Donnerstag, 9. Juli 2015

Fuck You Leben!




Fuck you Leben!

Vom Lebensgefühl einer ganzen Generation
Hannah ist 15. Sie mag Jungen, sie mag Sex - und sie ist schwanger. Sie weiß zwar, von wem, aber das kann sie auf gar keinen Fall sagen.
Aaron ist 16. Er ist neu auf Hannahs Schule, weil an seiner alten Schule etwas Schlimmes passiert ist. Und Aaron gibt sich die Schuld daran. Seit dem hat das Gefühl, etwas wiedergutmachen zu müssen. Und so stellt er sich vor Hannah, als eine fiese Facebook-Seite mit dem Titel ›Wer ist der Vater?‹ online geht. Mehr noch, er gibt sich offiziell als Vater des Babys aus, mit aller damit verbundenen Verantwortung. Doch kann so eine ›rein platonische‹ Vaterschaft gut gehen?

Aus dem Englischen von Anja Galic
Deutsche Erstausgabe
420 Seiten
DTV - Das junge Buch
Ab 14
ISBN 978-3-423-74007-4
14,99 Euro

LESEPROBE!



"Fuck You Leben" erschien mir von Anfang an als sehr passend für den Roman, obwohl ich gestehen muss, dass ich nicht sofort mit Hannah warm wurde. Ich empfand sie als sehr oberflächlich und ihre Körperwahrnehmung als liderlich und abstoßend, da ich auch vor Augen hatte, dass sie erst 15 Jahre alt ist. Wie kann man sich nur so unter Wert verkaufen und den Jungs in ihrem Umfeld verdeutlichen eine Schlampe zu sein. Ich nahm Hannah anfänglich so wahr und musste meine Meinung zum Ende hin revidieren, was mir leicht fiel, denn die andere Hannah wirkte auf mich um einiges sympathischer, Aaron dagegen hatte von Anfang an einen Stein im Brett. Ich war sehr gespannt auf seine Geschichte, denn das er etwas zu verbergen hatte, sprach schon aus den ersten Zeilen.
Wir werden abwechselnd von Hannah und Aaron durch den Roman geführt. Es fällt leicht die beiden zu verfolgen, da das Schriftbild sich jedes Mal ändert, sobald einer der beiden das Wort ergreift oder wir in die Gedanken eintauchen dürfen. Diese Idee ein Buch zu gestalten ist nicht neu, gefällt mir aber definitiv gut, da eine Story aus zwei Sichten wirklich interessant ist, zumal Hannah und Aaron unterschiedlicher nicht sein können.
Als Hannah ihre Schwangerschaft bestätigt bekommt, ist es Aaron der zu ihr hält, während alle anderen sie fallen lassen. Aktionen auf Facebook - Cyber Mobbing - sind keine Fiktion und erscheinen für diesen Roman als äußerst passend.
Ist Hannah wirklich so oberflächlich, wie ich sie anfangs eingeschätzt habe? Hat sie wirklich mit so vielen jungen Männern geschlafen? Die deutliche Sprache die der Anfang des Buches spricht deutet darauf hin und hinterlässt in mir einen wirklich bitteren Beigeschmack. Dreht es sich in den Köpfen junger Menschen wirklich nur um Sex? Ist die Sprache des Buches die Wahrheit und Menschen die anders denken oder aussehen passen nicht in die breite Masse? Muss man sich anpassen, um dazuzugehören? Eine doch recht gruselige Vorstellung und nicht jede Person in dem Roman wirkt auf mich freundlich, sondern weckt in mir echte Wut über das Verhalten. Gut für Hannah, dass es doch Menschen gibt, die zu ihr halten und sich zu echten Freunden entwickeln. Wer will schon Oberflächlichkeit, wenn er Wertschätzung bekommen kann?
Meine anfänglichen Bedenken zerschlugen sich irgendwann und ich begann tatsächlich "Fuck You Leben" zu genießen und so zu sehen, wie es sicherlich von der Autorin gedacht wurde. Mir fehlt zwar ein klein wenig der erhobene Zeigefinger, was Verkehr ohne Verhütung betrifft, denn einmal ohne führt nicht nur zu Schwangerschaft, sondern schützt auch vor Krankheiten nicht. Hannah ist kein Mahnmal für Jugendliche, was ich doch ein klein wenig Schade finde und fast schon als Verherrlichung einer Teenieschwangerschaft sehe. Hannah ist 15 und wird Mutter. So einfach wie es sich im Buch gestaltet, ist es im wahren Leben sicherlich nicht, denn ohne Unterstützung der Eltern wäre dieses nicht möglich. Eine Abtreibung kam für Hannah niemals in Frage und das rechne ich ihr hoch an. Im Buch wird erwähnt, dass eine Abtreibung für viele Jugendliche wie eine Empfängsnisverhütung ist und diesen Gedanken empfinde ich doch als sehr verwerflich. Da aber doch das eine oder andere wirklich begeistern konnte und dem Gesamteindruck nicht schaden konnte, möchte ich  "Fuck You Leben" eine bedingte Leseempfehlung aussprechen, obwohl ich mir nicht sicher wäre, ob ich den Roman meiner Tochter zur Verfügung stellen würde, da ich gerade das Thema Sex verwerflich empfunden habe. In meinen Augen ist Sex etwas ganz anderes, als das, was im Buch präsentiert wurde.


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