Mittwoch, 10. September 2014

Roadmovie Deluxe




Die Geschichte von Zoe und Will


Originaltitel: Nobody but us book 1

Ab 14 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten 
ISBN: 978-3-453-26874-6
€ 14,99 

Verlag: Heyne

Ein packendes Roadmovie und eine herzergreifende Liebesgeschichte
Wenn du dich das erste Mal verliebst, gehört dir die ganze Welt. Alle Probleme verschwinden im Rückspiegel, und vor dir liegen die Freiheit und das Glück zu zweit. So geht es der fünfzehnjährigen Zoe, die zusammen mit Will von zu Hause abhaut. Eine aufregende Reise steht den beiden bevor. Eine Reise, auf der sie sich mit jeder Meile besser kennenlernen, auf der sie aber auch erfahren, dass die Nähe gefährlich und das Glück zerbrechlich sein können. Denn da sind noch Zoes Vater und die Polizei, die die beiden um jeden Preis einfangen wollen …






"Die Geschichte von Zoe und Will" ist mir wirklich ziemlich nah gegangen. Emotional ist es ein Buch, welches für mich sehr schwer zu verkraften war. Nicht, weil es so schlecht geschrieben war, sondern alleine durch die Tatsache, das sich hier zwei Menschen auf die Flucht begeben, um endlich Ruhe und Liebe in ihrem Leben zu finden. Beide tragen ihr Päckchen und es tat mir unheimlich weh, den Schmerz und die Traurigkeit der jeweiligen Person mitzuverfolgen. Besonders herausragend ist, das in einem Kapitel Will und in dem anderen dann Zoe zu Wort kommt. Die jeweilige Sichtweise und Perspektive des anderen zu betrachten, macht die Story um einiges intensiver. 
Zwei junge Menschen auf dem Weg ins Glück? Zoe und Will fliehen vor der Vergangenheit. Einen um sich schlagenden Vater, der im Suff sein Opfer sucht. Vor der Vergangenheit in Pflegefamilien und Heimaufenthalten. Beide sind zutiefst verstört und sehnen sich doch nur nach Nähe und Geborgenheit. Ein kaputtes Leben hinter sich lassen und einen Neubeginn wagen?
Mir sind oft die Tränen in die Augen geschossen, denn ich fand beide Schicksale so grausam, obwohl es leider schon alltäglich für uns ist, wenn wir lesen oder hören, das Kinder von ihren Eltern schwer misshandelt werden. Vielleicht ist es auch nur die Ehefrau des Nachbarn? In Zoes Fall wissen es alle und niemand hilft. Für mich völlig unerklärlich. Je mehr aus Zoes Vergangenheit offen dargestellt wird, umso mehr hätte ich sie am liebsten einfach nur in den Arm genommen. Zoe hat nie gelernt sich zu verteidigen und fühlt sich selbst als schwach und nicht liebenswert. Will baut durch Worte, kleinen Zärtlichkeiten einiges neu auf und zerbricht die Mauer, die Zoe um sich herum gebaut hat. Will selbst trägt einiges mit sich herum und kann auch oft seine Wut nicht kontrollieren. Am Anfang fand ich dies beängstigend und konnte auch Zoes Gedanken sehr gut verstehen, denn oft ist es ja tatsächlich so, das geschlagene und gedemütigte Frauen sich immer denselben Typ Mann suchen. Will ist aber anders, denn er will nur das Beste für Zoe, daher hat sie ja auch zuhause rausgeholt, um mit ihr ein neues Leben zu beginnen. 
Leider endet dieses Abenteuer dramatisch und ich hätte es mir ehrlich gesagt anders gewünscht, denn diese beiden hätten wirklich ein besseres Leben verdient. Ein Leben ohne Gewalt und Hass. Trotzdem möchte ich für "Die Geschichte von Zoe und Will" eine Leseempfehlung aussprechen, da mich die Story komplett überzeugen konnte. 

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