Donnerstag, 15. Januar 2015

Godzilla und andere Katastrophengebiete




Clara Sternberg

Sonntags bei Sophie

Broschur, 285 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-2538-6 
9,99 € 




Sophie, Rosa und Melanie sind unzertrennlich. Und dann ist plötzlich ist nichts mehr, wie es war, denn Sophie erfährt, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hat. Sie hat sich entschieden: Keine Klinikaufenthalte und qualvollen Behandlungen; Sophie will die Zeit, die ihr noch bleibt, im Kreise ihrer Lieben verbringen. 
Ab jetzt sind die Sonntage nur noch für die drei Freundinnen reserviert: Sie nehmen Abschied und sie erinnern sich. Und immer häufiger gelingt ihnen, ein Lachen und ein Stückchen Normalität. Sophie steckt voller Lebensmut, denn sie hat ein großes Ziel: die Geburt von Melanies Tochter zu erleben! Auch Rosa und Melanie wollen die Hoffnung nicht aufgeben und machen sich, jede auf ihre Weise, auf die Suche nach einem Wunder, das Sophie retten kann.

Ein zauberhafter Roman über die Kraft der Freundschaft und den Mut, loszulassen. 



Leseprobe auf der Verlagsseite verfügbar!





Das Cover auf den ersten Blick gaukelt mir eine gemütliche Atmosphäre vor, die jedoch vom Klappentext und Inhalt des Buches aufgehoben wurde. Eine gemütliche Kaffeerunde wird zwar hin und wieder auch zelebriert, aber ausschlaggebend ist  der Abschied von Sophie, deren Krebserkrankung zurück gekommen ist und feststeht, dass ihr nicht mehr viel Lebenszeit zur Verfügung steht. Trotz aller Traurigkeit die in "Sonntags bei Sophie" vorherrscht,las ich einen Roman, der viele, viel mehr war als nur Abschied und Loslassen. Rosa lädt uns ein sie zu begleiten, da sie uns ihre Gedanken präsentiert, da der Roman aus ihrer Sicht geschrieben wurde. 
Rosa, Melanie und Sophie sind beste Freundinnen seit WG Zeiten. Der harte Abschied von Sophie und das Hoffen auf ein Wunder berührt mich schmerzlich, da es mir meine eigene Sterblichkeit wieder einmal bewusst macht. Wir erleben viele wunderbare Momente, halten Rückschau und lassen los. Sophie erweckt in mir den Wunsch mein Leben neu zu bedenken und vielleicht meine Prioritäten neu zu setzen, da die Zeit mit meinen Liebsten einfach zu wertvoll ist, um es oberflächlich zu behandeln. Niemand weiß den Zeitpunkt seine Todes und nicht immer ist es vergönnt, Abschied zu nehmen. Hier im Roman bleibt zwar wenig Zeit, aber diese ist umso intensiver und schweißt die drei Freundinnen um einiges mehr zusammen. Sophie ist diejenige, die manchen Stein zum Rollen bringt, denn weder Rosa, noch Melanie sind wirklich zufrieden mit ihren Lebensumständen. Manchmal braucht man einfach einen Schubs in die richtige Richtung, um Veränderungen herbeizuführen. In 285 Seiten tauchen wir ein in eine wundervolle Story, die mich wie schon erwähnt sehr begeistern konnte, auch wenn es eben kein Friede, Freude, Eierkuchen Buch war, sondern ein Abschied. Letztendlich war es selbst für mich so, als würde ich Abschied von einer guten Freundin nehmen. Das Ende kam abrupt und hat mich umgehauen, da es mir plötzlich doch zu schnell ging, dennoch war es passend, denn mehr hätte dem Roman seine Glaubwürdigkeit genommen. 

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für ein ganz besonderes Buch, welches sich definitiv von der breiten Masse abheben konnte. Ein sehr gelungenes Buch, welches Godzilla und anderen Katastrophen zwar nicht den Schrecken nimmt, aber verdeutlicht, wie wichtig Menschen sind, die uns beim Sterben begleiten und auch dann nicht loslassen, wenn das Ende da ist. Wunder können auf die unterschiedlichste Art und Weise geschehen und wer sich darauf einlassen kann, wird reich beschenkt werden, egal, wie das Wunder letztendlich aussehen wird.

5 Sterne -->HIER!

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