Freitag, 4. Dezember 2015

Regionalkrimi Bielefeld Teil 2



Das fremde Grab



Spurlos in Bielefeld
Dieser Fall gibt der Bielefelder Kripo Rätsel auf: Ist der attraktive Anlageberater Heberlein wirklich nur auf der Flucht vor seinen Gläubigern abgetaucht? Seine Leiche wurde zwar nie gefunden, aber die Aussage seiner schillernden Geliebten, der femme fatale Lara Kaspari spricht eher für ein Verbrechen.
Kommissar Domeyer und seine Kollegin Tschöke vom Bielefelder KK11 stellen bald fest, dass es an Personen mit einem Mordmotiv nicht mangelt.
Was war mit dem »dicken Fisch an der Angel« gemeint, von dem Heberlein kurz vor seinem Verschwinden sprach? Geht es um Geld, oder steckt doch etwas anderes dahinter?
Als dann noch ein Kripo-Kollege spurlos verschwindet, kommt den Beamten ein grausiger Verdacht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …


  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: KBV 
  • ISBN-13: 978-3954412655
  • 9,99€





Es ging für mich fast nahtlos weiter, denn ich widmete mich den Regionalkrimis aus Bielefeld recht schnell hintereinander. Es ist nicht zwingend notwendig, "Nacht aus Eis" zu lesen, da "Das fremde Grab" eine eigene Story erzählt, um aber das eine oder andere was Protagonisten des Krimis betrifft besser zu verstehen, empfiehlt es sich doch. 

Meine Rezension zu "Nacht aus Eis" findest du HIER! 

Auch "Das fremde Grab"verspricht Hochspannung ab der ersten Seite, denn dort treffen wir auf eine Mann, der lebendig begraben zu sein scheint. Es ist gleich ein leichter Gruseleffekt für mich, da ich diese Art zu Tode zu kommen, besonders grausam finde. Man spürt die Angst des Mannes sehr deutlich und dieses führt uns dann direkt in die Handlung ein.
Der Titel des Krimis spricht eine deutliche Sprache und macht schon leichte Andeutungen, die dann vom Klappentext her vereitelt werden. Ich war sehr gespannt, ob sich Verdachtsmomente in Tatsachen verwandeln werden. 

Da ich gebürtige Bielefelderin bin und nur eine ganz geringe Kilometerzahl meiner Geburtsstadt entfernt lebe, kannte ich viele genannten Handlungsorte und es war schon ein Stück weit nach Hause kommen. Ich fühlte mich wohl in Bielefeld und seinem Krimi, was man ja eigentlich von einem Krimi nicht behaupten sollte, da Morde und Psychosen meist überhand nehmen und der Wohlfühleffekt verfliegen sollte. Einen Krimi zu erleben der dort spielt, wo ich zuhause bin, schürte meine Neugier und ich freute mich einfach darauf, erneut mit Dominik Domeyer abzutauchen in einen Fall, der jede Menge Geheimnisse verbirgt und mich lange vor ein Rätsel stellte. Es gilt tatsächlich aufmerksam zu lesen, damit das eine oder andere nicht untergeht, welches im Nachhinein wichtig für die Lösung des Falles ist. Da ich das Buch in einer Leserunde lese, war ich erstaunt, was hier und da noch im Verborgenen liegt und sich erst hinterher als besonders wichtig entpuppt. Gemeinsames Lesen ist wirklich genial, da ich mehr nachdachte, als wenn ich den Krimi alleine gelesen hätte. So rief ich mir das eine oder andere erneut ins Gedächtnis und konnte die eine oder andere Verstrickung viel deutlicher wahrnehmen.

Auch in "Das fremde Grab" wird Spannung mit Familiengeschehen verknüpft. Manches verfügte über einige Längen und war für mich nicht ganz so interessant, dennoch gehört es unbedingt dazu, denn wenn man weiterliest, sieht man auch hier, dass Dominik Domeyer auch in diesen Fall verstrickt zu sein scheint. Insgesamt ist die Wahl der Protagonisten sehr gut gewählt, da sie nicht blass erscheinen, sondern so gut gezeichnet sind, dass ich sie mir bildlich vorstellen kann. Ein Roman fällt und steht mit seinen Protagonisten und in "Das fremde Grab" gibt es entweder sofort Sympathiepunkte oder ab der ersten Beschreibung Sympathieverlust. Es sind die Menschen, die brillieren, da sie nicht gleich eindeutig erscheinen, sondern erst nach und nach Raum einnehmen, um dem Krimi einen tieferen Sinn zu geben. Mein Respekt hier an dieser Stelle an die Autorin, dass es ihr gelungen ist, mich bis zum Ende hin verwirren zu können. Natürlich hat man Verdachtsmomente, die sich aber immer wieder zerschlagen, da es immer wieder neue Aufregungen gibt, denen ich mich stellen muss.

Insgesamt bin ich wirklich zufrieden, denn ich fühlte mich gut unterhalten. Da "Das fremde Grab" ein Krimi meiner Geburtsstadt ist, hat er dadurch noch einen ganz besonders intensiven Sog auf mich gehabt. Es war ein Ausflug der besonderen Art, da ich Orte und Schauplätze kannte. Es hat wie schon erwähnt Spaß gemacht und das trotz aller Grausamkeit und Psychosen die uns im Buch begegnen werden. Es ist immer wieder interessant zu lesen, zu was Menschen fähig sind, wenn sie verletzt werden. Mich erstaunt es immer wieder. 

Absolute Leseempfehlung!





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen