Donnerstag, 11. September 2014

Beängstigend gut mit interessanter Wendung



Heike Eva Schmidt

Tausend Mal gedenk ich dein



Eigentlich läuft alles rund für Nelly. Mit Pina hat sie eine tolle beste Freundin an ihrer Seite, und als sie sich auch noch in Elias verliebt, den Jungen mit den dunklen Wuschelhaaren und den graublauen Augen, könnte ihr Glück perfekt sein.
Doch dann werden in ihrer Klasse immer wieder Mitschüler in merkwürdige Unfälle verwickelt – und der Verdacht fällt ausgerechnet auf Nelly. Schon bald verwischen sich die Grenzen zwischen Gut und Böse. Und Nelly muss erkennen: Das Schlimmst ist manchmal gar nicht die Lüge – sondern die Wahrheit ...
Ein aufregender Psychothriller für Mädchen!


Ab 14 Jahren
Boje
Hardcover, 252 Seiten 
ISBN: 978-3-414-82405-9
12,99 Euro






"Tausend Mal gedenk ich dein" war für mich das zweite Buch der Autorin. Das erste bewegte sich in der Genre Fantasy und dieses hier im Boje Verlag erschienen lässt sich super im Bereich Jugendthriller einordnen. Einer Genre in der ich mich am liebsten bewege.

Ich bin fasziniert von der Wende die das Buch nimmt, denn ehrlich gestanden hat es mich bis zum letzten Drittel nicht wirklich gepackt, da alles so offensichtlich erschien.

Der Klappentext macht schon einige gute Aussagen, die ich gerne weiter ausführen möchte, ohne dabei natürlich zu viel zu verraten. Widmen wir uns Nelly, ein Mädchen mit wenig Selbstbewusstsein, die sich immer im Schatten ihrer besten Freundin Pina fühlt und mir kam oft der Gedanke nach einem Alphatier, welches Nelly steuert. Alles was Pina sagt und tut, wird ausgeführt. Ich empfand Pina als oberflächlich und arrogant. Als Nelly Jule einlädt mit ins Kino zu kommen, beginnen die ersten Probleme, denn Pina will Nelly nur für sich. Als sich dann auch noch Elias in Nelly verliebt, ist Stress vorprogrammiert, denn Pina will ihren Einfluss auf Nelly natürlich nicht sang und klanglos aufgeben. Ich war wirklich angenervt von Pinas zickiger Art und hätte Nelly gerne den Kopf zurechtgerückt. Bald schon geschehen in Nellys Klasse ungewöhnliche Dinge und es zielt auch genau auf die Person, die die Verantwortung dafür tragen müsste. Leider wird Nelly verdächtig und sie wird zum Mobbingopfer ihrer Klasse. Sie selbst verdächtigt Jule der Taten und auch ich habe hin und wieder an Jules Unschuld gezweifelt, denn Jule selbst trägt auch ein Geheimnis mit sich, welchen den Umzug aus London erklärt.

Soweit so gut. Die Autorin bedient sich also einiger Klischees der Jugendlichen und wertet damit "Tausend Mal gedenk ich dein" um einiges auf. Unter anderem ist  Mobbing ein großes Thema und auch diverse Plattformen wie Facebook wird erwähnt, auf denen man Menschen auch anonym oder unter falschen Namen regelrecht fertig machen kann. Hätte Nelly Elias nicht an ihrer Seite, würde sie in vielen Dingen ganz alleine bestehen müssen und ich finde die Kämpfe die sie zu führen hat echt krass. Sie tat mir manchmal regelrecht leid. Selbst Pina wendet sich hin und wieder bockig von ihr ab.

Besonders betonen möchte ich, das Alkohol in diesem Buch keine große Rolle spielt, zumindest nicht bei Nelly und das fand ich wirklich gelungen. Wie es dann bei Müttern aussieht, die sich ihren Kummer wegsaufen müssen, ist ja eine andere Geschichte und betrifft ja nicht direkt die Jugendlichen. Wenn ein Buch für Jugendliche ohne Alkohol und Drogen auskommt, zumindest fast, wertet dies in meinen Augen mächtig auf.

Ein Jugendbuch, welches irgendwann eine Gradwanderung macht und mich wirklich erstaunt hat. Die letzten Kapitel habe ich mit einer gewissen Faszination gelesen und möchte der Autorin hierbei meinen Respekt ausdrücken, dass ich zwar kurz den einen oder anderen Gedanken in eine bestimmte Richtung hatte, diesen aber verworfen habe, da ich es mir einfach nicht vorstellen konnte und zwischen Wahrheit und Lüge nicht mehr unterscheiden konnte. Ein echtes WOW! Erlebnis und daher eine Leseempfehlung für  "Tausend Mal gedenk ich dein".


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen