Montag, 7. September 2015

Absolut ehrlicher Jugendroman


Prinzen müssen draussen bleiben



Die 14-jährige Josefin, ihre Mutter Anna und die kleine Malin: Zu dritt ist ihre Welt perfekt. Jungs verbannt Josefin am liebsten in Tagträume oder, wenn sie Malin Märchen erzählt, in den Rachen eines Ungeheuers. Doch jetzt gibt es Göran in Annas Leben. Er ist vielleicht okay. Aber er beansprucht Platz und seinen Teil von Anna. Josefin liebt ihre Mutter sehr und kümmert sich rührend um Malin. Überhaupt ist sie fast immer lieb – nur zu Göran nicht. Sie mag Stefan, den Neuen aus ihrer Klasse – doch wehe, er kommt ihr zu nah. Als ihre Mutter schwanger wird und Göran heiraten will, gerät Josefins Welt aus den Fugen … Es sind die ganz normalen Ängste einer Jugendlichen und dazu unsere heutige Lebenswelt mit Splitter- und Patchwork-Familien, die Ylva Karlsson beschreibt: unaufdringlich und psychologisch klug, nichts beschönigend – und doch mit einer immer gegenwärtigen Sehnsucht nach Harmonie und Liebe.



  • Gebundene Ausgabe: 173 Seiten
  • Verlag: Urachhaus 
  • ISBN-13: 978-3825179212
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • 13,99 Euro

Leseprobe auf der Verlagsseite vorhanden!




"Prinzen müssen draußen bleiben" erzählt eindringlich aus dem Leben der 14 Jährigen Josefin, die sich mit den alltäglichen Problemen eines Teenagers plagt. Einiges wird der Zielgruppe der Leser/innen bekannt sein, anderes völlig neu wirken. Ich empfand "Prinzen müssen draußen bleiben" als sehr herausragend, denn das Bild, was uns vor Augen geführt wird, wirkt sehr authentisch. Josefin, die zuvor mit ihrer Mama und ihrer Schwester Malin wirklich glücklich war und Mamas liebe Worte oft wie eine Umarmung oder warm wie Championcremesuppe empfunden hatte, bemerkt, wie sehr sich die Stimmung ändert, als Göran und Mama ein Paar werden. Existiert dieses Gefühl vielleicht doch nur in Josefins Einbildung? Will Göran sie vielleicht doch nicht aus Mamas Herzen verdrängen?
Die Märchen, die Josefin Malin erzählt, handelt von Prinzessinnen, die auf einer Insel leben, auf der Prinzen keinen Zutritt haben. Ein Monster schwimmt um die Insel herum, welches verhindert, dass männliche Personen den Prinzessinnen zu nahe kommen. Dieses erklärt natürlich auch den Titel des Buches und erzählt gleichzeitig von der Stimmung die Josefin beherrscht. Sie wirkt mitunter ängstlich, was Göran betrifft, da sich nicht auf ihn einlassen kann und das auch, obwohl sie merkt wie traurig ihre Mama über diese Situation ist.
Natürlich geht es nicht nur um Familie, sondern auch um Freundschaften, Verlieben und Menschen, die man nicht an sich heranlassen will, die einen aber trotzdem bedrängen und damit meine ich jetzt nicht Göran, den Freund von Mama ☺ Auch nicht gemeint ist Stefan, der sich in Josefin verliebt und ihr Gedichte schreibt. Es gibt in diesem Roman Menschen, denen man nicht den kleinen Finger reichen sollte, denn sie möchten uns mit Haut und Haar verschlingen. Es ist zwar auf der einen Seite traurig, andere abzulehnen oder aus dem Weg zu gehen, aber ich hätte an Josefins Stelle ebenso gehandelt, weil es einfach überfordert.
"Prinzen müssen draußen bleiben" endet mir fast schon zu abrupt, denn es hätte noch so viel zu berichten gegeben. Für mich daher leider ein Grund, das Buch zwar weiterzuempfehlen, aber mit einem kleinen Abzug, da für mich Josefins Geschichte noch nicht zu ende war oder ein Epilog einiges hätte herausreißen können. So fühle ich mich etwas unbefriedigt über den Ausgang einer Story, die viel Potential hatte und der Zielgruppe der Leser/innen absolut angemessen ist, mir aber den Eindruck verschafft hat, es fehlt noch etwas sehr Wichtiges.


★★★★☆



Mein Dank an BloggdeinBuch und den Verlag Urachhaus für das Bereitstellen dieses Jugendromans!

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