Samstag, 23. August 2014

Hinterlässt mich sprachlos vor Wut





Niemand liebt November



Schatten der Vergangenheit: ein Spiel um Leben und Tod.

Kurz vor Ambers sechstem Geburtstag verschwanden ihre Eltern auf unerklärliche Weise. Jetzt ist Amber, die eigentlich November heißt, 17 Jahre alt und glaubt, eine Spur zu haben. Doch was hat es mit dem Jungen auf sich, der in dem erleuchteten Zelt ein Buch liest, sich aber in Luft auflöst, sobald sie sich ihm nähert? Welche Ziele verfolgt der Kneipenwirt, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt, und der immer für sie da zu sein scheint? Steckt er vielleicht sogar hinter den anonymen Drohungen, die sie erhält? Amber muss sich entscheiden: zwischen ihrer zerstörerischen Vergangenheit und dem Aufbruch in die Zukunft.

Ein großer Roman von Antonia Michaelis: eine starke, zugleich verletzliche Heldin inmitten mörderischer Geheimnisse, soghaft zwischen Traum und Realität und atemlos spannend.

www.oetinger.de/antoniamichaelis

432 Seiten · gebunden
ab 16 Jahren
EUR 17,99 
ISBN-13: 978-3-7891-4295-6
 



Mich hat selten ein Buch so sehr bewegt, das es mir regelrecht die Luft abgeschnürt hat vor Wut. Es gab eine Situation, wo ich das Buch zur Seite gelegt habe, weil ich die Lieblosigkeit, den Egoismus nicht ertragen konnte und den Schmerz der Amber / November fühlt, so greifbar für mich war. Für mich war "Keiner liebt November" keine leichte Kost, denn für mich ergab Ambers Geschichte lange keinen Sinn und bis ich es dann erkannte, hat es mich förmlich überrollt. Antonia Michaelis benutzt Worte, die sich regelrecht einbrennen und damit meine ich nicht die Dinge auf dem Sofa im Hinterzimmer, sondern Dinge, Worte, Erinnerungen aus Ambers Leben, die durch die Gedichte am Anfang jedes Kapitels wunderbar reflektiert werden. Es ergibt nicht gleich alles Sinn, aber wenn es dann endlich soweit ist, das man versteht, überrollte es mich total und ich hätte am liebsten selbst zur CZ gegriffen um manchen Menschen Herz und Verstand beizubringen. Ich gestehe, das ich das Buch lange Zeit nicht verstanden habe, denn es waren mir viel zu viele Fragen in mir, die eben erst sehr spät beantwortet werden. Mitunter fiel es mir schwer der Handlung zu verfolgen, denn auch wenn sich die Ereignisse überschlagen, bleibt doch mehr als eine Frage: Wer ist Amber? Wo sind ihre Eltern? Wer ist derjenige, der die Drohbriefe schreibt? Was hat es mit der roten Tür auf sich? Wer ist der lesende Junge im Zelt? Letztendlich klärt es sich dann doch und verfügt leider auch hier und da über Situationen, die ich eines Menschen entwürdigend und erniedrigend fand. Körperlicher und innerer Schmerz gehen einher und lassen mich nach Luft schnappen vor Empörung. Wo ist die Menschlichkeit? Ich war zuerst eher enttäuscht von der Handlung, vielleicht, weil sie so komplex und unwirklich erscheint? Die letzten gut 50 Seiten haben mich dann entschädigt dafür, das ich letztendlich ausschließlich nur Bahnhof verstanden habe. 
"Keiner liebt November" hätte keine passenden Titel haben können, denn das ist letztendlich die einzig wahre Aussage des Buches. Ein Kind, ein junges Mädchen, welches auf der Suche nach der Wahrheit, ihren Wurzeln ist und erkennen muss, das es letztendlich niemanden gibt, der wirklich geliebt hat. Der Egoismus der hier zum Vorschein kommt hat mich regelrecht überfordert, denn als Mutter habe ich doch ganz andere Gefühle für meine Kinder und kann diese und jene Handlung nicht nachvollziehen. Ja, ich konnte für "Keiner liebt November" gewonnen werden, obwohl sich die Aussage des Buches erst zögerlich entfaltet hat.

Von mir eine Leseempfehlung!



Kommentare:

  1. Das klingt ja richtig spannend und man spürt beim Rezension lesen wie aufgewühlt/wütend du bist, bzw. das es ziemlich heftige Gefühle bei dir als Leserin ausgelöst hat. Da kann man der Autorin ja wirklich gratulieren das sie das geschafft hat.
    LG
    Bücherfee

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  2. WOW!! Das Buch muss dich wirklich mitgenommen haben. Die Autorin ist wirklich gut oder sie hat es auch selbst so erlebt. Ich kenne solche Kinder auch - leider.....
    Liebe Grüße Bärbel

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