Sonntag, 20. September 2015

Aus Liebe


John Boyne

So fern wie nah

Roman
256 Seiten
ISBN: 978-3-596-81241-7
ab 12 Jahren
7,99 Euro



Als an Alfies fünftem Geburtstag der Erste Weltkrieg ausbricht, verspricht sein Vater, nicht in dem Kampf zu ziehen – und bricht sein Wort am Tag darauf. Vier harte Jahre später geht Alfie heimlich arbeiten, um seine Mutter zu unterstützen. Er ist davon überzeugt, dass er seinen Vater nie wiedersehen wird. Doch dann erfährt Alfie zufällig, dass sein Vater in einer Klinik für traumatisierte Soldaten behandelt wird. Und er beschließt, ihn nach Hause zu holen …




John Boyne gehört definitiv zu meinen Lieblingsautoren, daher las ich "So fern wie nah" mit großer Begeisterung. Auch in diesem Buch wird auf sehr anschauliche Weise ein Thema verarbeitet, welches sehr nah geht. Es erzählt die Geschichte des Jungen Alfie, der seinen Vater in den Krieg ziehen sieht und ihn schmerzlich vermisst. Sein Vater gab Versprechungen, die er nicht einhalten konnte, da der erste Weltkrieg ausgebrochen war. Sein Vater meldet sch freiwillig und zieht in den Krieg gegen Deutschland. Es wird immer Kriegsgeschichten geben und uns daran erinnern, wie sehr Menschen sich verändern durch das Erlebte, aber es wird wenig Kriegsgeschichten geben, die von Kindern erzählen, die dieses auf eine andere Art und Weise miterlebt haben. Alfie ist ein kleiner Held, auch wenn er seine Liebe zu seinen Eltern anders ausdrückt, als es meine Kinder handhaben würden. Meinem Sohn würde nicht einfallen am Bahnhof Schuhe zu putzen, um uns finanziell zu unterstützen. Alfies Mutter arbeitet hart, um sich und ihren Sohn zu ernähren, denn es fehlt jahrelang der Mann im Haus. Sie bemüht sich sehr und dennoch kann sie einen Vater nicht ersetzen. Alfie und sein Vater haben eine ganz besondere Bindung, die je mehr wir in der Story voranschreiten verdeutlicht wird.

Mir gefiel die kindliche Sprache des Buches, denn da wir Alfie begleiten, sind es seine Gedanken, die er mit uns teilt. Auch wenn er im Laufe der Story älter wird, so bleibt er  dennoch Kind und verhält sich daher auch mitunter kopflos. Wie sollte es auch anders sein, wenn niemand offen mit ihm redet und Geschehnisse einfach unter den Tisch gekehrt werden?

Die 256 Seiten sind zügig gelesen und sind dennoch voll gepackt mit schmerzlichen Erinnerungen und großer Hoffnung eines Kindes wieder mit dem Vater vereint zu werden. Es vergeht einige Buchseiten bis uns John Boyne dahin führt, wohin er uns als Leser haben will. Er verdeutlicht die Schrecken eines Krieges, was sicherlich auch gut in die heutige Zeit passt, wenn man das aktuelle Geschehen auf der Welt betrachtet. Es sind nicht nur die Kinder die leiden, obwohl der Fokus in "So fern wie nah" fast ausschließlich auf Alfie gerichtet ist. Es setzt voraus, dass wir auch zwischen den Zeilen lesen und auch eine Wahrnehmung für Alfies Eltern entwickeln, denn auch für die sie hat der Krieg einige Schrecken parat.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an "So fern wie nah", da es mich wieder einmal sehr fasziniert hat, wie John Boyne mit Worten umgeht und mich emotional wieder einmal packen konnte. 


★★★★★

1 Kommentar:

  1. Huhu! :)

    Dieses Büchlein kannte ich noch gar nicht, doch es ist sofort auf meine Wunschliste gewandert. Nicht nur, dass ich das Cover sehr schön finde, auch der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht. Ich mag solche tragischen Thematiken sehr gerne! Deine Begeisterung für das Büchlen hat mich schlussendlich überzeugt, dass es bei mir einziehen muss! :) Vielen Dank fürs Vorstellen.

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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