Donnerstag, 4. September 2014

Geniale Thematik, die mich fast schon beängstigt



Michael Thode

Das stumme Kind

Thriller 


In einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide kommen der Kinderarzt Andreas Joost und der Rechtsanwalt Thomas Wilke auf grauenhafte Weise ums Leben. Rasch ist klar, es gibt eine Verbindung zwischen den beiden Männern: Joosts Tochter Anna, ein autistisches Mädchen, das noch nie ein Wort gesprochen hat. Das Geheimnis, das die Beteiligten miteinander verbindet, führt tief in menschliche Abgründe. Und die Zeit zur Aufklärung des Falles drängt - denn der Täter hat bereits sein nächstes Opfer ins Visier genommen ...



Bastei Lübbe
Taschenbuch
381 Seiten 
8,99 Euro
ISBN: 978-3-404-16988-7






"Das stumme Kind" hat mich schon allein dadurch gereizt zu lesen, da ich im letzten Jahr in einer  Wohngruppe gearbeitet habe, die ausschließlich mit Asperger Autisten arbeitet, daher ist das Thema Autismus für mich immer noch sehr spannend. Es kommt in "Das stumme Kind" zwar ein klein wenig zu kurz, aber das was aufgezeigt wird, reichte aus um einen kleinen Einblick zu bekommen. Zwar wurden in der WG keine Pferdchen in Reih und Glied gestellt, sondern nur regelmäßig die Gläser und Flaschen beim Mittagessen, dadurch konnte ich einige Parallelen ziehen. Manchmal wurden auch nur Smarties nach Farben sortiert und dann gegessen. Eine genaue Zeitplanung für Autisten sehr wichtig, daher kann ich Annas Geschrei sehr gut nachvollziehen, denn Degenhardt bricht eine Regel in Annas Ablauf. Für sie ist es fast schon gleichzusetzen mit körperlicher Gewalt. Anna ist die eigentliche Protagonistin in "Das stumme Kind", denn letztendlich ziehen alle Fäden in ihre Richtung, auch wenn es für mich nicht gleich erkennbar war. 

Wir haben hier sehr viel Handlung, die mich mitunter doch sehr verwirrt hat. Letztendlich am Ziel angekommen blieb mir nichts anderes mehr übrig als tief durchzuatmen und mich zufrieden zurückzulehnen. "Das stumme Kind" ist mitunter rasant, dann schleicht sich wieder etwas mehr Handlung ein, die dann letztendlich in einem großem Kracher endet, um mich wieder einmal sprachlos vor Wut und Entsetzen zu . Immer wieder verwundert mich die Grausamkeit der Menschen und auch hier stand ich dem Ganzen fassungslos gegenüber.

Dem Autor ist es gelungen, das sich alle Gedanken die ich hatte in Luft auflösten, denn letztendlich kam alles anders als ich dachte. Für mich ein echter Überraschungsmoment, obwohl ich schon bei den eisblauen Augen meine Theorie ins Wanken kam. Für mich ist es ein gelungener Thriller, wenn ich am Ende das Buch zuklappen kann und die Handlung für mich nicht vorhersehbar war. Ich wurde also ahnungslos schonungslos in eine Materie eingeführt, die meinen Glauben sehr erschüttert hat, denn ich bin der festen Überzeugung, das wir Menschen nicht in Gottes Schöpfung eingreifen sollten, denn das kann und soll nur schief gehen. Meine Überzeugung hat sich da also als bestätigt erwiesen. Mehr möchte ich darauf nun auch nicht eingehen, denn mir liegt ja daran, das "Das stumme Kind" seine Leser findet und nicht jeder schon weiß, wie diese wirklich geniale Story endet.

Michael Thode hat mir einen glaubhaften und authentischen Thriller präsentiert, dem ich gerne eine Leseempfehlung aussprechen kann. Das Zittern und Bangen um Anna, die anderen wirklich sympathischen und unsympathischen Protagonisten, denen echtes Leben eingehaucht wurde und eine Story, die mich wirklich begeistern konnte, da die Thematik äußerst interessant ist, zumal die Medizin wirklich schons so weit ist, das es eben auch möglich wäre. Nun aber Schluss, sonst verplappere ich mich doch noch. Trotz einiger ungeklärter Fragen ein tolles Buch, was mir einige spannende Stunden beschert hat. Dankeschön!




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen