Donnerstag, 9. April 2015

Der April ist ein trügerischer Monat ...





5 Tage im April

Christoph Marzi


 Als Jack sich – mit einem rätselhaften Brief in der Tasche – auf den Weg nach Seals Head Harbor macht, ahnt er noch nicht, welches dunkle Geheimnis ihn dort erwartet. Schnell begreift Jack, dass er in dem kleinen Küstenort kein Fremder ist. Auf mysteriöse Weise scheint seine eigene Vergangenheit mit der Legende des Ortes verbunden zu sein. Nach einer Reihe merkwürdiger Ereignisse will Jack bereits die Flucht ergreifen. Da taucht plötzlich Sadie auf, das Mädchen mit den meerblauen Augen. Sie ist die Einzige, die ihm bei der Suche nach Antworten helfen kann. Mit Sadie verbringt Jack fünf Tage, die sein Leben für immer verändern. 




Arena Verlag / 328 Seiten / gebundene Ausgabe/ ab 14 Jahren / ISBN 978-3-401-06855-8 / 14,99 €



"Der April ist ein trügerischer Monat ...." dieses muss Jack erfahren, als seine Mutter durch einen Unfall ins Koma fällt und Jack einen rätselhaften Brief entdeckt, den seine Mutter nicht abgeschickt hat. Jack macht sich selbst auf die Suche nach dem Empfänger und reist nach Seals Head Harbor. Dort angekommen, muss er feststellen, dass nicht alle dort lebenden Menschen ihm wohlgesonnen sind. Dieses teilweise ungewöhnliche Verhalten liegt in der Vergangenheit seiner Mutter vergraben, die nie über ihre Jugendzeit gesprochen hat. Warum hat sie Jack so viele Dinge verschwiegen? 

Für mein Empfinden war "5 Tage im April" ein recht ungewöhnliches Buch, da ich in Erwartung an einen Jugendroman, der angefüllt ist mit ganz viel Liebe, mich urplötzlich in einem Krimi wiederfand. Ich war darüber zwar erstaunt, fühlte mich aber dennoch sehr wohl in dieser Story und genoss das Lesen absolut. 
Zum Krimi entwickelt sich das letzte Drittel der Story und ich empfand es als atemberaubend, welchen Verlauf die Story nehmen konnte, ohne mich wirklich darauf vorzubereiten. Natürlich gab es den einen oder anderen Verdachtsmoment, aber wer erwartet so viel Hass und Rachegedanken, die schonungslos wie ein Wirbelsturm die Story verändern. 

Für mich war es das zweite Buch des Autors, daher kann ich wenig Vergleiche anstellen. Mich hat "5 Tage im April" auf er einen Seite begeistert zurückgelassen und auf der anderen Seite auch wütend gemacht, denn so viel Liebe wurde verschenkt, die nur dadurch nicht entstehen durfte, weil sie von einem anderen nicht vergönnt war, regelrecht verhindert wurde. Wir treffen also auf der einen Seite einen Liebesroman und auf der anderen Seite wird ersichtlich, zu was Menschen fähig sind. Es entsteht eine Gefühlskälte, die verhindert, sich der Liebe neu zu stellen und den Menschen verbittert zurücklässt. Im Prinzip bedient sich Christoph Marzi der menschlichen Psyche und verpackt dieses in eine ganz besondere Geschichte, die zwar nicht aus der breiten Masse an Büchern herausstechen wird, dennoch wirklich als gelungen empfunden wurde. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus, allein schon dadurch, weil ich das Buch rasend schnell und auch begeistert beendet habe. 


Ersichtlich ist mir nicht, warum Jack das Krankenbett seiner Mutter verlässt, um den Brief zu überbringen. Wäre es meine Mutter, hätte ich bis zum Schluss ausgeharrt und mich danach auf den Weg gemacht, um die Vergangenheit zu ergründen, aber wir Menschen ticken eben alle unterschiedlich.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen