Samstag, 20. September 2014

Fantasy meets Thriller




Der Spiegel des Schöpfers


 9783865919298,  17,99 Euro


Die ehrgeizige Chirurgin Leonie Brandstätter hat zu viel Alkohol im Blut, als sie auf einer einsamen Landstraße einen jungen Mann anfährt. Um der Polizei zu entgehen, nimmt sie ihr bewusstloses Unfallopfer mit nach Hause. Rasch stellt sich heraus, dass der attraktive Ari in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist: Er spricht eine unbekannte Sprache. Die gesellschaftlichen Gepflogenheiten sind ihm fremd. Seine Verletzungen heilen unerklärlich schnell. Und wie sich bald herausstellen wird, hat er mächtige Feinde ...

Thomas Frankes rasanter Roman konfrontiert mit dem Bösen dieser Welt. Gleichzeitig beschreitet er ungeahnte Wege des Glaubens. Eine spannende Geschichte über das Erbe der Menschheit.




"Der Spiegel des Schöpfers" ist ein wirklich genialer Thriller, der mir einige Abende wirklich versüßt hat. Das Buch lässt sich nicht einfach weglesen, sondern fordert uns als Leser wirklich heraus sich vor Augen zu führen, was die göttliche Welt in die wir hoffentlich eines Tages eintreten können so besonders macht. Der Kampf zwischen Gut und Böse wird hier sehr hervorgehoben und ich fand es sehr beängstigend schon ab den ersten Seiten. Ich bin einiges gewohnt, da Thriller meine bevorzugte Genre ist, aber von schwarzen Schatten und Dämonen zu lesen fand auch ich krass, zumal dies ja kein Hirngespinst ist, sondern eine Aussage, die die Bibel macht, auch wenn wir dies ausblenden wollen. In "Der Spiegel des Schöpfers" werden wir nicht wirklich liebevoll in die Abgründe der menschlichen Seele geworfen und müssen uns entscheiden, wie wir es betrachten wollen. Wollen wir Einblicke in das Paradies erhalten, welches Gott uns nicht vorenthalten will oder überlesen wir dieses, weil es uns zu weit weg erscheint? Göttliche Wahrheit vereint mit Fiktion und jeder Menge Spannung machen "Der Spiegel des Schöpfers" zu einem einzigartigen Leseerlebnis und selbst ich hatte hin und wieder echte Gänsehaut, weil ich mich wirklich regelrecht gegruselt habe. Gegruselt aber auch oft vor mir selbst, da ich die Wahrheiten, die mir in "Der Spiegel des Schöpfers" begegnen einfach ausblende, weil ich mein Ding durchziehen will.
Mit Leonie und Ruben hat Thomas Francke zwei Protagonisten erschaffen, die uns durch das Buch führen und dabei mutig genug sind sich den Herausforderungen zu stellen in die sie völlig unvorbereitet schlittern. Man könnte fast sagen, es ist ein Mann vom Himmel gefallen, der nicht in unsere Welt passt und der Schlüssel für alles Schöne ist, was uns erwartet in der Ewigkeit. Manchmal habe ich das Böse als zu aufgesetzt empfunden, aber wenn ich darüber nachdenke ist es doch mehr als passend, denn es umgibt uns Tag für Tag und manchmal würde ich mir auch eine Engelserscheinung oder eine innere Stimme wünschen, die mir den Weg weist. Klingt im ersten Moment vielleicht beängstigend, aber Leonie vertraut und wird deshalb diejenige, die ausschlaggebend ist den Spieß umzudrehen. Unermüdlich kämpft sie und das war schon beeindruckend, denn was ihr im Laufe des Buches begegnet ist echter Wahnsinn. Leonie wächst tatsächlich über sich hinaus. 
"Der Spiegel des Schöpfers" ist auch ein Buch der Versöhnung, denn wie oft schleppen wir Altlasten mit uns herum, die wir aussprechen müssten, uns aber nicht trauen es anzupacken oder auszusprechen? Schmerz, Trauer, Wut, alles menschliche Gefühle, die uns aber daran hindern Schönheit und Gnade zu erkennen. Ruben, der auch viel Schmerz und Schuld mit sich trägt bekommt die Möglichkeit sich seinen Schuldgefühlen zu stellen und geht eigentlich als gesegneter Mann aus der Geschichte heraus. Ein klein wenig Liebesgeschichte wurde auch in das Buch geschrieben und nimmt der Story dadurch vielleicht auch den einen oder anderen Schrecken. Mitunter habe ich wirklich gefürchtet und war froh, wenn es doch gut ausging, sobald Ari, Ruben und Leonie wieder einmal gejagt wurden. Nichts anderes ist es, was wir hier lesen werden. Eine Jagd, die erfüllt ist von Grauen und Gewalt. Der Autor lässt uns lange zappeln bis wir die Hintergründe erkennen und das warum sehen werden. Fast 600 seiten höchster Lesegenuss und ein Ende, welches dem Buch den Schrecken nimmt. Zuvor konnte ich nicht erkennen, wohin mich der Autor führen will und was es mit dem "Spiegel des Schöpfers" auf sich hat. Leonie die sich einfach führen lässt, erkennt dies sicherlich schon um einiges vor mir und nimmt mich mit in Erkenntnis und dem größten Abenteuer ihres Lebens.
Natürlich eine Leseempfehlung, denn "Der Spiegel des Schöpfers" konnte ich nur als rundum gelungen empfinden, auch wenn ich Fantasy normalerweise nicht viel abgewinnen kann, Weit ausholend, eine bildliche Sprache und Protagonisten, die man ins Herz schließt, geben der Story die richtige Würze um einfach abzutauchen aus dem Alltag, um das Paradies neu zu entdecken.


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