Samstag, 31. Januar 2015

Sinnloser Suizid?




Wir wollten nichts. Wir wollten alles



Text von Sanne Munk Jensen / Glenn Ringtved
Einbandgestaltung von Cornelia Niere
Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg


336 Seiten · gebunden
ab 16 Jahren
EUR 16,99  
ISBN-13: 978-3-7891-3920-8

Lässt nicht los: Liebe, die absoluter nicht sein kann. Zwei Leichen werden aus dem Limfjord gezogen: Liam und Louise. Ihre Hände sind mit Handschellen aneinandergekettet. Alle Indizien weisen auf Selbstmord hin. Louises Eltern zerbrechen fast am Tod ihrer Tochter, doch ihr Vater klammert sich daran, die Wahrheit herauszufinden. Als er Louises Tagebuch findet, eröffnet sich ihm das Leben, das seine Tochter und Liam in den vergangenen Monaten geführt haben.

Ein Roman, der unter die Haut geht: gewaltig und voller Sehnsucht mit einer Heldin voller Hingabe und einem Protagonist voller Widersprüche. In der Tradition der großen skandinavischen Autoren.

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"Wir wollten nichts, wir wollten alles" ist die Lebensgeschichte (zumindest ein Teil davon) von Louise, einem Mädchen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Ihren wahren Sinn entdeckt sie, als ihr Liam begegnet. Sie lernt die Liebe auf eine ganz skurrile Art und Weise kennen und ich wage zu behaupten, dass sie Liam hörig ist. Während Lebensgeschichten eigentlich mitten im Leben stehend erzählt wird, erzählt Louise ihre Geschichte nachdem sie gestorben ist, gemeinsam mit Liam, aneinandergekettet, damit auch der Tod sie nicht trennen kann.
In Rückblenden und Einblicke in das jetzige Geschehen, nimmt uns Luise mit in die Aufklärung dessen, warum sie den Tod wählte und nicht das Leben. Gleich zu Beginn der Story werden wir Zuschauer einen unsinnigen Todes, denn nichts anderes ist es am Anfang für mich. Natürlich bin ich am Ende auch nicht davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, aber das liegt an meiner Einstellung und nicht an dieser Story. Manchmal trifft man im Leben Entscheidungen, die es erschweren unbekümmert zu bleiben. Manches in der Story fand ich äußerst schmerzhaft, gerade zum Ende hin, als bewusst wird, was zum Freitod geführt hat.
Sehr berührt hat mich der Schmerz der Eltern, die alle auf ihre eigene Art und Weise reagieren. Aggressiv, sich zurückziehend oder auf die Suche nach dem Warum? begebend. Ob es wirklich zufriedenstellende Antworten gibt?
Im Prinzip hat mir "Wir wollten nichts, wir wollten alles" gefallen, warum ich aber keine 5 Sterne vergeben kann, möchte ich kurz aufführen. Mir gefiel die teilweise sehr ordinäre Sprache der Protagonisten (ganz besonders von Liam und Ian seinem Vater) nicht, denn jedes 2. gesprochene Wort war "Fxxx you" und das kann einfach nicht sein. Wer redet denn so? Ich konnte mich damit nicht identifizieren, denn meine Umgangssprache ist eine andere. Außerdem fand ich bitter, dass Louise irgendwann so fixiert auf Liam ist, dass sie alles zu tun bereit ist. Es ist, als wäre ihr eigener Willen komplett ausgeschaltet. Im Trailer, den ich euch im übrigen sehr empfehle, kommt gut herüber, dass Liam der erste ist, der sie wirklich sieht und nicht übersieht. Liam selbst ist mir unangenehm, da er einfach ein paar Grenzen zu viel überschreiten. Wenn man all dieses außer acht lässt, bekommt man ein solides Jugendbuch, was lange nachwirkt.

Von mir eine Leseempfehlung und 4 Sterne --> HIER! es war erschreckend Liams und Louises Geschichte aufzudecken. Außerdem zeigt es, dass Sex, Drugs und nicht die Erfüllung im Leben bieten, sondern eher hinderlich sind, da sie das Gehirn benebeln und Entscheidungen beeinflussen, die man ohne Rausch vielleicht anders getroffen hätte.


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