Dienstag, 30. Juni 2015

Branko und die Uskoken



Kurt Held

Die rote Zora und ihre Bande

Fischer Klassik

Taschenbuch
ISBN: 978-3-7335-0091-7
7,99 Euro

Ein spannender Abenteuerklassiker für Mädchen und Jungen ab 10 Jahren


Branko verliert seine Mutter und sein Zuhause. Bald verdächtigt man ihn des Diebstahls und sperrt ihn ein. Doch Zora, das Mädchen mit den roten Haaren, befreit ihn, und er wird in ihre Bande aufgenommen, die in einer alten Burg haust. Gemeinsam schlagen sich die Kinder durchs Leben, genießen die Freiheit und halten auch in Hunger und Not fest zusammen. Nichts kann ihre Kameradschaft erschüttern – bis die Bürger des Küstenstädtchens sich dazu entschließen, dem wilden Treiben ein Ende zu setzen und Zora und ihre Bande hinter Gitter zu bringen …

Ein Lieblingsbuch seit Generationen!





"Die rote Zora und ihre Bande" kannte ich bisher nur in einer Verfilmung, die ich als Kind unheimlich spannend fand und mich gerne daran erinnerte. Das Buch in der Verlagsvorschau zu entdecken machte mich neugierig. Das Taschenbuch zu lesen, brachte mir genau das erhoffte Abenteuer und durch die vielen Details, die das Buch hervorragend wiedergegeben hat, empfand ich es als sehr hochwertig, obwohl die Story für mich nicht unbekannt war. Mir war nicht bewusst, dass die Story in Kroatien spielt und da wir auf der Insel Krk Urlaub gemacht haben, war es schon ein klein wenig so, als würde ich selbst verreisen. Die Schönheit und Faszination des Meeres und ihrer Umgebung wird wunderbar hervorgehoben.
Brankos Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, nachdem seine Mutter stirbt. Heimatlos und verwaist, ist niemand im Dorf in dem er geboren ist, bereit ihm ein Zuhause zu geben. Selbst seine Großmutter weist ihn ab und so verliert Branko alles und versucht sich selbst durchs Leben zu schlagen. Am Markttag hebt er nur einen Fisch auf und wird sofort verdächtigt ihn gestohlen zu haben. Im Gefängnis angekommen, befreit ihn die rote Zora, die wie er verwaist ist und bringt ihn zu ihrer Bande. Branko wird ein Uskoke, hat ein Dach über den Kopf in einer alten Burg und auch leidlich zu essen. Es gibt Menschen im Dorf, die ihnen wohlgesonnen sind und so dürfen sie sich zum Beispiel an den Resten des Bäckers bedienen. Anderen ist die Bande ein Dorn im Auge und so kommt es vermehrt zu diversen Machtkämpfen zwischen der Bande und den Gymnasiasten. Wohlsituiert und arrogant verlangen sie regelrecht nach Prügel und Rache. Die Streiche, die die Bande den Gymnasiasten spielen sind schon etwas wilder und völlig unbedacht. Es führt dazu, dass sich viele gegen die Uskoken stellen und sogar ein Kopfgeld ausgesetzt wird. Wäre da nicht der alte Fischer Gorian, wären die Uskoken dauerhaft auf der Flucht, aber letztendlich fügt sich alles so zusammen, dass ich komplett zufrieden gestellt wurde.
Besonders gefallen hat mir, dass sich hier Kinder / Teenager zusammenfinden und sich gegenseitig Halt geben. Dieser Zusammenhalt unter oft schwierigen Umständen verleiht diesem Kinderbuch eine gewisse Stärke. Natürlich ist ein Leben ohne Eltern ein Abenteuer, aber es zeigt sich, dass auch diese Kinder / Teenager eine tiefe Sehnsucht nach einem Zuhause und Geborgenheit haben. Warum werden diese Kids zu Dieben? Wer übernimmt die Verantwortung für sie? Es regt natürlich auch zum Nachdenken an, denn in unserer Zeit würde es nicht so schnell passieren, dass ein verwaister Junge kein Dach mehr über den Kopf hat und hungern muss. Zumindest in Deutschland wäre für die Versorgung gesorgt.
Wir haben aber nicht nur Abenteuer und Spannung, sondern auch ein klein wenig Liebe, Eifersucht, Intrigen und vieles, vieles mehr. Für die angegebene Zielgruppe ist das Buch mehr als geeignet. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für ein ganz besonderes Abenteuer, dessen Ausgang mich wirklich zufrieden und erleichtert zurückgelassen hat. Es lebe die Usoken ☺

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