieso niemand zuhört, ist es leichter, still zu sein. Und vor allem ist es weniger anstrengend." Zitat S. 256

In diesem Roman begegnen uns viele wunderbare Dinge, die durch Worte geschehen, aber auch viel Schreckliches, Grausames, die eben auch durch Worte geschehen können. Es zeigt, das auch Worte manchmal der Grund allen Übels sein können. Durch Worte kann Wärme entstehen, aber auch tiefste Einsamkeit. Wählen wir unsere Worte einfach mit mehr Bedacht!


Von mir gibt es eine Leseempfehlung für "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin", da es in meinen Augen ein ganz besonders Buch war. Todtraurig, aber dennoch auf seine eigene Art und Weise wunderschön, obwohl in mir das schmerzhafte doch überwogen hat. Ehrlich gesagt bin ich mir unsicher, ob ich jemals ein Buch gelesen habe, in dem ich gleichermaßen wütend und glücklich war und das alles auf einmal.

Freitag, 23. Januar 2015

100 Dinge, die es wert sind sich zu erinnern







Das kleine große Glück

Originaltitel: A hundred pieces of me


Taschenbuch 
Broschur
544 Seiten 
ISBN: 978-3-442-48217-7
€ 8,99 
Verlag: Goldmann





Wenn du noch einmal ganz neu anfangen könntest – welche 100 Dinge würdest du aus deinem alten Leben mitnehmen?
Nach ein paar schwierigen Jahren, die sie am liebsten vergessen würde, fängt die dreiunddreißigjährige Gina Bellamy noch einmal ganz von vorne an. Dabei stellt sie fest, dass all die Habseligkeiten, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, gar nicht mehr so recht zu ihr passen. Gina fasst einen Entschluss: Sie behält nur die 100 Dinge, die ihr am wichtigsten sind. Der Rest wird verschenkt oder verkauft. Doch während sie ihr Leben aufräumt, muss sich Gina nicht nur ihrer Vergangenheit stellen – sie erlebt auch eine Zeit voller Überraschungen, Freundschaft und Liebe und erkennt, was wirklich wichtig ist.



"Das kleine große Glück" ist ein Roman der vielleicht auch uns dazu auffordert, über unser Leben nachzudenken und vielleicht hier und da auszumisten, in Taten und in Gedanken. Gina, die sich von ihrem Mann getrennt hat, steht vor der Entscheidung noch einmal von vorne anzufangen und letztendlich ist es eine Reflexion über ihr Leben bisher und dem, wie sie nun gezwungen ist, es neu zu gestalten und umzugestalten. Am Anfang kam sie mir schon fast wie eine sinnlose Sammlerin vor, den die Umzugskartons aus dem Haus, das sie nach der Trennung von ihrem Mann packt, beinhalten Dinge die der Mensch nicht braucht und selbst Gina weiß mit vielen Dingen nichts anzufangen. Was also tun mit all dem sinnlosen Kram? Spenden? Wegwerfen? Verkaufen? Lassen sich Erinnerungen einfach so in Tüten packen? 100 Dinge möchte Gina behalten und wir tauchen damit ein in ihre Vergangenheit, die so einige Geheimnisse offenbart. Es zeigt sich, das Gina bisher ein Leben geführt hat, welches ihr wenig Gelegenheit gegeben hat sich zu entfalten. Sie hat sich angepasst und verlernt auf sich uns ihre Gefühle zu achten. Lucy Dillon hat es verstanden "Das kleine große Glück" emotional unsagbar auszuschmücken. Ich fühlte mich beim Lesen wirklich wohl, obwohl ich behaupten würde, das einiges an Handlung auch hätte abgekürzt werden können. Besonders hervorheben möchte ich Ginas neu entdeckte Liebe zu Buzz, der ihr nach und nach Zuneigung und Vertrauen schenkt. Sie brauchen einander um innerlich zu gesunden. Hier wurde eine ganz besondere Liebesgeschichte geschrieben, die aus Verletzungen Heilung möglich machen. Wir sehen hier eine tief verletzte Frau, die aufsteht und weitermacht, obwohl das Leben ihr bisher wirklich mies mitgespielt hat. Die Rückblicke in Ginas Vergangenheit zeigen dies und mitunter müssen wir als Leser schmerzlich miterleben, was ein Mensch ertragen kann und dennoch die Kraft findet weiterzumachen. Wie schon erwähnt, ist Buzz dabei eine große Hilfe und verleiht Gina neuen Lebensmut, da das Aussortieren ihres alten Lebens eben auch schmerzhafte Dinge zum Vorschein bringt. "Das kleine große Glück" zeigt letztendlich auf, das wir nicht festhalten sollen an alten und vergangenen Zeiten, sondern den Mut haben neu anzufangen und uns neu zu orientieren. Die Botschaft ist genial, auch wenn sie vielleicht nicht immer durchführbar ist. Für Gina beginnt etwas neues und es hat mir gefallen, sie zu begleiten. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung und 4 Sterne --> HIER! für ein doch recht emotionales Buch, welches mich zwar nicht zu Tränen rühren könnte, aber durch die eine oder andere Begebenheit doch sehr bewegt hat.