Mittwoch, 29. April 2015

Unendlich Wir


Amy Harmon
Unendlich wir
Verlag: Egmont INK




                                                                    
Seiten: 480
ISBN: 978-3-86396-080-3
14,99 Euro

Bonnie Rae Shelbys Leben scheint ein wahr gewordener Traum: Sie ist eine der erfolgreichsten Popsängerinnen der Welt, hat Millionen von Fans, mehr Geld, als sie je ausgeben könnte …und sie will sterben.
Finn Clyde ist ein Niemand. Das Einzige, was für ihn im Leben Sinn ergibt, ist Mathematik. Allerdings hat ihn das bisher noch nicht weit gebracht. Er will ganz neu anfangen, in Las Vegas, weit weg von den Schatten seiner Vergangenheit. Doch dann sieht er die junge Frau auf der Brücke in New York. Er weiß, dass sie springen wird. Und er muss eine Entscheidung treffen …











"Infinity plus eins ergibt also doch zwei. Unendlich wir." Zitat S. 202


"Unendlich Wir" ist ein bezauberndes Roadmovie, welches mir einige schöne und doch recht intensive Lesezeit beschert hat. Wir treffen auf zwei sehr unterschiedliche Menschen, die durch nähere Betrachtung doch einiges gemeinsam haben. Bonnie eine erfolgreiche Popsängerin, die ihrem Leben ein Ende setzten möchte und Clyde, der ebenfalls einiges an Altlasten mit sich herumschleppt. Manchmal stockte mir regelrecht der Atem vor Wut, wenn ich über das Leid der Menschen nachdenken muss. Es wird immer wieder Menschen geben, die sich an uns und unseren Begabungen bereichen möchten und dabei wirklich skrupellos sind. Was als Rettungsaktion beginnt, endet in einer gelungenen Intrige, die von Gran (Bonnies Großmutter) inszeniert wurde. Gran hat scheinbar schon lange den Kampf gegen die Gier nach Macht und Geld verloren und erschien mir äußerst herzlos. The Show must gon on, auch wenn Bonnie kurz zuvor ihre Zwillingsschwester Minnie durch eine Krebserkrankung verloren hat. Es gibt immer eine Zeit zum feiern, aber es muss auch eine Zeit zum trauern geben. Diese fehlende Zeit lässt Bonnie dermaßen verzweifeln, sodass sie sich von einer Brücke stürzen möchte. Clyde, der zufällig vorbeifuhr entdeckt die junge Frau und rettet sie förmlich. Als er seinen Namen nennt und die Parallelen zu Bonnie und Clyde dem Gangsterpärchen offenbar werden, musste ich mir schon ein ein leichtes Grinsen verkneifen. So krass wie bei diesem Pärchen wird das Roadmovie quer durch die USA nicht, aber es kommt dem schon sehr nahe. "Unendlich Wir"ist ein Roman zum Wohlfühlen, der sich absolut nicht vorausschauend verhält, da es immer wieder Zwischenfälle gibt, die völlig unerwartet auf den Leser einwirken. Eine intensive Liebesgeschichte, die zu lesen gelohnt hat. Wer schon von "Vor uns das Leben" begeistert war, wird sich auch von dem neuen Roman der Autorin äußerst begeistert zeigen. Von der Thematik her ein ganz anderes Buch, aber dennoch äußerst wertvoll, da es aufzeigt, welch Mühlstein wir mitunter um unseren Hals tragen und dieser zu dem werden kann, was uns ausmacht. Die menschliche Psyche ist etwas, was sich durch Einwirkungen von außen massiv verändern lässt und manchmal ist es besser Dinge einfach abzustreifen, loszulassen oder eben auch Bindungen zu lösen.
Ein Schwerpunkt lag auf der Musik und konnte mich sehr bewegen, denn auch für mich ist eine Welt ohne Musik viel zu still. Sie bewegt und berührt mich tief im Inneren. Mathematik geht mir nicht sehr nahe, da es etwas ist, was ich in meinem Leben nicht integrieren kann, dennoch ist das Unendliche greifbar geworden und daher konnte ich den Titel "Unendlich Wir" auch so stehen lassen, da er irgendwann eine tiefe Bedeutung bekommt.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für eine Liebesgeschichte, die sich nach und nach entfaltet. Dinge bloßstellt, manchmal auch sehr humorvoll ist, aber auch echten Tiefgang aufweist. Im Gesamtpaket ein Roman, der mich höchst zufrieden zurück gelassen hat und mir all das geben konnte, was ich mir erhofft hatte. Ein toller Schreibstil tat sein übriges, um mich zu begeistern.

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