Montag, 11. Mai 2015

Die helle und die dunkle Seite des Mondes - Janusmond


Mia Winter

Janusmond


„Es wird Sie verändern! Wenn ich zu Ende erzählt habe, wird in Ihrer Welt nichts mehr so sein, wie es war. Etwas in Ihnen wird sich öffnen und Sie bereichern, aber etwas anderes wird für immer zerbrechen …“
Die französische Stadt Louisson leidet unter der Hexenhitze, als der Deutsche Leon Bernberg dort auftaucht, um nach seiner Zwillingsschwester Lune zu suchen. Diese hat vor zehn Jahren hier gelebt – und verschwand damals spurlos. Leon will sie nun offiziell für tot erklären lassen und bittet den Polizisten Christian Mirambeau um Hilfe. Doch durch Leons Erzählungen gerät auch Christian in den Bann der verschwundenen Fremden. Er beginnt Nachforschungen in dem Fall anzustellen – nicht ahnend, dass er damit sein eigenes Glück bereits verspielt hat 

Verlag: Egmont-LYX
Seiten: 416
ISBN: 978-3-8025-9790-9
14,99 Euro



"Janusmond" ist ein bedrückender und düsterer Thriller, der eine menschliche Seite offenbart, die sich uns als Leser erst nach und nach sinnig erscheint. Ich empfand das Lesen als sehr beklemmend, da Handlungsorte und Geschehnisse sehr düster und beklemmend sind. Den Schreibstil empfand ich als sehr dominant und auch nicht sehr einfach zu lesen. Leider empfand ich die Handlung als viel zu ausführlich und sehr schizophren. Schizophrenie wird in der Story sehr authentisch dargestellt und ich bin immer wieder fasziniert von diesem Krankheitsbild, dennoch verwirrte mich die Story zunehmends und ich war unsicher, wer denn nun Gut und wer Böses in sich trägt. Letztendlich hinterlässt das Buch einen sehr bitteren Nachgeschmack, denn wir treffen hier auf außergewöhnliche Menschen, die schon in eine Art Abhängigkeit zueinander stehen. Wenn Zwillinge sich tatsächlich gegenseitig erdrücken, bin ich ehrlich gesagt froh keine Zwillingsschwester oder einen Zwillingsbruder zu haben. Die Nähe der Protagonisten Leon und Lune ist schon fast obsessiv zu nennen, wobei tatsächlich lange nicht klar war, was mich letztendlich erwartet, wurden die Wahrheiten im Nachhinein so grausam und krankhaft, dass es einem schlecht werden könnte, wenn man nur ein klein wenig darüber nachdenkt. Das Lesen empfand ich als sehr beschwerlich, obwohl der Plot definitiv gelungen ist, aber die Ausführung, um der Story einen Sinn zu geben, war eindeutig zu ausschweifend. Es fließt einfach zu viel ein, was verwirrt. 
Christian, der Polizist, der Lune offiziell als tot erklären soll, reagiert meiner Meinung nach auch zu obsessiv, da er selbst im Schlaf nur noch an Lune denken kann und dabei sein gutes, beständiges Leben an der Seite seiner Frau überschatten lässt, von einer Frau die ihn allein durch Fotos und Erzählungen magisch anzieht. Er spielt zwar nur eine Nebenrolle in diesem Thriller, dennoch wird er zum Spielball eines anderen, der seine Macht gut einzusetzen vermag. Die Handlung nimmt diese und jene Wendung und als Leser verliert man irgendwann die Kontrolle, da einfach zu vieles auf mich einströmte. 
Insgesamt gesehen ist "Janusmond" ein solides Debüt, dennoch bin ich ein klein wenig unzufrieden und leider nicht komplett überzeugt worden. Manches Geschehen  war zu schwammig ausgeführt, manches zu ausführlich beschrieben. Die Briefe, die immer wieder in die Handlung eingeflochten wurden gaben reichlich Aufschluss und peppten noch ein klein wenig auf, dennoch reichte es nicht, um mich zu begeistern. 

3,5 Sterne!

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