Samstag, 17. Januar 2015

"Wer ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt."





Leon Leyson

Der Junge auf der Holzkiste. Wie Schindlers Liste mein Leben rettete

Autobiographie/Memoir
Taschenbuch
Aus dem Amerikanischen von Mirjam Pressler
8,99 Euro
ISBN: 978-3-7335-0048-1

Ein ergreifender Zeitzeugenbericht eines Holocaust-Überlebenden und ein Vermächtnis für alle Leser von heute.

Leon Leyson war Nummer 289 auf Schindlers Liste, die über tausend Juden während des Holocaust das Leben rettete. Er war dreizehn, als er als Arbeiter in Oskar Schindlers Emailwarenfabrik anfing, und weil er so klein für sein Alter war, musste er immer auf eine Holzkiste steigen, um die Maschinen bedienen zu können. In einer klaren und einfachen Sprache erzählt Leon Leyson vom grausamen Lageralltag, der ständigen Todesgefahr, aber auch von seinem persönlichen Helden Oskar Schindler.



Zeitzeugenberichte über den Holocaust bewegen mich zutiefst und "Der Junge auf der Holzkiste. Wie Schindlers Liste mein Leben rettete" gehört definitiv zu den Büchern, die ebenso wie "Das Tagebuch der Anne Frank" zur Schullektüre gehören sollten. Es gehört zu unserer Geschichte, auch wenn es schmerzhaft und für mich immer noch unbegreiflich ist. Leon Lyson erzählt seine Lebensgeschichte schonungslos und offen. Ich kannte Schindlers Liste aus Film und Buch, obwohl dieses vielleicht nur einen kleinen Teil dessen erzählt, was Leon erlebt hat, denn es geht viel, viel tiefer. Natürlich ist auch Oskar Schindler ein Tel dessen, aber Leons Alltag, seine Ängste, seinen Hunger, seine Not wird sehr deutlich und macht mich innerlich sehr unruhig. Ich bin lange nach dem zweiten Weltkrieg geboren und es ist für mich immer noch unvorstellbar, wie sehr Menschen leiden mussten. Ein sinnloses morden, weil meine Nase in dem Moment nicht passt oder weil es einfach Spaß macht zu töten? Natürlich wusste ich davon, aber es so intensiv  zu lesen wie in "Der Junge auf der Holzkiste. Wie Schindlers Liste mein Leben rettete" war sehr erschreckend. Leon Lyson berichtet so intensiv von seiner Kindheit und dem, was er erlebt hat, dass mir die Gerüche in die Nase stiegen und Begebenheiten mir vor Augen geführt wurden. Leon ist ein Überlebender dieser Gräueltaten, aber vergessen konnte er die Geschehnisse nie und ich kann es ihm nicht verdenken. Wir, die wir auf hohen Niveau über unser Leben stöhnen, haben nie solch einen Schrecken erleben müssen, wie die Juden im zweiten Weltkrieg. Entweder stirbt man am Hunger, an Krankheiten im Lager, wird als unbrauchbar entfernt oder man hat das Glück auf der Liste von Oskar Schindlers Liste zu stehen und zu überleben. Schindler einer der wenigen, die nicht einverstanden war, mit den Taten der Nationalsozialisten. Einer der wenigen, der am Ende des Krieges nicht sagte: "Wir haben nichts gewusst" Oskar Schindler redet nicht, sondern handelt und das ist gerade in dieser schrecklichen Zeit etwas sehr Großartiges gewesen. Ein Mann mit Rückrat, dem es Ziel wurde, so viele Juden wie möglich zu retten. Für mich war diese Autobiographie deshalb wertvoll, weil sie authentisch und glaubhaft erzählt wurde. Mir wurden die Geschehnisse erneut vor Augen geführt und mein Wunsch ist, dass wir solch Schrecken nie wieder erleben müssen. Wie schon erwähnt, könnte ich mir  "Der Junge auf der Holzkiste. Wie Schindlers Liste mein Leben rettete" sehr gut als Schullektüre vorstellen, da es intensiviert und hoffentlich zum Nachdenken anregt. Unbedingte Leseempfehlung!

 "Wer ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt." - Ein Spruch aus dem Talmud, dem die Überlebenden Oskar Schindler in einen Ring aus Zahngold eingravierten und überreichten.


Mein Dank an die Fischer Verlage für das Bereitstellen, dieses Romans, der einen Zeitzeugenbericht der ganz besonderen Art bietet! Es wird schmerzlich bewusst. wie tragisch der zweite Weltkrieg war und wie bleibend die Eindrücke auf das Leben der Überlebenden. 

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