Samstag, 16. Mai 2015

Unsympathisch



ASHLEY REAM


30 Tage und ein ganzes Leben

 

Originaltitel: Losing Clementine
Originalverlag: William Morrow
Aus dem Amerikanischen von Alexandra Baisch 
DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur, 416 Seiten 
ISBN: 978-3-442-74611-8
€ 12,99  
Verlag: btb

Clementine beschließt zu sterben. In 30 Tagen will die erfolgreiche Malerin, die für ihre Kunst ebenso bekannt ist wie für ihre Scharfzüngigkeit, ihrem Leben ein Ende setzen. Nachdem die Antidepressiva im WC entsorgt worden sind, bleibt ihr noch genau ein Monat, um das eigene Ableben zu organisieren. Schließlich will Clementine kein Chaos hinterlassen: ein letztes großes Bild malen, sich mit dem Ex aussprechen und ein neues Zuhause für den Kater finden. Ihre letzten Tage will sie genau so verbringen, wie sie es will – und nicht wie andere es von ihr erwarten. Doch dabei stößt Clementine auf ungeahnte Hindernisse - und nach 30 Tagen ist nichts mehr so, wie es vorher war ...



Leider konnte mich "30 Tage und ein ganzes Leben" nicht so begeistern wie erhofft, denn ich empfand Clementine die Protagonistin als äußerst unsympathisch und sehr egoistisch. Manchmal wandelt sich der erste Eindruck im Laufe des Buches, aber hier blieb mein Gefühl bis zum Ende und konnte mich nicht mehr überzeugen. Natürlich kann ich einiges in Clementines Gefühlschaos nachvollziehen, da es eindeutig menschlichen Charakter hat und auch mich in Depressionen gestürzt hätte, dennoch fehlte mir eindeutig der Bezug zur Protagonistin. Es war mir vor dem Lesen klar, dass Clementine aus dem Leben scheiden will und dieses präzise planen wird. Ich hatte dennoch gehofft, dass es einige schöne Momente geben wird und vielleicht auch den einen oder anderen Lacher meinerseits. Gefunden habe ich leider nichts davon, sondern eine Frau kennengelernt, mit der ich einfach nicht warm wurde.
Clementine will geordnet aus dem Leben scheiden und plant dieses ganz genau, um denen, die sie dann letztendlich finden, so wenig Arbeit wie möglich zu machen. Ihren Freunden und anderen, erzählt sie, dass sie an Krebs erkrankt ist und baut diese Lüge immer weiter aus. Sie feiert Abschiede und sucht noch eben mal ihren Vater, der sie als Kind verlassen hat, um eine neue Familie zu gründen. Es tun sich echte Abgründe auf, wenn man Clementines Leben beleuchtet und es verwunderte mich also nicht, dass Clemetine gefühlsmäßig abrutscht und in schwere Depressionen verfällt. Hinzu kommt die Kunst, in der Clementine wirklich erfolgreich scheint. Ehrlich gesagt habe ich nicht so ganz begriffen, warum Clementine ihrem Leben ein Ende bereiten will. Ist sie einfach lebensmüde? Hat die Depression sie voll im Griff? Fehlt ihr einfach der Halt?
Auch wenn ich von der Story nicht überzeugt war, liest sich das Buch recht schnell, was am angenehmen Schreibstil lag. Beeindruckt hat mich letztendlich nur der Anhang im Buch, denn dort war das zu finden, was ich im kompletten Buch vermisst habe. Dort stoßen wir auf 30 Tage, die wir schöner gestalten könnte, wenn wir dieses oder jenes in unser Leben einplanen würden. Wer am Tag mindestens 3 Menschen anlächelt, wird definitiv ein Lächeln zurück bekommen und das ist etwas, was ich an Schönheit und Wohlbefinden im Buch vermisst hatte.

Von mir gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung für den Roman "30 Tage und ein ganzes Leben" . Die Meinungen der anderen Leser, wenn man sich mit anderen Rezensionen zu dem Buch beschäftigt, deuten komplett darauf hin, dass wir Menschen unterschiedliche Wahrnehmungen haben. Was mir nicht gefällt, kann dich ja auch überzeugen. Mich hat "30 Tage und ein ganzes Leben" letztendlich nicht überzeugen können, aber vielleicht habe ich meine Erwartungen, die Leseprobe, Cover und Klappentext vorgegaukelt haben, zu hoch geschraubt?



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