Samstag, 28. November 2015

Breathe in and Breathe Out



Judith Pinnow

Läuft da was?

***Jetzt bin ich mal dran!***
Annabel hat jahrelang beruflich zurückgesteckt und sich um ihre drei Kinder gekümmert. Jetzt will sie den großen Auftritt zur Primetime. Alles läuft anscheinend nach Plan, doch dann kommt die niederschmetternde Nachricht: Dem Sender ist sie zu alt!
Was tun? Botox? Schönheits-OP? Wie weit soll sie für ihre Karriere gehen? Ihre Freundinnen beraten sie, stecken aber selbst gerade in der Krise. In Annabels eigener Ehe scheint noch alles in Ordnung, Tom will einfach nur seine Ruhe. Oder?
Ausgerechnet jetzt verliebt sich Annabel in einen jüngeren Mann. Muss das sein? Warum ist es nur so verdammt schwer, vierzig zu werden? War es vielleicht ein Fehler, drei Kinder zu bekommen? Kann man Mutter einer Herde sein und sich selbst trotzdem nicht verlieren? Kurz entschlossen läuft Annabel davon. Um am Ende zu wissen, dass das Glück kein großes Paket ist, auf das man jahrelang wartet. Es ist vielmehr so etwas wie die Ziege im Feinkostladen. Wenn die einmal drin ist, bekommt man sie so schnell nicht mehr heraus.

Hardcover
KRÜGER
ISBN: 978-3-8105-1459-2
14,99€





"Läuft da was?" ist das Debüt der Autorin Judith Pinnow. Ich hatte mir das Buch ertauscht und freute mich sehr auf das Lesen, da Dora Heldt dieses Buch als sehr hochwertig anpries. Leider blieb mir die Story viel zu oberflächlich und drehte sich nur um Aussehen und Beinah - Sex mit einem Fremden. Annabel ist Mutter von drei Kindern und wird durch ihr Alter aus dem Showbiz rausgekickt. Klar ist es blöd auf sein Alter reduziert zu werden, aber dies würde bei mir keine Midlifecrisis hervorrufen, denn das Leben besteht doch aus so viel mehr. Ich habe das Gefühl, das Annabel insgesamt sehr unzufrieden mit ihrem Leben ist und deshalb ausbrechen will. Ihre Ehe ist alltäglich und durch die Kinder fühlt sie sich lediglich auf das Muttersein reduziert. Mir ergeht es da ähnlich, aber ich habe trotzdem nicht das Gefühl irgendetwas zu verpassen. Sind es die Medien, die uns vorgaukeln, das man nur jung, schön und knackig sein muss, damit das Leben lebenswert ist? 

Vielleicht hätte ich den Roman nicht so ernst nehmen sollen? Ich habe einfach keinen Zugang zu Annabel gefunden und fand sie leider sehr, sehr unsympathisch. Wenn dies schon bei der Protagonistin geschieht, ist eigentlich das ganze Buch für die Tonne, denn ich war nur noch genervt über die Rumjammerei und erwartete sehnsüchtig das Ende des Romans herbei. Als dann endlich das Ruder umgedreht wird und sich Tom und Annabel in Schweden wieder annähern, wird klar, dass Ehe immer Kampf bedeutet, denn sich zu entlieben ist einfacher, als sich immer und immer wieder neu in den Partner zu verlieben. Man braucht Raum für Gespräche und Zeit füreinander. Diese Oasen muss man sich erschaffen, sonst schafft man es nicht, dem Alltag zu entgehen. Vielleicht kommen dann Gedanken ins Spiel die tödlich für jede Ehe sein können. Am Ende steht die Frage im Raum, haben sie es getan oder nicht? Hat sich Annabel auf einen deutlich jüngeren Mann eingelassen, um ihr Selbstwertgefühl zu pushen oder nicht? 

Da mir das Buch zu oberflächlich blieb, vergebe ich lediglich eine eingeschränkte Leseempfehlung. Mich hat die Story leider nicht einen Moment zum Lächeln bringen können und meine hohe Erwartungshaltung platze schnell wie eine Seifenblase. Schade!


★★★ 

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