Freitag, 8. Mai 2015

Schmerzliche Verwirrung







Als ich erwachte


Paperback, Klappenbroschur, 432 Seiten 
ISBN: 978-3-453-29166-9
€ 14,99  
Verlag: Diana
Was, wenn du dein Leben zweimal lebst?
Eines Morgens erwacht Katharyn in einem fremden Bett. Neben ihr liegt ein gut aussehender Mann, der behauptet, ihr Ehemann zu sein. Doch sie ist nicht verheiratet, sondern alleinstehend und stolze Inhaberin einer Buchhandlung. Auch die Kinder, die ins Schlafzimmer stürmen, kennt sie nicht. Dieser Traum lässt sie nicht los, denn immer wieder kehrt sie nachts zu der fremden Familie zurück. Katharyn bleibt keine Wahl: Sie muss herausfinden, in welches Leben sie gehört – doch wird sie die Wahrheit ertragen?





"Als ich erwachte" unterschied sich nicht sofort von anderen Romanen, die ähnlich aufgebaut sind, da die Story die selbe Richtung zu nehmen schien. Erst spät ging mir ein Licht auf, warum Kataryn / Kitty zu träumen scheint und für mich als Leser ist nicht sofort klar, welches Leben nun imaginär ist und welches real. Auch das Cover lässt nichts Neues erkennen, da bunte Punkte zur Zeit zu boomen scheinen. Nichtsdestotrotz wollte ich "Als ich erwachte" lesen, da ich mich in Verwirrspielen gerne verliere und der Klappentext mir auf Anhieb gefallen hat.

Sehr imponiert hat mir die Erkrankung Autismus, die in die Story sehr glaubwürdig einfließen konnte. Da ich mich mit Autismus sehr intensiv beschäftigt habe, war ich über die eine oder andere Erkenntnis verdutzt und bin auch immer noch nicht gewillt, zu akzeptieren, dass fehlende Mutterliebe Schuld sein kann, wenn ein Kind an Autismus erkrankt, denn dann müsste auch ich mich schuldig fühlen, da bei meiner mittleren Tochter frühkindlicher Autismus diagnostiziert wurde. Ich möchte davon Abstand nehmen, denn sonst würde ich meines Lebens nicht mehr froh und meine Schuldgefühle würden mich zermürben. Ist es also dieses, was Kataryn / Kittys Leben auf den Kopf stellt? Welches Leben ist Fiktion? Vielleicht sollte ich euch zuvor die Protagonistin ein wenig näher vorstellen, damit ihr erkennen könnt, wie verschieden diese beiden Leben verlaufen, in denen lange nicht klar ist, welches ist nun Fiktion und welches Wahr?

Leben Nummer 1:
Kitty ist mit Leib und Seele Buchhändlerin und auch wenn der Laden, den sie gemeinsam mit ihrer Freundin führt, nicht viel abwirft, ist sie zufrieden. Der Plan ist, sich zu vergrößern und neu zu investieren. Kitty ist Single und verbringt ihre Abende gemeinsam mit ihrem Kater Aslan oder ihrer Freundin Frieda, mit der sie seit Schulzeiten befreundet ist. Sie ist glücklich in diesem Leben, in dem sie Nachhilfe gibt und ein wunderbares Verhältnis zu ihren Eltern hat.

Leben Nr. 2:
Kataryn ist glücklich verheiratet und sehr verliebt in ihren Mann Lars. Gemeinsam habe sie drei Kind, Drillinge und eines der Kinder ist an Autismus erkrankt. Mit ihrer Freundin Frieda ist sie zerstritten und ihre Eltern verstorben.

Es ist für den Leser nicht gleich offensichtlich, was mit Kataryn geschieht. Ist es ein Verdrängungsmechanismus? Eine psychische Erkrankung? Ein Trauma? Ich war sehr gefangen in dieser Story, die mich zwar von Anfang an verwirrte, mich aber sehr gut abholen konnte. Ich fühlte mich sehr wohl in dem Debüt der Autorin und auch als eine Aufklärung naht, wurde die Story um einiges warmherziger und liebevoller, da sie uns eine außergewöhnliche Protagonistin präsentiert. Es zeigt auf, wie harte Schicksalsschläge uns aus der Bahn werfen können, auch wenn sonst unser Leben doch positiv und gut verläuft. Kataryn wird in beiden Leben geliebt und wertgeschätzt. Welches ist also nicht imaginär? Beide wären auf ihre Art und Weise lebenswert.

"Als ich erwachte" ist ein wunderbar verfasster Roman, der mich begeistert zurücklässt. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich es als Wohlfühlbuch empfand, welches zwar vom Stil her nicht neu war, aber dennoch mehr als lesenswert, da es sich doch in mein Herz schreiben konnte.

4,5 Sterne!


Mein Dank an den Diana Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zum Lesen und rezensieren zur Verfügung gestellt hat!

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