Dienstag, 28. April 2015

Kulinarische Spannung


Das Erbe der Madame Dupont - Roman 

 

Mord à la carte

Gerade erst ist Helen mit ihrem Mann und Sohn nach Lyon gezogen. Dort freundet sie sich mit Madame Dupont an, die zurückgezogen auf dem parkähnlichen Nachbargrundstück lebt.
Bald lernt sie auch Madame Duponts charismatischen Neffen Maurice kennen, der gemeinsam mit seinem Bruder ein Gourmetrestaurant betreibt. Eine unheimliche Ausstrahlung umgibt ihn, von der sich Helen magisch angezogen fühlt. Um Maurice näher zu sein, belegt sie einen Kochkurs in seinem Restaurant. Sie ahnt nicht, dass die Brüder ein dunkles Geheimnis verbindet, das sie und ihre Familie in Gefahr bringen wird … 

Broschur, 293 Seiten
ISBN: 978-3-458-36053-7 
9,99 Euro
















Mit "Das Erbe der Madame Dupont" ist Iris Hammers ein großartiges Debüt gelungen. Im französischen Flair Lyons kamen absolute Wohlfühlmomente auf und kulinarische Köstlichkeiten ließen mir das Wasser im Munde zusammenlaufen. Leider gibt es nicht nur schöne Augenblicke, denn Blicke in die Vergangenheit zeugen von häuslicher Gewalt und lassen mich regelrecht erschauern. Hier zeigt sich der Schmerz und die psychische Veränderung die dadurch hervorgeht recht deutlich. Es ist nicht gleich klar, wie sich Vergangenheit und Gegenwart miteinander verweben, aber irgendwann platzt der Knoten und offenbart uns Spannung und Bösartigkeit. Was zaghaft beginnt, nährt sich immer mehr mit großer Spannung und lässt mir als Leserin wenig Zeit zum Überlegen, da ich wie magisch angezogen wurde von der Story. Ich hatte mehr als einmal den einen oder anderen Verdachtsmoment, den ich aber wieder verwerfen musste. Zeitgleich entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen Helena und ihrer Nachbarin Madame Dupont. Beide Frauen fühlen sich trotz des Altersunterschiedes zueinander hingezogen. Die eine sieht in der andere eine Tochter die sie nie hatte und die andere fühlt Geborgenheit, da sie sich durch ihren Umzug nach Lyon noch nicht heimisch fühlt. Mann und Sohn gehen ihren eigenen Weg und Helena kämpft ihre Kämpfe alleine. Es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft und die Frauen geben sich gegenseitig Halt. Mir hat es sehr gefallen, dass sie sich auf Anhieb gegenseitig Vertrauen schenkten. Kulinarisch ist "Das Erbe der Madame Dupont" eine absolute Wonne und wer ein klein wenig aufpasst bekommt ein klein wenig Kräuterkunde gratis mitgeliefert. Manchmal kann dies tödlich sein, daher ist auch ein klein wenig Vorsicht geboten.

In "Das Erbe der Madame Dupont" vereinen sich Drama und Krimianteile, die ich laut Klappentext zwar erwartet hatte, mich aber sehr überzeugt haben, da eine gespaltene Meinung zu Hass und Habgier habe. Mich erstaunt immer wieder, wie sehr Menschen sich verleiten lassen das große Geld zu verdienen und dabei selbst über Leichen gehen. Über Leichen, die es nur gut mit ihnen meinten. Ein wirklich krasses Ende gab mir Befreiung von allen bösen Gedanken, denn letztendlich bekommt jeder, was er verdient hat oder so ähnlich. Gerne eine Leseempfehlung an ein herausragendes Debüt.

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