Samstag, 30. Mai 2015

Sehr beklemmend



Lügenmädchen



Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten
ISBN: 978-3-442-31384-6
€ 14,99 

Verlag: Goldmann

Eines Abends steht sie einfach vor der Tür. Und sie wird so lange bleiben, bis sie alles zerstört hat.
Stella lebt völlig zurückgezogen in einem luxuriösen, einsam gelegenen Haus in der Nähe von London. Sie hat es kaum verlassen, seit sie nach einem traumatischen Ereignis an Panikattacken leidet. Eines kalten Winterabends steht überraschend ein völlig durchgefrorenes junges Mädchen vor ihrer Tür und bittet um Einlass. Alles in Stella sträubt sich, aber die Gestalt macht einen so hilflosen Eindruck, dass sie schließlich widerwillig die Tür öffnet. Sie bereut es schnell, denn von dem Mädchen scheint eine merkwürdige Bedrohung auszugehen. Und dann beginnt Blue, Geschichten zu erzählen, die Stella zutiefst verstören. Ist das Mädchen eine Psychopathin? Oder sagt sie gar die Wahrheit? Stella weiß nicht mehr, was sie glauben soll, sie weiß nur eines: dass sie entsetzliche Angst hat ...




"Lügenmädchen" ist ein fundiert erzählter Psychothriller, der nicht sofort eindeutig ist, sondern erst nach und nach offenbart, welche Gründe Blue mit ihrem Erscheinen in Stellas Haus begründet sieht. Der Titel erscheint im Nachhinein äußerst passend, da Blues Leben auf vielen Lügen aufgebaut ist. Das hierbei ein junges Mädchen in den Fokus gerückt wird, empfand ich zwischendurch sehr unangenehm, da Blues Leben recht krass beleuchtet wird und klar ist, dass oft auch andere Menschen auf ihr Verhalten einwirken und dieses nachhaltig verändern. Ich kriege da regelmäßig die Wut, denn ein Mensch sollte sich emotional nicht binden müssen, um geliebt zu werden. Etwas schwierig für mich, da nun einen Punkt zu setzen und nicht ausschweifend zu werden. Klar ist irgendwann, das Blue und Stella einen oder auch mehrere gemeinsame Nenner haben und lediglich ausgenutzt werden. 
Um in die Story einzutauchen, werden verschiedene Blickwinkel beleuchtet, die hinterher zusammengefügt werden und mich fassungslos machten. Sind es die Medikamente, die das Bewusstsein verändern oder ist es die Tatsache, dass es Menschen gibt, die die völlige Kontrolle über Körper und Geist übernehmen wollen? Hannah macht sich abhängig und vielleicht wäre ihr doch recht eingeschränktes Leben anders verlaufen, wenn sie sich Hilfe geholt hätte und Dinge nicht einfach unter den Teppich gekehrt worden wären. So wäre sicherlich irgendwann in Hannah Heilung geschehen. Hannah hat ihren Geist betäubt, um ihren inneren Schmerz zu unterdrücken. Blue ist es, die ausschlaggebend ist, dass Hannah ihr Leben hinterfragt und leider auch in menschliche Abgründe gestoßen wird.
"Lügenmädchen" hat mir sehr gefallen, da der Psychothriller den Menschen beleuchtet und nicht sofort ersichtlich war, wohin die Autorin uns führen wird. Die Spannung baut sich nach und nach auf und nachdem der rote Faden zu erkennen war, empfand ich Mitleid mit beiden Frauen, die lediglich der Spielball derer geworden sind, die sie an sich binden wollen, egal aus welchen Beweggründen. Schlimm, wenn man sich selbst nicht mehr wahrnimmt und eine Abhängigkeit entsteht.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für "Lügenmädchen", auch wenn der Psychothriller mich wirklich wütend gemacht hat, da mir bewusst wird, wie schnell emotionale Abhängigkeit entstehen kann und es nicht gelingt sich aus diesem Teufelskreis zu befreien.   


1 Kommentar:

  1. Hey :)

    Hab erst vor kurzem eine Rezi gelesen, wo die Bloggerin nicht so begeistert von der Geschichte war ... Hmm, gute Frage, was ich jetzt tun soll. Hatte das Buch eigentlich nicht auf meinem Radar, da ich gerade erst "The Girl on the Train" bzw. "Die Falle" gelesen habe (Besonders die Falle geht auch ein bisschen in die Richtung Psychothriller). Naja, mal sehen, wie ich mich entscheide, werde das Buch halt mal im Auge behalten ^^.

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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